Blut- und andere Ergüsse
Donnerstag 17. September 2009 von glandon
Die Die letzten schönen septemberlichen Spätsommertage. Das Wort „Altweibersommer“ möchte ich in diesem Zusammenhang nicht gebrauchen. Es berührt mich irgendwie peinlich. Ich denke dabei zusehends seltener an meine Mutter, als vielmehr an mich selbst. Aber das ist eine andere Geschichte, die hier jetzt nichts zur Sache tut.
Die letzten Spätsommertage also. Sonne, Wärme, Open-Air-Kneipen-Ausgehen. Minirockwetter, möglichst wenig Stoff am Leib. Ich hingegen in langer Hose. Und das kam so:
Ich war nach der Arbeit noch einkaufen. Nicht shoppen, d.h. keine Shirts, Handtaschen oder Schuhe, sondern einkaufen. Also die Dinge, die man fürs unmittelbare Überleben braucht. Lebensmittel halt. Aber auch bei diesen Profan-Einkäufen schlägt manchmal das weibliche Gen zu, und so lag mal wieder viel mehr im Einkaufswagen, als ursprünglich auf der Liste gestanden hatte. Viel mehr auch, als in meine Umhängetasche passte. Für Notfälle dieser Art hat die kluge Frau allerdings immer noch eine einstmals für teures Geld erworbene, große Plastiktüte dabei.
Nun ist das Radfahren mit einer riesigen, schweren Plastiktüte in der Hand wirklich kein Hexenwerk, sondern etwas, was ich schon tausende Male zuvor praktiziert habe. Worauf es hauptsächlich ankommt ist, die Tüte möglichst vom Körper fernzuhalten, damit man nicht bei jeder Kurbelumdrehung dagegentritt. Aber der Weg war relativ weit und der Arm erlahmte schneller als bei früheren Gelegenheiten. (Wobei mir wieder dieses schreckliche Wort „Altweibersommer“ in den Sinn kam – keine Ahnung warum.) Jedenfalls geschah dann alles in Sekundenschnelle. Eine Windboe kam auf, die Tüte geriet ins Pendeln, was durch ein müdes schwaches Frauenärmchen nicht mehr ausgeglichen werden konnte. Und knallte gegen das Vorderrad, das sich daraufhin querstellte.
Den Rest kann man sich denken. Überwindung der Schwerkraft. Ähnlich imposant wie bei einer Saturn V. Abstieg über den Lenker. Die Schwerkraft revanchiert sich. Unsanfte Landung auf hartem Asphalt.
Ohne Helm wäre ich jetzt tot. So habe ich wundersamerweise lediglich ein Hämatom am Oberschenkel, welches in allen erdenklichen Farben schillert, in denen man sich auch Fahrradsättel beziehen lassen könnte. Aber das beste war: ausser ein paar zerdrückten Getränkekartons und Keks-Schachteln sind die Einkäufe alle heil geblieben. Sogar die Bierflaschen.
Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 17. September 2009 um 21:02 und abgelegt unter Allgemein. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.
Dienstag 22. September 2009 um 11:42
hatten die bierflaschen denn auch kleine helme an, oder warum ist ihnen nichts passiert? :engel:
Dienstag 22. September 2009 um 11:50
ja. total niedliche.
http://www.kronkorken.com/bilder/pic/5368.jpg
Dienstag 22. September 2009 um 12:18
iiiihhh! tu das weg!
Dienstag 22. September 2009 um 12:43
ich hätte noch etwas aus dem “schönsten bundesland”
http://www.kronkorken.com/serien/mauritus3.htm
du weisst schon, wo es sich eingebürgert hat, zu nicht-helmträgern … zu sagen
Dienstag 22. September 2009 um 13:19
dumpfbacke?
Dienstag 22. September 2009 um 13:24
das ginge ja noch. war mehr anal-fixiert.
im nachbarland haben sie ja jetzt leider den behelmten pisten-rowdy aus dem verkehr gezogen.
Dienstag 22. September 2009 um 19:55
Frauenrechtler & hier - wie ich aus hier nicht weiter zu erläuternden Gründen heraus vermute - auf ziemlich niederträchtige Weise irregeführte Helmgegnern werden vielleicht anderer Auffassung sein, aber ich: habe meinen Spaß gehabt, und das gilt auch dann wenn sich herausstellen sollte, dass ich mal wieder alles völlig falsch verstanden habe. Völlig unabhängig von Inhalt & Implikationen: Wirklich schön geschrieben!
Dienstag 22. September 2009 um 19:57
Entschuldigung: Frauenrechtlerinnen muss es selbstverständlich heißen, und dass fehlende Komma sei hiermit auch noch nachgeliefert: ,
Mittwoch 23. September 2009 um 13:13
sind helmgegner nicht immer irregeführt?
das mit dem fehlenden komma ist nicht so schlimm, das hätte ich mit dem “s” zuviel verrechnet. aber dass du meine anrufe und smsen weder entgegennimmst noch beantwortest verzeihe ich dir schuft nie! so kann man mit frauen nicht umspringen! :noe:
Mittwoch 23. September 2009 um 13:29
Das finde ich eigentlich auch. Aber: Das Handy hatte keine Energie & das Telefon im Flur vermochte sich gegen die Kinderliedbeschallung im Badezimmer nicht durchzusetzen & dann habe ich den Anrufbeantworter nicht mehr angeschaut, weil ich niemandem und schon gar nicht Dir Telefongespräche morgens vor 9 zutraue
Ich gelobe: Besserung…
Mittwoch 23. September 2009 um 20:00
Was für eine Frau. Denkt nur an sich selbst und ihr Bier. :hope: Dabei fragt sich der besorgte Leser, wie es dem fantastischen Lebensretter wohl ergangen ist. Hat er sich bei seiner heldenhaften Rettungsaktion vielleicht eine Styroporrippe angeknackst?
Nun ja. Vermutlich geht es ihm gut. Sonst hätten wir bestimmt ein schockierendes Foto aus dem Krankenbett zu sehen bekommen. Das trifft sich gut, in Bonn suchen sie noch einen dritten … eine dritte Person, um lustige Styroporhütchenspiele zu spielen. :clown:
Donnerstag 24. September 2009 um 12:51
andere frauchen denken nur an ihren hund und ihren rotwein, wenn sie als ” gäste des monats” in fremden revieren wildern.
http://bier-kombinat.de/
und dann auch noch inkognito mit GELBEM arm- bzw. halsband! :augenreib: da heisst es hinterher wohl wieder: “der rotwein war gar nicht für mich, der war für meinen hund!” :hope:
Donnerstag 24. September 2009 um 12:57
und: da mir nichts passiert ist brauche ich weder ins krankenhaus, noch bin ich sonstwie krank. müssen sie ohne mich spielen. ^^
Donnerstag 24. September 2009 um 13:17
Dagegen, dass Frauchen nur an ihren Hund denken, ist ja mal gar nix einzuwenden. :noe: Das gelbe Halsband war ein Kompromiss. Eigentlich sollte er der unbeleuchteten helmtragenden Fahrradrambos in der Stadt wegen eine Signalweste tragen… aber ein anständiger Hund hat auch so etwas wie Selbstachtung. :]
Donnerstag 24. September 2009 um 13:28
leider gibt es auch unanständige hunde. :seufz:
Donnerstag 24. September 2009 um 13:40
du meinst sicher “bemitleidenswerte geschöpfe”. der hund kann ja nun am wenigsten für sein schreckliches schicksal
Donnerstag 24. September 2009 um 14:29
er hat für eine handvoll frolic diesen vorbildlichen helmträger weggebissen. X(
Donnerstag 24. September 2009 um 15:29
Zum Glück hat er nur den Träger weggebissen und nicht den Helm. Sonst hätte der Steuerzahler bestimmt wieder für einen Großeinsatz sämtlicher Einsatzkräfte aufkommen müssen:
http://www.fireworld.at/cms/story.php?id=22023
Freitag 25. September 2009 um 11:23
das ist ja wohl allemal grund genug, die lahmarschigen feuerwehrmänner zu beschimpfen
ausserdem hattest du ja nach fotos vom lebensretter gefragt: wende dich mal an arno, der ist dir gerne behilflich. :fg:
Dienstag 29. September 2009 um 20:59
es gibt da übrigens eine preiswerte und echt praktische lösung gegen baumelnde tüten: sie heißt fahrradkorb. :chick:
aber das ist halt nur was für echte ker … äh, frauen. :fg:
Mittwoch 30. September 2009 um 14:43
eigentlich müsste man das ohne worte stehen lassen. aber um es mal mit dem hund zu sagen: eine anständige frau hat auch so etwas wie selbstachtung. :noe:
Samstag 10. Oktober 2009 um 16:36
Blut- und … Plastiktüten, welche man ja auch Beuteln zu nennen pflegt; irgendwie entkommt man diesem Thema hier niergends nienicht niemehrmehr.
Montag 12. Oktober 2009 um 13:08
ich weiss nicht, was diese unterstellungen jetzt wieder sollen! :angry:
und: es befanden sich auch weder rotwein noch ketchup in der tüte, bzw. anschliessend im kühlschrank. :noe: