OHNE HELM WÄRE ICH JETZT TOT

Ein cycling4fans Blog von Glandon

Friedenspreis des deutschen Buchhandels

Montag 19. Oktober 2009 von glandon

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Herbstzeit – Bücherzeit. Die ersten Stürme fegen übers Land, Kälte und Feuchtigkeit greifen die gichtigen Gelenke an. Da überlegt man es sich doppelt und dreifach, ob man sein geliebtes Rennrad und sich selbst den Unbilden der Witterung aussetzt, oder es ein wenig pflegt. Und sich auch gutes tut, indem man sich mit einem Fläschchen Rheinhessischen „Roten Rauschers“ aufs Sofa unter die Decke verkrümelt und ein Buch zur Hand nimmt. Schön, wenn man buchhändlerische Schwestern und Nichten hat, die einen mit Nachschub versorgen – manchmal auch ungefragt. So hatte ich eines unschönen Tages etwa ein unglaubliches Schundwerk namens „Ganz oder gar nicht“ in meinem Briefkasten, in dem ein Kuschelrockfan seinen kriminellen Ghostwriter langweilige Lügengeschichten aus seinem Leben erzählen lässt.

 

Neulich aber bekam ich ein weiteres Büchlein, das sich ein wenig um Radsport dreht, und über das ich für eine kleine feine Radsportseite eine Rezension verfasst hatte. Diese Radsportseite im Internet war mal richtig gut, als noch die Gründerin das Zepter fest in der Hand hatte. Nachdem sie aus verständlichen Gründen nicht mehr die rechte Lust auf Radsport hatte, gab sie den Staffelstab weiter. Seither ging es bergab. Mittlerweile ist die Site in die Hände zweier Langzeitstudenten mit viel freier Zeit gefallen und steht kurz vor der Umbenennung in

Ocanas offi-zielles Magazin

Zentralorgan des Schnipplerismus

(„Schnipplerismus“ ist die seit geraumer Zeit dort vorherrschende „Kunst“form, deren Motto „Von nichts eine Ahnung, aber zu allem eine Meinung!“ lautet.)

 

Kaum hatte ich die Rezension dort geposted vergingen nur wenige Sekunden, bis o&o reagierten – der eine mit einem saublöden schnippleristischen Kommentar, der andere indem er meinen Text kurzerhand entfernte. Selbstverständlich ohne mich davon zu informieren, und auf Nachfrage gab es zunächst, wie bei diesem Gremium üblich, keine Antwort. Erst als ich die Diskussion öffentlich zu machen drohte, gab es die „Erklärung“, ich würde gegen bestimmte User mobben. Was erstens überhaupt nicht meine Absicht und zweitens insofern grotesk war, dass einer dieser User tatsächlich einmal gemobbt wurde – was die Moderation jedoch in keiner Weise kümmerte.

 

Da der Text bisher trotz meiner Aufforderung gelöscht geblieben ist, rekonstruiere ich ihn und stelle ich ihn hierher. Damit kann sich jeder selbst ein Bild machen.

 

 

Thea Dorn – Mädchenmörder

 

handelt von einem Ex-Radprofi mit einem „zitronengelben Porsche“, was gleichermaßen auf extrem schlechten Geschmack wie auf schwer gestörte Sexualität hindeutet. Und tatsächlich fängt er an, seinem Vorbild Dutroux nachzueifern, und verschleppt, vergewaltigt und ermordet junge Mädchen. Eines seiner Opfer nimmt er mit, und es beginnt ein road movie, bei dem sich eine Blutspur durch halb Europa zieht, dabei immer wieder die Austragungsorte bekannter Radrennen kreuzend.

 

Nach einem Perspektivwechsel zur Mitte des Buches stellt sich allerdings heraus, dass gar nicht der Killer der bekloppteste in der ganzen Geschichte ist, sondern ein rothaariges „verrücktes Huhn“.

 

Flüssig und unterhaltsam geschrieben und mit einem ganz witzigen Schlussgag versehen lässt sich das Buch während zweier längerer Bahnfahrten durchlesen, auch wenn der dozierende Tonfall, bei dem man sofort die Autorin vor Augen hat, manchmal nervt.

 

Den radsportlichen Background haben Peter Winnen und Marcel Wüst beigesteuert (ob persönlich oder nur durch deren Lektüre entzieht sich meiner Kenntnis), denen im Anhang gedankt wird. Interessant noch der Blick von außen auf den Profi-Radsport, der als masochistische und deformierende Angelegenheit dargestellt wird. Und vielleicht liegt man damit ja nicht ganz falsch.

 

 

Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 19. Oktober 2009 um 14:44 und abgelegt unter Allgemein. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

20 Kommentare über “Friedenspreis des deutschen Buchhandels”

  1. TZCA schrieb:

    Von nichts eine Ahnung, zu allem eine Meinung, das war doch immer schon so, egal wer das Zepter an wen weiter gereicht hat. ;-)

    LG - Teilzeitcoach Anton

  2. Chianni schrieb:

    Hm, also nach dem Lesen Deiner Rezension würde ich das Buch nicht lesen

  3. Piti schrieb:

    “[...]ein unglaubliches Schundwerk namens „Ganz oder gar nicht“ [...], in dem ein Kuschelrockfan seinen kriminellen Ghostwriter langweilige Lügengeschichten aus seinem Leben erzählen lässt.”

    Die Freude darüber, dass es Jan Brainweak jetzt offenbar auch in Buchform zu lesen gibt, währte gerade eben so lange, bis die Recherche ergab, dass dessen Memoiren doch einen leicht anderen Titel tragen.

    Thea Dorn, das ist doch die, die immer mal wieder als Radsportdurchblickerin ihre kognitiven Leistungen auf DeejottHenning-Niveau in Feuilletons und Talkshows zum Besten geben darf. Immerhin: dass Radsport eine deformierende Angelegenheit ist, kennt sie aus eigener Erfahrung: “Thea Dorn wäre gern mal für einen Tag … Lance Armstrong.” http://www.spiegel.de/schulspiegel/abi/0,1518,645013,00.html

  4. glandon schrieb:

    @ anton
    nein! früher war alles besser. das wirst du auch noch merken, mein junger österreichischer freund! :fg:

  5. glandon schrieb:

    @ chianni
    ist auch eigentlich nix für frauen. viel blut, viel vergewaltigung, ganz oft das f…wort. das muss man sich nicht antun.

    aber eigentlich habe ich die rezension ja auch nur geschrieben, um bestimmte user zu mobben. :rolleyes:

  6. glandon schrieb:

    @hund
    als ich deine email-adresse derwahreschnippler@trash-mail.com sah wollte ich den kommentar schon ablehnen. :D und der durchgeknallte schallplattenunterhalter wäre alles andere lieber, als für einen tag lance armstrong! :noe:

  7. die liebe manuela schrieb:

    ich weiß gar nicht, was das geflenne immer soll. in einem radsport-forum gehört mobbing doch wohl zum guten ton. die vorbilder zeigen doch, wie’s geht! :D

  8. glandon schrieb:

    okee, ich geb’s ja zu: ich wollte das huhn mobben. :tuet:

  9. TZCA schrieb:

    Ich bin Bosniak! :D
    Besser war nur, find ich, dass die meisten gewusst haben, dass keiner, sich selbst eingeschlossen, eine Ahnung hat.

    LG - Toni ohne Froni

  10. ein rothaariges sog. "verrücktes huhn" schrieb:

    ach was, mobbing. ich glaube, in wirklichkeit geht es hier um macht. :D

  11. glandon schrieb:

    @toni:
    ja, irgendwie unschuldiger. jetzt haben halt die abgewichsten frühvergreisten chefzyniker das kommando. :seufz:

    gruss an die kluge frau anton

  12. glandon schrieb:

    @huhn:
    ich kenne übrigens eine 1,4-abif…, die die machtfrage mit dem im-rhein-versenken einer luftmatratze samt besitzer entscheidend hätte beeinflussen können. :fg:

  13. huhn schrieb:

    nur weil DU meine freunde nicht magst, muss ich sie noch lange nicht ersäufen. :noe:

  14. die liebe manuela schrieb:

    “jetzt haben halt die abgewichsten frühvergreisten chefzyniker das kommando.”
    das ist es nicht allein. der zustand des forums ist die logische konsequenz aus dem zustand des radsports. wer - außer idioten und hetzern - interessiert sich denn überhaupt noch für den unsinn?

  15. TZCA schrieb:

    Die liebe Manuela. Wer ist dann das schon wieder? Sicher keine selbstlos, immer die anderen unterstüzende Frau. Eigentlich eine sympatische Frau wie mir scheint. Aber da ich keine Menschen mag, alles eh Unsinn ist, selbst der Sinn, ist mir das wuascht. Vermutlich auch nur so ein Piefke-Weib! :D

  16. die liebe manuela schrieb:

    gut geraten, schluchten-sch***** :D
    es handelt sich um eine ganz fiese piefkin. und der einzige ösi, den ich je leiden konnte, war kottan. und damit hat sich’s! der hat wenigstens sein essen nicht mit einem deutschen schäferhund geteilt. wie erniedrigend muss das sein… ^^

  17. glandon schrieb:

    ich muss schon bitten! was hat das hier denn jetzt mit literatur zu tun? habt ihr keine eigenen blogs, wo ihr das zarte pflänzlein eurer liebe hegen, pflegen und (vor allem) begiessen könnt? X(

  18. vorTrieB schrieb:

    Die Renzension finde ich ja auch eher nun ja: ernüchternd & wenig einladend, aber was hier in der Diskussion draus geworden ist, bereichert die im weiteren Sinn verstandene Weltliteratur schon erheblich, finde ich. Zugunsten von O & O muss auch mal festgehalten werden: Das habern sie erst möglich gemahct :-)

    Bei der Gelegenheit: Wie Moderation zu noch mehr Unterhaltungswert & neuen Beitragsrekorden zu Zeiten, wo sonst alle schlafen, führt gerade ein anderes Forum vor. Die an sich harmlose Einrichtung eines Lady’s only-Bereichs führte zu einer an sich harmlosen Diskussion über den Sinn und Zweck eines solchen. Die artete dann allerdings höchst dynamisch aus, wohl auch, weil die eigens für den Bereich angeheuerte Moderatorin da eine sehr eigene Meinung zu hatte & die dann nicht nur äußerte, sondern irgendwann auch anfing, abweichende Meinungen weg zu moderieren. Da kamen dann offenbar die Nutzer/innen richtig in Schwung, schrieben nicht nur fleißig allen möglichen Unsinn, sondern fanden irgendwie auch die Personalien und vor allem die Telefonnummer der Moderatorin heraus. Weitere Details werden von den Beteiligten unterschiedlich dargestellt. Zwei altgediente Forenmitglieder (von den mindestens eins wegen reger Beteiligung am Rennbetrieb entweder bekannt oder für Außenseiter wie mich zumindest ohne weiteres identifizierbar ist) wurden am Ende wegen Verleumduung und Telefonterror gesperrt, versichern ihre Unschuld und nun wird selbstverständlich darüber diskutiert. Ein paar Abmeldungen wegen Solidarität, Verschwörungstheorien und ähnliche Nebenwirkungen mehr runden das Geschehen ab…

  19. TZCA schrieb:

    Sinn und Unsinn. Mh, der Sinn einen Telefonterroristen in einem Forum zu sperren, eröffnet sich mir nicht. Aber die Toleranz, Männer und ähnliche Wesen auszusperren gefällt mir. Genauso wie Liebende… :D

  20. glandon schrieb:

    hat mal jemand die telefonnummern von o&o ? :wartenur: :D

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