Als Radfahrer musst du leiden können…
Samstag 27. Juni 2009 von hansi.bierdo
Es ist schon etwas dran an dem Spruch. Allerdings kann man definitiv auch zuviel des Guten tun, indem man nämlich sein Leiden mutwillig oder fahrlässig herbeiführt oder schürt.
Nach der Wiederaufnahme des Trainings habe ich mich nicht mehr so richtig wohl auf meinem Rad gefühlt. Erst schmerzte der Hintern, dann die Schultern und der Nacken, dann Zwicken in der rechten Kniekehle, abwechselnd schliefen mal Teile der Hände oder Füße ein. Es war wirklich fürchterlich. Auf jeder Fahrt den Imbusschlüssel dabei und am Sattel rummachen. So fallen einem also nach 3 Monaten Pause Sachen auf, an die man sich in den Jahren gewöhnt hatte. Also mal wieder Sitzposition justieren. Da haben wir uns ja schon öfter verfahren, damit kennen wir uns aus.
Also schnell mal das Excel-Tool von MSporting mit frisch gemessenen Daten gefüttert, ausgedruckt und ran an den Speck. Doch siehe da, so weit weg waren die Einstellungen gar nicht, aber sie tun einfach weh, auch nach diversen kleinen Veränderungen. MSporting berechnet mir eine tiefe, lange, gestreckte Sitzposition, bei der ich auch nicht viel Kraft auf die Kurbel bringen kann, auch mit höherem Sattel nicht.
Nächster Versuch: der Fit Calculator von Competetive Cyclist. Bei der Erstbenutzung vor Jahren waren mir die Werte etwas suspekt gewesen und ich konnte so nicht fahren, aber entweder hab ich mich verändert oder das Tool rechnet mittlerweile anders.
Auf jeden Fall kamen dort Werte raus, die mir wieder mal drastisch klar gemacht haben, dass ich ein furchtbar langes Fahrgestell habe. Bei einer Schrittlänge von 96cm und einer Gesamtlänge von 194cm, empfiehlt man mir ein 55,5er Oberrohr, aber ein 63er Sattelrohr für den Competitive Fit.
*The Competitive Fit
Wanna look like a pro? This is the fit. It features a low, aerodynamic bar position that places slightly more weight on the hands than on the pedals and saddle, a close knee to pedal spindle ratio that emphasizes power and efficiency, and it puts the rider low in the handlebar drops.
Als ich die seltsamen Werte so gut wie möglich auf mein 64er Quantec (Oberrohr 59,5!) übertragen haben, hatte ich tatsächlich so etwas wie die momentane Wohlfühlposition. Auch nach zwei Ausfahrten keine Schmerzen in den Kniekehlen, Nacken und Schultern sind gut und ich habe das Gefühl von gutem Druck aufs Pedal.
Aber leider, solche Rahmenmaße sind nicht für die breite Öffentlichkeit, demnach nichts für preislich angenehme Regionen. Der einzige Rahmen, den ich bislang gefunden habe, der ein so kurzes Oberrohr bei adäquater Sattelrohrlänge haben kann, ist ein Cervélo S1. Wenn man nämlich die Sattelstütze rumdreht (76° Sitzwinkel, eigentlich für Tria ) erhält man ein 56er Oberrohr bei 61cm Sattelrohr. Nahezu perfekt!
Gefallen würde der mir ja auch schon, obwohl ich den alten (baugleichen) Soloist Team in matt schwarz viel hübscher fand. Trendfarbe weiß brauch ich nicht. Doch leider habe ich keine Angebote mehr gefunden, bzw. höchstens in Kindergrößen. Also fahr ich jetzt erstmal auf dem “verkleinerten” Quantec weiter und kaue noch ein wenig auf dem S1 rum. Eigentlich wollte ich ja ein TT-Rad aufbauen, aber da mir z.Z. eh der Punch und die Rennen dazu fehlen, kann das ja noch warten…
Ein S1 mit einem hübschen Aerolaufradsatz wäre ja auch schonmal, wie der Schwabe sagen würde, ned so schlecht!
Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 27. Juni 2009 um 00:12 und abgelegt unter Allgemein, Heutige Radtour. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.