a crank and a half

ein cycling4fans blog von Hansi.Bierdo

In preparazione

Sonntag 4. Oktober 2009 von hansi.bierdo

Gehüllt in bunte Blätter, trägt der Herbstwind die magischen Worte ins ganze Land hinaus: Winterpokal. Auch dieses Jahr werden sich wieder Heerscharen von Fahrern dieser Prüfung stellen, doch erfahrungsgemäß ist es nur wenigen vergönnt, diese Aufgabe bis zum Ende durchzustehen.

Vier Wochen vor dem offiziellen Start legte sich C4F auf die Lauer. Wir suchen nach den sagenumwobenen “Men in Black”, einem Team, von dem man sich erzählt, es sei auf der dunklen Seite der Macht unterwegs.  Nach langem Observieren in einem der konspirativen Rennradreviere gelang es uns tatsächlich, einen der phantomartig auftauchenden Fahrer, zu erhaschen.

phantom

Wir versuchten ihm zu folgen, was sich als nicht so einfach gestaltete. Öfters sahen wir nur noch einen Schatten umherhuschen. So verloren wir ihn auch recht schnell, konnten jedoch kurz darauf sein Rad ausmachen. Sofort waren wir neugierig, was da los war. War ihm während des Trainings unwohl geworden und wollte er sich spontan behandeln lassen?

drk

Wir schlichen zurück in unser Versteck, und dabei verschwand der Fahrer wieder. Wir konnten jedoch nach kurzer Zeit wiederum sein Rad entdecken, obwohl der Fahrer offensichtlich versucht hatte, es inmitten einer Einkaufswagenstation zu verstecken.

radversteck

Als wir uns orientierten, konnten wir kaum glauben, was wir auf der anderen Seite sahen:

dasgrossea

Offenbar lag hier kein Fall von Unwohlsein vor. Die Apotheke hatte nämlich heute keinen Notdienst.  Und seine Trikottaschen waren beim Herauskommen prall gefüllt! Wir wurden neugierig und verfolgten unser Phantom weiter, bis zu einem unscheinbaren Gebäude, mitten in einem menschenleeren Industriegebiet, wo er samt Rad für etwa eine halbe Stunde verschwand.

rekord

So langsam verstanden wir! Der Name scheint hier Programm zu sein. Jetzt wollten wir mit ihm reden und warteten aufgeregt auf sein Erscheinen. Wir konnten ihn stellen und nach langem hin  und her erklärte sich H. B. aus S. (Name der Redaktion bekannt) gegen Wahrung seiner Anonymität notgedrungen bereit, Rede und Antwort zu stehen:

C4F: Herr B., wir haben Sie gerade an ein paar erstaunlichen Rastpunkten gesehen, bitte geben Sie uns einen Einblick in ihre Vorbereitungen zum Winterpokal.

H.B.: Heutzutage wird der WP nicht mehr durch reine Fahrleistungen entschieden. Wer  da bestehen will, muss mehr machen. Wir haben von den Profis gelernt wie es geht. Sicher, Talent, Training  und  Grundlage, dass muss man alles vorraussetzen. Auch das Material muss stimmen, mit einem herkömmlichen Rad geht hier gar nix. Und daneben spielt natürlich die Vorbereitung die größte Rolle, Teambildung und so, das ganze Drumherum eben.

C4F: Aha, was genau meinen sie mit und so?

H.B.: Man muss die richtigen Partner haben, die Logistik muss stimmen, alles wird bis ins Kleinste ausgeplant.

C4F: Herr B., Klartext bitte! Reden Sie mal über Ihre Stopps von heute?

H.B.: Jungs, wie seid Ihr drauf? Ich dachte, ihr kennt euch im Radsport aus, aber ihr scheint keine Ahnung zu haben. Im WP werden Leistungen gezeigt, die biologisch nicht mehr erklärbar sind. Da verbringen Leute so große Zeiträume auf der Rolle, sowas geht gar nicht ohne entsprechende Hilfe. Aber auch die Draußenfahrer sind stark gehandicapt. Es ist kalt, dunkel, die Kraft fehlt einfach und man muss vor jeder Fahrt den inneren Schweinehund überwinden. Da ist ja nur legitim, sämtliche zur Verfügung stehenden Mittel auszuschöpfen. Jeder Fahrer tut hier, was er muss und kann. Unser  Team unterstützt uns zusätzlich noch mit der Ostholsteinischen Spezialmischung, benannt nach ihrem ersten Applikationsort. Die ist innerhalb von kürzester Zeit nicht mehr nachweisbar und der Schub ist gigantisch. Da ist CERA ein Scheißdreck dagegen…

C4F: Sie meinen das böse D-Wort ist auch im WP allgegenwärtig? Im Hobbybereich, wo es nicht mal was zu gewinnen gibt?

H.B.: Männers, seid ihr schwer von capé? Straight Edge ist vorbei. Und was heisst hier nichts zu gewinnen? Ruhm und Ehre! Einen legendären Eintrag in den WP-Listen, Huldigungen auf offener Strasse, sexuelle Gefälligkeiten oder zumindest das Überlassen der letzten Waffeln auf einer RTF, ist all das nichts?! Natürlich gibt es keine Kohle oder sowas, aber wer macht sich denn so einen Stress wegen dem schnöden Mammon? So und jetzt Schluß, ich will nach Hause, ich brauch ein Bier!

Dieser Beitrag wurde erstellt am Sonntag 4. Oktober 2009 um 23:39 und abgelegt unter Allgemein, Geheimwaffen. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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