a crank and a half

ein cycling4fans blog von Hansi.Bierdo

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Das Beste vom Schaaf

Sonntag 15. Januar 2012 von hansi.bierdo

Als ich gestern an ner kleinen Schaafherde vorbeigeradelt bin, hat mich eines der Tier ange-määhh-t. Vermutlich hat es mich als eines der Ihren identifiziert, war ich doch in feinstes Merino gehüllt. Merinowolle ist seit 2 Jahren meine Geheimwafffe gegen Kälte beim Winterradeln.

Ganz besonders lieb hab ich meine Ullmax-Sachen, denn da neigt sich das Preis-Leistungspendel eindeutig in Richtung Leistung. Ein must-have für den Winterradler sind die Unterwäsche und die Socken. Die Schnitte gehen in Richtung race-cut, haben aber radsport- und langlaufgünstige lange Arme und Rücken.

Das Polo ist optimal als unterste Schicht, trägt sich sehr angenehm, kratzt und stinkt nicht und vor allem friert man nicht, selbst wenn man nassgeschwitzt ist. Die Socken unter einem paar Windstoppersocken halten meine Mauken mit nur einem Paar Regenüberschuhe warm. Es geht halt doch nichts über Naturfaser!

P.S.: Meine Frau liebt auch als Nichtradlerin ihre Merinosocken: endlich warme Füße! Geschenktip! ;)

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Strich drunter - das war zweitausendölf

Donnerstag 15. Dezember 2011 von hansi.bierdo

Was war Zweitausendölf? Schon wieder ein Jahr voller Pleiten, Pech und Pannen? Zunächst sah es so aus, aber dann statt kurzen Lichtblicken in Form von Sternschnuppen oder Kometenschweifen ging die Sonne auf und zwar richtig hell. Doch bevor die Sonnenbrillen ausgepackt werden - immer schön der Reihe nach…

Das Jahr hatte ich mir eigentlich vorgenommen, noch einen letzten Versuch zu starten, die diversen körperlichen Probleme in den Griff zu kriegen, bevor ich meine Räder verkaufe, und es hätte kaum besser losgehen können:

Über den Jahreswechsel kam ich mit externem Input so nach und nach den Gründen meiner Wehwehchen in Hüfte und Knie auf die Spur: Übersäuerung, Fehlstellung des rechten Fußes, muskuläre Dysbalancen. Geniale Kombi, liest sich wie: lass es besser bleiben, aber einfach kann ja jeder und ich nahm den Kampf auf. Recht flott ging die (für mich drastische) Ernährungsumstellung, bestehend aus viel Gemüse, viel Salat, viel Wasser und basischen Tee sowie Basenpulver, wenig Fleisch und Wurst, (fast) keine energiedichten Kohlenhydrate (Nudeln, Reis, Brot, Süßigkeiten) und (viel) wenig(er) Kaffee. Dies verbesserte die akuten Muskel-, Sehnen- und Gelenkschmerzen ganz enorm. Ich konnte wieder fahren, regelmäßig hart trainieren konnte ich aber immer noch nicht.

Weil mein Rahmen als zu lang klassifiziert worden war, suchte und fand ich günstig einen Rahmen mit kurzem Oberrohr, dem ich noch einen Try geben wollte: Zoulou Ibuthu in 60cm. Der Rahmen fuhr sich schonmal viel besser als der 64er Quantec, allerdings gab das Knie immer noch keine Ruhe. Ein Kumpel empfahl mir einen Sportmediziner, der auch Sitzpositionsanalysen macht, u.a. für den württembergischen Radsportverband.

So folgte als nächstes eine Biometrie mit Video und allem drum und dran, und das Ergebnis war wirklich der Hammer. Es fühlte sich zwar drei Tage so an, als würde ich aufm Klo sitzen, so tief, aber tatsächlich hab ich noch nie so gut aufm Rad gesessen. Es war Druck da, nichts tat weh und plötzlich waren 6h fahren nur noch ein Problem der Beine und der Kalorien, nicht mehr des Knies, Hintern, Nackens und der Schultern. Mit Einlagen in den Schuhen und spezieller Krankengymnastik bekamen wir die Knieschmerzen komplett in den Griff und ich konnte trainieren wie ein Weltmeister. Apropos Weltmeister, soweit wollte ich ja nicht gehen, aber die DM der Paracycler sollte es dieses Jahr wieder sein. Und wie neugeboren hatte ich auch wieder Ambitionen… :)

Im Frühsommer lief mir dann der Cervelo Soloist Rahmen im Tourforum zu, den ich zu meinem Racebike aufbaute. So einen Rahmen wollte ich schon seit Jahren haben und ich freue mich sehr über diese genutzte Gelegenheit. Das Rad fährt sich super, ist total willig, man spürt den innewohnenden Vorwärtsdrang bei jedem Tritt. Zunächst haderte ich auch hier wieder mit der Sitzposition, der Rahmen ist eigentlich einen Tacken zu lang für mich und durch das seltsame Sattelrohr und die Stütze mit dem Riesensetback muss ich dieselbe auf 76° rumdrehen, um mit dem Knielot ausreichend weit nach vorne zu kommen. Dafür hat der 58er Frame dann auch rennmäßige 15cm Überhöhung! :)

Trotz des Superrädchens und der besten Form seit Jahren meldete ich nicht zur DM, fand mich mit nem 38er Schnitt auf 20km einfach nicht gut genug, was die Ergebnisse des EZF dann auch bestätigten. Das schien nach 2 Jahren Totalausfall doch noch nicht meine Welt zu sein. Selbst mit Wettkampfadrenalin hätte da noch einiges gefehlt, was ich aber ohne Enttäuschung feststellen konnte.

Befreit von allen Verpflichtungen lief ich anschließend zu meiner ganz persönlichen Höchstform auf. Der Spätsommer war meiner und nach all den Querelen der letzten beiden Jahre hatte ich mal wieder wochenlang richtig Freude auf dem Gerät, ohne Schmerzen, ohne Probleme, mit Zug auf der Kette und mit Spaß in den Backen. Diese Phase war so geil, das ich schon wieder dran denke, ob ich nächstes Jahr den Anschluß nicht doch wieder schaffen könnte…  ;)

Nicht vergessen sollte ich auch meine neuen Radfreunde aus Ludwigsburg und Umgebung, mit denen so mancher Kilometer gemeinsam abgespult wurde. Der/Die ein oder andere sind mir dabei sehr ans Herz gewachsen und ich möchte Sie in meiner Radwelt nicht mehr missen. You know, who you are!

Über 6.000km und viele viele Höhenmeter war die Jahresausbeute, das sind ungefähr doppelt so viel, wie in den letzten beiden Jahren zusammen. Zwei neue Rahmen, mehrere Ketten, Schläuche, Flicken und viele Riegel waren nötig, um soweit zu kommen. Tja, und nun? Wie geht’s weiter? Sieger werden ja bekanntlich im Winter gemacht, und während die ersten Winterpokalhelden schon zerschlissen sind, werd ich weiterhin gleichmäßig, wenig, aber hart trainieren, um nächste Saison an die neuen alten Leistungen anzuknüpfen.

Das Motörlegs Cycling Team rollt wieder. Still a lotta miles to ride…


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Gestern auf den Fildern

Donnerstag 25. August 2011 von hansi.bierdo

So ging es los: Urlaub, 30°, Sonne satt, mein Cervelö unter mir, das Leben ist schön.

hansi-sonne

Nach dem Climb von Denkendorf nach Ostfildern sah es nach Gewitter aus. Ganz Gallien? Nein, ein kleines unbeugsames Dorf leistet noch immer Widerstand.

ganz-gallien

Eine Chance, diese Lücke zu erwischen, hatte ich aber nicht wirklich. So verbrachte ich die nächste halbe Stunde in einem Buswartehäuschen.

regen-penny

Die darauffolgende Abfahrt vom Lederberg war mehr als grenzwertig. Da stand so viel Wasser auf der Straße, da brauchte es auch keine Carbonfelgen um “no brakes” zu haben. Bei 4km Abfahrt mit 6° Gefälle ist das dann aber gar nicht soo spaßig…

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rolling rolling rolling

Samstag 23. April 2011 von hansi.bierdo

Letzten Mittwoch hatte mich ein Sportmediziner im wahrsten Sinne des Wortes “in den Händen”.

Er überprüfte meinen Muskeltonus und versuchte so eventuelle daraus resultierende Fehlstellungen im Beckenbereich aufzudecken,  also Ausweichbewegungen des Skelettapparates oder so.

An meinem rechten Oberschenkel angekommen meinte er, da sei aber viel Spannung auf den vorderen Muskeln drauf und lies mich mal etwas ausprobieren: die Blackroll.

Zuerst war ich etwas skeptisch, in Anbetracht des Gerätes aber kurze Zeit nach einigem (schmerzhaften) hin- und herrollen begann sich die Muskulatur viel besser anzufühlen. Er meinte dazu, “das ist wie wenn der Physio voll reingreift” und nach drei Tagen Anwendung kann ich nur zustimmen. Jedes Rollen ist zwar erstmal “Autschn!” aber der Zug auf die Knie ist weggerollt, meine Knie knacken schon nicht mehr und gestern hab ich vor der Tour die dicken Beine vom Vortag weggerollt. *Daumen hoch*

Das Ding funzt wunderbar, ist saupraktisch und kostet soviel wie eine ordentliche Massage. Kauftipp!

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on the other site

Samstag 2. April 2011 von hansi.bierdo

Das war wieder mal eine Fahrt! Wie üblich zu spät dran, also ein EZF zum Treffpunkt ohne großes Warmfahren. Ich war mit 4min bis Buffalo sehr pünktlich, und hatte gleich mal für die ersten 19km einen 30er Schnitt in den Asphalt gebrannt.

Derartig gut vorbelastet ging es dann mit dem dThomas vom RRN auf eine lockere Neckarrunde. Wir fuhren so 1,5h bis zur Burg Lichtenberg und zurück. Dabei zeigte Thomas mir die schönen Radwege fernab vom Verkehr, die oft mitten über die Felder führten. Eine wirklich schöne Gegend. Leider bedeutet das alleine über 30km Anfahrt für mich, die aber mit der S-Bahn bis Marbach um gut 25km verkürzt werden könnten.

Auf dem Rückweg dann, nachdem wir uns wieder getrennt hatten,  passierte es! Ein Blick auf mein Mäuseklavier am Vorbau verriet mir das plötzliche Ableben. Die Pulsanzeige stand auf 0 (in Worten: Null). Sterben scheint einfacher zu sein, als ich dachte, passierte das doch mehr so nebenher. Ich überlegte, ob das Leben nach dem Tod immer noch Anstrengung auf dem Rad bedeutete, denn das war es, was ich im Gegenwind (diese Arschgeige hatte natürlich wieder mal gedreht, damit man auch ja auf dem Hin- und Rückweg was von ihm hat!) empfand. Noch mitten in meinen Überlegungen meldete der HAC Flatline. Exitus! Drei schwarze Striche verkündeten mir, das ich die andere Seite betreten hatte. Technikhörig wie ich bin, beschloss ich, diese Anzeige ernst zu nehmen und noch so viel von der alten Welt mitzunehmen wie es geht.

Knapp überholt worden? Is mir doch Latte, bin ja eh schon tot! Hier steht’s schwarz auf weiß (oder grau, der typische LCD-Hintergrund), kein Puls mehr messbar! Merkwürdig nur, dass der Gegenwind so deutlich zu spüren war, mein Beine sich so langsam müde anfühlten und ich offensichtlich für meine Umwelt noch deutlich wahrnehmbar war. Ich hatte mir mein Dasein als Geist definitiv anders vorgestellt!

Nach endlosen 18min geschah das Unerwartete: schlagartig sprang die Pulsanzeige auf 141. Ich war zurück im Leben! Doch wieder hatte ich den Übergang nicht gemerkt. Doch dann sah ich klar: Ich bin ein Reisender zwischen den Welten! So sieht’s aus! Und all das mit dem Rennrad. Ich bin sprachlos. Und vor der morgigen Fahrt wechsel ich die Batterie im Pulsgurt. Versprochen. ;-)

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Eine Dame läßt man nicht warten

Dienstag 15. März 2011 von hansi.bierdo

oder “Kann ich mich dranhängen?”

Sonntagmorgen. Viel zu spät aufgewacht, lange gebraucht um rauszufinden, wo oben und unten ist,  anschließend nicht richtig in die Gänge gekommen aber dafür schon gleich zum gepflegten Radeln verabredet. Statt beim Fertigmachen reinzuhauen hab ich weiter rumgetrödelt und war für die geplante lockere 25km lange Anfahrt ne gute Viertelstunde zu spät auf’m Bock. Mistkram, das war’s für lockeres GA, ein EZF ist angesagt, denn eine Dame läßt man ja bekanntlich nicht warten…

Kurz nach der aus Zeitmangel gestrichenen Warmfahrphase, also Puls gerade noch so erträglich, taucht ein Silberstreif am Horizont auf: südländisches Äußeres, gehüllt in feinstes Pirate Tuch auf einem Colnago Dragon. Ich kenn ihn vom sehen und weiß, das er schnell fährt.

“Servus, kann ich mich dranhängen?” - ich frage immer, damit die Jungs es wenigstens mitkriegen, und keinen Unsinn machen.

“Klar, wo willschd du hin?”

“Marbach”

“Ey, fahr isch auch die Richtung, alles klar!”

Dann hörte der südländische Redeschwall auf 25km im Wesentlichen nicht mehr auf: Guiseppe, Sizilianer, Bergfahrer, fährt nur Colnago, hat in Sizilien ein Team, fährt nur in Pirate, weil er die Vertriebsleiterin kennt, gerade unterwegs in bestimmtes Café in HabdenOrtsnamennichtverstanden und kann bei Bedarf auch ganz schön Watt aus dem Schuh rauslassen. Er hat mir auf mehreren Kilometern die perfekten Renntaktiken genauestens erläutert. Sollte ich mal in die Verlegenheit kommen, auf einer Bergetappe einen Gegner mürbe fahren zu müssen, weiß ich jetzt genau wie es geht!

Den Löwenteil des Weges aber hechelte ich meinem Edelhelfer Guiseppe mit 35+ hinterher.  Hat mächtig viel Spaß gemacht und vor allem war ich nahezu pünktlich. Der gute Mann hat seinen Job gemacht und 9 Minuten herausgefahren! Vielen Dank dafür! *thumbs up*

Danach trennten sich unsere Wege und ich konnte den Puls auf gepflegten 65km in weiblicher Begleitung runterfahren. Das war auch nett.

Ach ja, auch das Knie hält! ;)

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Wo waren sie heute?

Sonntag 6. März 2011 von hansi.bierdo

Ja, wo waren heute die Saisonschwuchteln, die gestern bei 11° schon mit kurzen Hosen rumgefahren sind?

Liegen die noch auf der Couch, ihre Erkältung auskurieren, oder sind die immer noch am auftauen ihrer rotgefleckten Beinchen?

Heute war ich 4h fahren. Bei etwas über einem Grad bin ich los, später kam noch die Sonne raus und das Thermometer schwang sich zu atemberaubenden 5° in der Sonne hoch. Getroffen habe ich unterwegs aber nur 2 Vereinsfahrer beim GA-Training. Alles geschwätzt, oder?

Immerhin konnte ich durch WP-gerechte GA-Geschwindigkeit nach Ralf Grabschs neuer alter Trainingsmethodik kräftig punkten und mit dem in der C4F-internen Wertung vor mir liegenden Harzer gleichziehen (falls der nicht noch was einträgt…).

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Ernsthafter Radsport

Sonntag 16. Januar 2011 von hansi.bierdo

Wieso kauft so ein Mensch sich ein Fahrrad? Es ist wohl dasselbe wie früher mit den Pferden und den Gewehren: um hinterher Heldengeschichten, Lügengeschichten zu erzählen.

Benjamin Heinrichs in: Alle Macht den rädern

In diesem Sinne wurde heute mit einem echten Radsportevent die zweitausendölfer Saison eingeläutet. Nix Grundlagenschleichen, nix Rollenlangweilen, gleich bei der ersten “Draußeneinheit” wurde eine ehrliche Standortbestimmung mit renntypischen Situationen auf der Straße abgefackelt, 150min ernsthafter Radsport in den Stuttgarter Asphalt gebrannt. Der Player war durchgeladen mit den AlltimeMetalfaves dieses Lebens und es gab großartigen Sport zu bestaunen:

Herzhafte Attacken aus dem Nichts, kräftezehrendes Gebolze am Anstieg, sinnlose Sprints, sogar dort wo noch nicht einmal Ortsschilder standen, immer wieder unterbrochen von unmotivierten Zeitfahreinlagen. Einfach herrlich! :)

Die Simulationen deckten geringfügige Schwachstellen des Athleten auf (Hintern, Nacken), dafür konnten die eigentlichen Fitnessparameter sowie die Fahrleistungen für die Jahreszeit überzeugen.

Fazit: Ich bin mit meinem Einstieg in 2000ölf zufrieden. Radfahren verlernt man tatsächlich nicht. Hätte ich jetzt gestern meine Schaltung ein- statt verstellt, nachdem ich ein schmaleres Tretlager eingebaut habe, hätte es sicher nochmal etwas mehr Spaß gemacht. Da muss ich nochmal ran, denn unterwegs hab ich es nur verschlimmbessert…

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slippery when wet

Sonntag 17. Oktober 2010 von hansi.bierdo

Nein, nicht was ihr Ferkel vielleicht denkt, und nochmal nein, ich hab auch kein Bon Jovi gehört, sondern bin trotz zartem Nieselregen aufgebrochen in ferne Welten, um einem befreundeten Non-Techi die Deflektorgitterfrequenz seines WLANs so zu rekalibirieren, das die Störungen des skandalöserweise in der Nachbarschaft errichteten Phasenkonjugierten Gravitonstrahls so umgangen werden, das der Riss im Raum/Zeit-Gefüge  der Internetanbindung ins Dachgeschoss wieder in Ordnung kommt und der Junior wieder zocken kann! ;-)

Gesagt, getan, trocken losgefahren und natürlich fing der Regen prompt an, als ich schon so weit war, das Umdrehen doof wäre. Also weiter, und das Ganze spontan zur Philippe Gilbert Huldigungsfahrt erklärt. Ich haute demnach schon auf dem Hinweg voll rein, nahm die einzige Hürde in Form von 100hm (oder so) mit Karacho und kam am internettechnischen ground zero an, wo man mich wegen des Wetters etwas erstaunt empfing. Wir ham dann erstmal Käffchen geschlürft, gefachsimpelt und dann rekonfiguriert. Als alles erste Sahne war, machte ich mich wieder auf den Weg und weil es ja immer noch nicht richtig regnete, beschloss ich noch eine Runde dranzuhängen.

So mußte ich einen Weg fahren, bei dem es insgesamt 5mal über jeweils ein Doppelpack S-Bahnschienen geht. Und schon sind wir beim Titel angelangt, die ersten beiden klappten wunderbar, schön nach hinten gekuckt, ob frei is, kleine Kurve und möglichst senkrecht drüber. Bei der dritten hätt es mich dann fast gepackt. Scheiße, ich bin da drüber wie bei den ersten beiden, die ja gut geklappt hatten, nur schneller, und mit mehr Schräglage, und knapper eingelenkt, also genaugenommen … ganz anders. Das ist ein seltsames Gefühl, wenn das Vorderrad auf einmal so auf der Schiene entlangrutscht und schon versucht einzufädeln. Aber irgendwie ging es gut  (es waren auch Zuschauer da, da kann man sich nicht einfach hinpacken) und bin die nächsten beiden dann wieder frei nach Jogi angefahren (”Hökschde Disziplin, Männer”).

Auf den darauffolgenden 30km gab es außer dem jetzt richtig einsetzenden Regen nichts Dramatisches mehr bis ich beim Ausfahren um die Ecke an der Bushaltestelle vorbeifahre, wo gerade vorher ein Bus gehalten hatte. Im Häuschen liegt ein Mann quer über den Sitzen und sieht gar nicht gut aus. Ich drehe, fahre zurück und spreche ihn an. Er reagiert eine ganze Zeit lang nicht, sieht unterkühlt aus, mit seinen blauen Lippen und kommt dann irgendwann zu sich. Mittlerweile hat ein Autofahrer gehalten und den Notarzt gerufen. Der Mann drückt mir die Hand und bedankt sich bei mir. Trotz einer starken Fahne scheint er doch zu ahnen, was ihm hier hätte passieren können. Die Rettungssanis kümmern sich um ihn und schicken uns dann weiter.

Es ist wirklich erschreckend, kurz bevor ich kam, sind Leute dort ausgestiegen und einfach nach Hause gegangen, und auch die Leute im Bus haben den Mann offenbar keines Blickes gewürdigt. Es sind gerade mal 7° da draußen, Tendenz fallend, ich weiß nicht ob das zum Erfrieren reicht, aber gesund ist das auf keinen Fall. Schaut eigentlich keiner mehr über seine eigene Nasenspitze hinaus? *nachdenklich*

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cold am col

Montag 11. Oktober 2010 von hansi.bierdo

Sonntagmorgen im Spätzlesland, strahlend blauer Himmel, der Start zu einer besonderen Expedition:

Nachdem ich ja die letzten Wochen ja wieder mal schmerzfrei trainieren konnte, wollte ich zum Saisonende meine Form testen, den gecancelten Besuch der 09er TdF-Etappe nachholen und meinem Rad zum dritten Geburtstag mal etwas anderes bieten, als die üblichen schwäbischen Geländeblasen. Also wurde das Dreijährige und viel Zubehör ins Auto geladen, Martin samt Rad und ebenfalls viel Zubehör nachgeladen, und in die Vogesen aufgebrochen, wo uns laut Vorhersage Sonnenschein bei “11-14°Grad, gefühlt wie 12-13° Grad” erwarten sollte. Hurra.

Dank den Superbaustellen auf der A5 kamen wir gut eine Stunde später als geplant in Munster an. Im Ort erwartete uns ein bedeckter Himmel bei ungefähr “11-14°Grad, gefühlt wie 12-13°”. “Naja, die Sonne wird bestimmt noch durchkommen.”

Wir zogen uns im Industriegebiet am Auto um: 3/4 Hose, langes Unterhemd, kurzes Trikot, Armlinge drüber, “Brauchen wir Windstopper drunter? Nä, so schlimm wird es wohl nicht werden, ich nehm nur die Jacke zum Abfahren mit.”

Und so ging es hinauf auf den Col de la Schlucht, der Einstieg zu unserer Vogesenrunde. Jaja, es gibt dollere Berge dort, aber ICH sollte ja auch hochkommen, und die knapp 20km mit durchschnittlichen 4,4% machten mir schon Sorgen genug, bin ich doch in diesem Leben noch keinen so langen Anstieg gefahren, wo auch!? Außerdem soll diese Anfahrt laut quaeldich.de landschaftlich reizvoll sein und war eigentlich schon für 2009 geplant, als Heinrich Haussler seine glorreiche 197km Flucht im strömenden Regen mit einem Etappensieg krönte. Wegen des gemeldeten Unwetters waren wir damals nicht dort.

Der Einstieg fiel mir ohne richtiges Warmfahren echt schwer. Ich tue mich leichter, wenn ich schon einmal ordentlich belastet und davon wieder erholt habe. Die lieben Franzosen hatten zum Glück im Kilometerabstand Schilder aufgestellt, die einem immer genau mitteilen, was alles noch kommen würde. Nach ungefähr 3km, hatte ich dann schon keine Gänge mehr übrig, die Skepsis wich der Gewißheit, dass das hart werden würde.

Zum Glück ging es danach weniger steil weiter, und ich kam in einen funktionierenden Rythmus. Es lief dann echt prächtig, bis ans (noch) 2km Schild. Ab dort mußte ich anfangen zu kämpfen. Der Hintern tat weh, die Beine fühlten sich wie in Laktat eingewickelt an und wollten so langsam oben ankommen. Vor allem wurde es kalt, neblig und feucht. Die letzten paar Höhenmeter erklommen wir bei einer Sichtweite von unter 100m und oben auf dem Pass waren es dolle 6° mit ungefähr 50m Sicht. Wir beschlossen keine weiteren 40km Kilometer auf dieser Höhe weiterzufahren, hatten wir doch auch keine Beleuchtung dabei, und fuhren nach den obligatorischen “Passbildern” und Jacke anziehen schnurstracks wieder hinunter.

In der Abfahrt wurden wir dann auch noch von einem Reisebus samt anhängender Autoschlange ausgebremst, die bei dem starken Gegenverkehr nicht überholt werden konnte. Allerdings war es im Windschatten eines PKW auch nicht ganz so kalt, was meine kurz behandschuhten Finger freute. Unten angekommen, luden wir ein, zündeten gleich die Sitzheizung, fanden kurz drauf ein Café und wärmten uns von innen.

Nach weiteren Baustellen-/Unfall-/Autobrand-Staueinlagen kamen wir irgendwann wieder nachhause und ließen den Tag bei SchniPoSa und Weizenbier ausklingen. Fazit: es war zwar eine ganz schön weite Anfahrt, für die paar Kilometer in den Vogesen, aber es hat sich trotzdem irgendwie gelohnt. Immerhin bin ich meinen ersten kleinen Pass sauber hochgefahren! ;-)

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