a crank and a half

ein cycling4fans blog von Hansi.Bierdo

Archiv für die 'Heutige Radtour' Kategorie

Gestern auf den Fildern

Donnerstag 25. August 2011 von hansi.bierdo

So ging es los: Urlaub, 30°, Sonne satt, mein Cervelö unter mir, das Leben ist schön.

hansi-sonne

Nach dem Climb von Denkendorf nach Ostfildern sah es nach Gewitter aus. Ganz Gallien? Nein, ein kleines unbeugsames Dorf leistet noch immer Widerstand.

ganz-gallien

Eine Chance, diese Lücke zu erwischen, hatte ich aber nicht wirklich. So verbrachte ich die nächste halbe Stunde in einem Buswartehäuschen.

regen-penny

Die darauffolgende Abfahrt vom Lederberg war mehr als grenzwertig. Da stand so viel Wasser auf der Straße, da brauchte es auch keine Carbonfelgen um “no brakes” zu haben. Bei 4km Abfahrt mit 6° Gefälle ist das dann aber gar nicht soo spaßig…

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on the other site

Samstag 2. April 2011 von hansi.bierdo

Das war wieder mal eine Fahrt! Wie üblich zu spät dran, also ein EZF zum Treffpunkt ohne großes Warmfahren. Ich war mit 4min bis Buffalo sehr pünktlich, und hatte gleich mal für die ersten 19km einen 30er Schnitt in den Asphalt gebrannt.

Derartig gut vorbelastet ging es dann mit dem dThomas vom RRN auf eine lockere Neckarrunde. Wir fuhren so 1,5h bis zur Burg Lichtenberg und zurück. Dabei zeigte Thomas mir die schönen Radwege fernab vom Verkehr, die oft mitten über die Felder führten. Eine wirklich schöne Gegend. Leider bedeutet das alleine über 30km Anfahrt für mich, die aber mit der S-Bahn bis Marbach um gut 25km verkürzt werden könnten.

Auf dem Rückweg dann, nachdem wir uns wieder getrennt hatten,  passierte es! Ein Blick auf mein Mäuseklavier am Vorbau verriet mir das plötzliche Ableben. Die Pulsanzeige stand auf 0 (in Worten: Null). Sterben scheint einfacher zu sein, als ich dachte, passierte das doch mehr so nebenher. Ich überlegte, ob das Leben nach dem Tod immer noch Anstrengung auf dem Rad bedeutete, denn das war es, was ich im Gegenwind (diese Arschgeige hatte natürlich wieder mal gedreht, damit man auch ja auf dem Hin- und Rückweg was von ihm hat!) empfand. Noch mitten in meinen Überlegungen meldete der HAC Flatline. Exitus! Drei schwarze Striche verkündeten mir, das ich die andere Seite betreten hatte. Technikhörig wie ich bin, beschloss ich, diese Anzeige ernst zu nehmen und noch so viel von der alten Welt mitzunehmen wie es geht.

Knapp überholt worden? Is mir doch Latte, bin ja eh schon tot! Hier steht’s schwarz auf weiß (oder grau, der typische LCD-Hintergrund), kein Puls mehr messbar! Merkwürdig nur, dass der Gegenwind so deutlich zu spüren war, mein Beine sich so langsam müde anfühlten und ich offensichtlich für meine Umwelt noch deutlich wahrnehmbar war. Ich hatte mir mein Dasein als Geist definitiv anders vorgestellt!

Nach endlosen 18min geschah das Unerwartete: schlagartig sprang die Pulsanzeige auf 141. Ich war zurück im Leben! Doch wieder hatte ich den Übergang nicht gemerkt. Doch dann sah ich klar: Ich bin ein Reisender zwischen den Welten! So sieht’s aus! Und all das mit dem Rennrad. Ich bin sprachlos. Und vor der morgigen Fahrt wechsel ich die Batterie im Pulsgurt. Versprochen. ;-)

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Eine Dame läßt man nicht warten

Dienstag 15. März 2011 von hansi.bierdo

oder “Kann ich mich dranhängen?”

Sonntagmorgen. Viel zu spät aufgewacht, lange gebraucht um rauszufinden, wo oben und unten ist,  anschließend nicht richtig in die Gänge gekommen aber dafür schon gleich zum gepflegten Radeln verabredet. Statt beim Fertigmachen reinzuhauen hab ich weiter rumgetrödelt und war für die geplante lockere 25km lange Anfahrt ne gute Viertelstunde zu spät auf’m Bock. Mistkram, das war’s für lockeres GA, ein EZF ist angesagt, denn eine Dame läßt man ja bekanntlich nicht warten…

Kurz nach der aus Zeitmangel gestrichenen Warmfahrphase, also Puls gerade noch so erträglich, taucht ein Silberstreif am Horizont auf: südländisches Äußeres, gehüllt in feinstes Pirate Tuch auf einem Colnago Dragon. Ich kenn ihn vom sehen und weiß, das er schnell fährt.

“Servus, kann ich mich dranhängen?” - ich frage immer, damit die Jungs es wenigstens mitkriegen, und keinen Unsinn machen.

“Klar, wo willschd du hin?”

“Marbach”

“Ey, fahr isch auch die Richtung, alles klar!”

Dann hörte der südländische Redeschwall auf 25km im Wesentlichen nicht mehr auf: Guiseppe, Sizilianer, Bergfahrer, fährt nur Colnago, hat in Sizilien ein Team, fährt nur in Pirate, weil er die Vertriebsleiterin kennt, gerade unterwegs in bestimmtes Café in HabdenOrtsnamennichtverstanden und kann bei Bedarf auch ganz schön Watt aus dem Schuh rauslassen. Er hat mir auf mehreren Kilometern die perfekten Renntaktiken genauestens erläutert. Sollte ich mal in die Verlegenheit kommen, auf einer Bergetappe einen Gegner mürbe fahren zu müssen, weiß ich jetzt genau wie es geht!

Den Löwenteil des Weges aber hechelte ich meinem Edelhelfer Guiseppe mit 35+ hinterher.  Hat mächtig viel Spaß gemacht und vor allem war ich nahezu pünktlich. Der gute Mann hat seinen Job gemacht und 9 Minuten herausgefahren! Vielen Dank dafür! *thumbs up*

Danach trennten sich unsere Wege und ich konnte den Puls auf gepflegten 65km in weiblicher Begleitung runterfahren. Das war auch nett.

Ach ja, auch das Knie hält! ;)

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Ernsthafter Radsport

Sonntag 16. Januar 2011 von hansi.bierdo

Wieso kauft so ein Mensch sich ein Fahrrad? Es ist wohl dasselbe wie früher mit den Pferden und den Gewehren: um hinterher Heldengeschichten, Lügengeschichten zu erzählen.

Benjamin Heinrichs in: Alle Macht den rädern

In diesem Sinne wurde heute mit einem echten Radsportevent die zweitausendölfer Saison eingeläutet. Nix Grundlagenschleichen, nix Rollenlangweilen, gleich bei der ersten “Draußeneinheit” wurde eine ehrliche Standortbestimmung mit renntypischen Situationen auf der Straße abgefackelt, 150min ernsthafter Radsport in den Stuttgarter Asphalt gebrannt. Der Player war durchgeladen mit den AlltimeMetalfaves dieses Lebens und es gab großartigen Sport zu bestaunen:

Herzhafte Attacken aus dem Nichts, kräftezehrendes Gebolze am Anstieg, sinnlose Sprints, sogar dort wo noch nicht einmal Ortsschilder standen, immer wieder unterbrochen von unmotivierten Zeitfahreinlagen. Einfach herrlich! :)

Die Simulationen deckten geringfügige Schwachstellen des Athleten auf (Hintern, Nacken), dafür konnten die eigentlichen Fitnessparameter sowie die Fahrleistungen für die Jahreszeit überzeugen.

Fazit: Ich bin mit meinem Einstieg in 2000ölf zufrieden. Radfahren verlernt man tatsächlich nicht. Hätte ich jetzt gestern meine Schaltung ein- statt verstellt, nachdem ich ein schmaleres Tretlager eingebaut habe, hätte es sicher nochmal etwas mehr Spaß gemacht. Da muss ich nochmal ran, denn unterwegs hab ich es nur verschlimmbessert…

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slippery when wet

Sonntag 17. Oktober 2010 von hansi.bierdo

Nein, nicht was ihr Ferkel vielleicht denkt, und nochmal nein, ich hab auch kein Bon Jovi gehört, sondern bin trotz zartem Nieselregen aufgebrochen in ferne Welten, um einem befreundeten Non-Techi die Deflektorgitterfrequenz seines WLANs so zu rekalibirieren, das die Störungen des skandalöserweise in der Nachbarschaft errichteten Phasenkonjugierten Gravitonstrahls so umgangen werden, das der Riss im Raum/Zeit-Gefüge  der Internetanbindung ins Dachgeschoss wieder in Ordnung kommt und der Junior wieder zocken kann! ;-)

Gesagt, getan, trocken losgefahren und natürlich fing der Regen prompt an, als ich schon so weit war, das Umdrehen doof wäre. Also weiter, und das Ganze spontan zur Philippe Gilbert Huldigungsfahrt erklärt. Ich haute demnach schon auf dem Hinweg voll rein, nahm die einzige Hürde in Form von 100hm (oder so) mit Karacho und kam am internettechnischen ground zero an, wo man mich wegen des Wetters etwas erstaunt empfing. Wir ham dann erstmal Käffchen geschlürft, gefachsimpelt und dann rekonfiguriert. Als alles erste Sahne war, machte ich mich wieder auf den Weg und weil es ja immer noch nicht richtig regnete, beschloss ich noch eine Runde dranzuhängen.

So mußte ich einen Weg fahren, bei dem es insgesamt 5mal über jeweils ein Doppelpack S-Bahnschienen geht. Und schon sind wir beim Titel angelangt, die ersten beiden klappten wunderbar, schön nach hinten gekuckt, ob frei is, kleine Kurve und möglichst senkrecht drüber. Bei der dritten hätt es mich dann fast gepackt. Scheiße, ich bin da drüber wie bei den ersten beiden, die ja gut geklappt hatten, nur schneller, und mit mehr Schräglage, und knapper eingelenkt, also genaugenommen … ganz anders. Das ist ein seltsames Gefühl, wenn das Vorderrad auf einmal so auf der Schiene entlangrutscht und schon versucht einzufädeln. Aber irgendwie ging es gut  (es waren auch Zuschauer da, da kann man sich nicht einfach hinpacken) und bin die nächsten beiden dann wieder frei nach Jogi angefahren (”Hökschde Disziplin, Männer”).

Auf den darauffolgenden 30km gab es außer dem jetzt richtig einsetzenden Regen nichts Dramatisches mehr bis ich beim Ausfahren um die Ecke an der Bushaltestelle vorbeifahre, wo gerade vorher ein Bus gehalten hatte. Im Häuschen liegt ein Mann quer über den Sitzen und sieht gar nicht gut aus. Ich drehe, fahre zurück und spreche ihn an. Er reagiert eine ganze Zeit lang nicht, sieht unterkühlt aus, mit seinen blauen Lippen und kommt dann irgendwann zu sich. Mittlerweile hat ein Autofahrer gehalten und den Notarzt gerufen. Der Mann drückt mir die Hand und bedankt sich bei mir. Trotz einer starken Fahne scheint er doch zu ahnen, was ihm hier hätte passieren können. Die Rettungssanis kümmern sich um ihn und schicken uns dann weiter.

Es ist wirklich erschreckend, kurz bevor ich kam, sind Leute dort ausgestiegen und einfach nach Hause gegangen, und auch die Leute im Bus haben den Mann offenbar keines Blickes gewürdigt. Es sind gerade mal 7° da draußen, Tendenz fallend, ich weiß nicht ob das zum Erfrieren reicht, aber gesund ist das auf keinen Fall. Schaut eigentlich keiner mehr über seine eigene Nasenspitze hinaus? *nachdenklich*

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cold am col

Montag 11. Oktober 2010 von hansi.bierdo

Sonntagmorgen im Spätzlesland, strahlend blauer Himmel, der Start zu einer besonderen Expedition:

Nachdem ich ja die letzten Wochen ja wieder mal schmerzfrei trainieren konnte, wollte ich zum Saisonende meine Form testen, den gecancelten Besuch der 09er TdF-Etappe nachholen und meinem Rad zum dritten Geburtstag mal etwas anderes bieten, als die üblichen schwäbischen Geländeblasen. Also wurde das Dreijährige und viel Zubehör ins Auto geladen, Martin samt Rad und ebenfalls viel Zubehör nachgeladen, und in die Vogesen aufgebrochen, wo uns laut Vorhersage Sonnenschein bei “11-14°Grad, gefühlt wie 12-13° Grad” erwarten sollte. Hurra.

Dank den Superbaustellen auf der A5 kamen wir gut eine Stunde später als geplant in Munster an. Im Ort erwartete uns ein bedeckter Himmel bei ungefähr “11-14°Grad, gefühlt wie 12-13°”. “Naja, die Sonne wird bestimmt noch durchkommen.”

Wir zogen uns im Industriegebiet am Auto um: 3/4 Hose, langes Unterhemd, kurzes Trikot, Armlinge drüber, “Brauchen wir Windstopper drunter? Nä, so schlimm wird es wohl nicht werden, ich nehm nur die Jacke zum Abfahren mit.”

Und so ging es hinauf auf den Col de la Schlucht, der Einstieg zu unserer Vogesenrunde. Jaja, es gibt dollere Berge dort, aber ICH sollte ja auch hochkommen, und die knapp 20km mit durchschnittlichen 4,4% machten mir schon Sorgen genug, bin ich doch in diesem Leben noch keinen so langen Anstieg gefahren, wo auch!? Außerdem soll diese Anfahrt laut quaeldich.de landschaftlich reizvoll sein und war eigentlich schon für 2009 geplant, als Heinrich Haussler seine glorreiche 197km Flucht im strömenden Regen mit einem Etappensieg krönte. Wegen des gemeldeten Unwetters waren wir damals nicht dort.

Der Einstieg fiel mir ohne richtiges Warmfahren echt schwer. Ich tue mich leichter, wenn ich schon einmal ordentlich belastet und davon wieder erholt habe. Die lieben Franzosen hatten zum Glück im Kilometerabstand Schilder aufgestellt, die einem immer genau mitteilen, was alles noch kommen würde. Nach ungefähr 3km, hatte ich dann schon keine Gänge mehr übrig, die Skepsis wich der Gewißheit, dass das hart werden würde.

Zum Glück ging es danach weniger steil weiter, und ich kam in einen funktionierenden Rythmus. Es lief dann echt prächtig, bis ans (noch) 2km Schild. Ab dort mußte ich anfangen zu kämpfen. Der Hintern tat weh, die Beine fühlten sich wie in Laktat eingewickelt an und wollten so langsam oben ankommen. Vor allem wurde es kalt, neblig und feucht. Die letzten paar Höhenmeter erklommen wir bei einer Sichtweite von unter 100m und oben auf dem Pass waren es dolle 6° mit ungefähr 50m Sicht. Wir beschlossen keine weiteren 40km Kilometer auf dieser Höhe weiterzufahren, hatten wir doch auch keine Beleuchtung dabei, und fuhren nach den obligatorischen “Passbildern” und Jacke anziehen schnurstracks wieder hinunter.

In der Abfahrt wurden wir dann auch noch von einem Reisebus samt anhängender Autoschlange ausgebremst, die bei dem starken Gegenverkehr nicht überholt werden konnte. Allerdings war es im Windschatten eines PKW auch nicht ganz so kalt, was meine kurz behandschuhten Finger freute. Unten angekommen, luden wir ein, zündeten gleich die Sitzheizung, fanden kurz drauf ein Café und wärmten uns von innen.

Nach weiteren Baustellen-/Unfall-/Autobrand-Staueinlagen kamen wir irgendwann wieder nachhause und ließen den Tag bei SchniPoSa und Weizenbier ausklingen. Fazit: es war zwar eine ganz schön weite Anfahrt, für die paar Kilometer in den Vogesen, aber es hat sich trotzdem irgendwie gelohnt. Immerhin bin ich meinen ersten kleinen Pass sauber hochgefahren! ;-)

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Szenen einer Sonntagsrunde

Montag 20. September 2010 von hansi.bierdo

Es gibt so Tage, da kann man sich einfach nicht richtig auf das konzentrieren, was man gerade am machen ist. So auch bei meiner heutigen Runde geschehen. Obwohl ich natürlich wieder ernsthaft am trainieren war ;-) , schossen mir ständig Gedanken durch den Kopf, auf die ich keine Antworten gefunden habe und die mich jetzt noch beschäftigen. Solche soll man ja aufschreiben, damit sie aus dem Kopf draußen sind, was ich hiermit tue.

Los ging’s, als mir eine Horde Mountainbiker entgegenkam. Warum zum Geier haben die immer Rücksäcke dabei, als wollten sie nen Alpencross machen? Was ist da drin? Bei 15°, Sonne und keinem Wölkchen am Himmel reichen mir ungefähr 1,5-2 Trikottaschen, und dann hab ich schon einiges zu Essen und nen Fotoapparat dabei! Ist das anders, wenn man MTB fährt?!

Kurz drauf stellte ich leider fest, dass der Wind gedreht hatte, was Gegen- statt Rückenwind bedeutete. Heute wollte ich eigentlich ja superclever fahren und exakt diese Drehung mit ausnutzen, also auf dem Hin- und Rückweg Rückenwind haben. Warum aber irrt sich die Wettervorhersage immer nur gegen einen? Hab ich jemals erlebt, dass das Wetter viel besser war als angekündigt? Ich dachte ja, wenn der Kachelmann wieder aus dem Knast raus wird’s nochmal besser…

Dann hat mich ein netter Renner aufgefahren, mit dem ich flott ins Gespräch kam. Aber wie so oft, trennten sich unsere Wege recht schnell. Warum sind es immer die Netten, die kurz drauf ganz anders weiterfahren müssen?!?

Kinder und Skater auf Rad/Fußgängerwegen, auch immer so ein Gefahrenpunkt. Scheinbar hört heutzutage jeder Hund besser als all die Felixe, Jakobs, Hannah-Lisas und Maries zusammen und jeder Hundehalter benimmt sich besser als die Eltern der Racker. Und wenn man dann die gestresste Mama mal zum rechts fahren auffordert, muss man sich noch anhören, das man nicht so rasen soll. Wie bitte? Rasen? Noch langsamer und ich wär umgefallen. Hat dieses Prachtexemplar von Muttertier doch mit nur einem Damenrad eine Strasse dicht gemacht, auf der 3 Radfahrer locker nebeneinanderher fahren könnten (wenn sie können). Das schaffen normal nur Inlineskater…

Zwei Stadt- bzw. Dorffeste musste ich auf der geplanten Route umfahren. Ich find das ja total ätzend, so im Gänsemarsch von der Menge getrieben zu werden. Dann entdeckte ich die Formel, um die Dichte eines Volksfestes zu messen, Angabe in Körper pro m², und ich glaube, heute das war eine gute 2-3. Richtig klassisches Geschiebe. *thumbs up*

Großartiger Sport wurde natürlich auch noch geboten: das Duell am Berg. Kurz vor mir bog er zu der 2km langen Steigung ein, die ich als Mittelanstieg ausgewählt hatte. Der sicher 50jährige Fahrer hatte etwa 100m Vorsprung und mühte sich sichtlich auf seinem Stahlrahmen mit Heldenkurbel im Wiegetritt ab. Ich kam langsam näher. Schön im Sitzen an der Schwelle fahren, bloß nicht überpacen, es ist noch ein Stück… Als ich knapp zwei (selbstgezählte) Sekunden hinter ihm war, nahm ich schonmal einen Stöpsel aus dem Ohr, um die Situation besser einschätzen zu können. Quietsch!…Quietsch!…Quietsch! Jede Kurbelumdrehung des Stählernen wurde von einem unglaublich lauten Quietschen untermalt. Nice! Ich zog den Stöpsel sofort wieder an, ein Gespräch hätte da eh wenig Sinn, und lauerte mit 155er Puls weiter hinter ihm. In der Serpentine machte er wegen der besseren Übersetzung wieder etwas Boden gut, doch im nächsten Anstieg verlor er diesen sofort wieder. Ich legte ihn mir so zurecht, dass ich kurz vorm dem Zenit des Anstieg, wo es brutalstmöglich mit 6-8% geradeaus die Wand hochgeht, also ein paar Meter vorm Ortsschild, erst neben ihm und dann vorbei war. Ökonomischer kann man gar nicht fahren, wichtig war nur der Etappensieg, die Zielzeit spielte keine Rolle.

Apropos ökonomisch. Wie fährt man eigentlich einen ökonomischen Wiegetritt? Ich kann das i-wie nicht für länger. Entweder stampfe ich da einen dicken Gang und platze bald oder ich fahre viel zu locker und platze dann runterschaltend irgendwie auch bald. Wie machen das Evans, Nibali und Co., die manchmal minutenlang im Wiegetritt fahren?

Schlußendlich hat der Helm mir heut das Leben gerettet. Ich hab eine dreieinhalbstündige Rennradfahrt ohne einen Kratzer überlebt. Sicher wäre ich ohne Helm tot gewesen und könnte das hier nicht mehr schreiben… ;-)

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Liegt Stuttgart am Meer?

Sonntag 27. Juni 2010 von hansi.bierdo

Ich frag mich das seit einiger Zeit immer öfter? Wir haben hier seit 2 oder 3 Saisons standardmäßig einen Wind durchs Neckartal, wie am Meer. Echt! Unter 20km/h geht hier scheinbar nichts mehr, und immer aus der falschen Richtung, das nervt! Man ist die ganze Fahrt nur am kämpfen, gegen einen Gegner, der einem ganz langsam, eins nach dem anderen, die Körner aus den Socken zieht und sich trotzdem nüscht auf dem Tacho tut.

Fast 3h war ich heute als Lenkdrache unterwegs, Spaß gemacht hat eigentlich nur die Sonne und der Esel in der Wilhelma auf dem Heimweg, der erst neugierig herankam und sich fotografieren liess und als ich doch nichts für ihn zu essen hatte, abdrehte und schrieh wie am Spiess… Iii-Aaaahh

esel-klein

Ach ja, unterwegs hab ich vermutlich das Laminiereisen entdeckt, das man in Köln auf der Baustelle verentwendet hat. Es wurde möglicherweise über Rhein und Neckar an einen größeren Altmetallhändler in einem kleinen Nachbarort von S verkauft. laminiereisen-klein

Vielleicht verschwinden auch dort die geklauten Räder, die nie wieder auftauchen?

bikes-klein

Ich frage mich im Nachhinein, ob nicht vielleicht sogar der legendäre Nibelungenschatz unter einem dieser Haufen begraben liegen könnte, (f)a(l)ls ihn 1945 die Nazis per Binnenschiffahrt aus dem Land schaffen wollten…

schrotthaufen-klein

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Doppelt vermasselt

Samstag 5. Juni 2010 von hansi.bierdo

Ein lockeres Einrollen für die morgige Laktatschlacht mit “Ich hab gar nichts mehr drauf”-Jochen (ja,ja, schon klar, ich berichte sobald ich wieder tippen kann) sollte es werden, dann fiel mir ein, das ja Kriterium in Wangen ist. Und hopps, Richtung gedreht und zur Kelter gekurbelt.

Als ich ankam lief gerade das Seniorenrennen. Die Jungs besorgten es sich noch echt ganz gut. Leider hatte ich keinen Foto dabei, war das doch eher eine spontane Aktion. Erstes Mal vermasselt!

Als ich dann auch ein Programm in die Finger bekam, sah ich das das Frauenrennen schon vorbei war und letztes Jahr auch noch Johanna Bock gewonnen hatte,  und da ich dieses hübsche Wesen nirgends ausmachen konnte war mir klar, dass ich es doppelt vermasselt hatte. Mistkram. Ich eigne mich einfach nicht als Chick…

Immerhin hab ich noch meinen ehemaligen sportlichen Leiter getroffen und eine Runde nett geplauscht.

Bemerkenswert auch bei diesem Rennen mal wieder die unglaubliche Materialschlacht, die bei den Amateuren und besonders unter den jüngeren Fahrern herrscht. Während die Senioren gute, aber recht normale Räder fuhren, kann man bei A/B/C/KT anscheinend schon nicht mehr ohne Hochprofilräder fahren, und keine billigen, neenee, Easton, Lighties, Boras, Reynolds and stuff like that. Auch scheint die Arroganz proportional zu den beiden Faktoren mangelnde Rennjahre und Material zu stehen. Während die älteren Fahrer meist ganz nett sind, sind die Jungen offensichtlich schon solche “Stars”, dass man auch prima die Streckenposten anpöbeln kann, wenn man drauf aufmerksam gemacht wird, dass da hinten das Feld kommt, und man deshalb bitte nicht die Strasse überqueren soll. LOL

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Allgemeine Schutzverletzung

Montag 24. Mai 2010 von hansi.bierdo

im Modul Sattelstütze.exe ;-)

Peinlich, peinlich, aber Selbsterkenntnis ist ja bekanntlich der erste Weg zur Besserung: Wie es ausschaut, sind meine Knie- und Hüftproblemchen nach dem Radeln hausgemacht.

Am Freitag entdeckte ich das mir bis dato unbemerkte Dilemma. Wobei, so ganz unbemerkt war es natürlich nicht gewesen. Schon öfters hatte ich in mich selbst hineingehört, hinterfragt, ob sich die Kraftübertragung nicht etwas komisch anfühlt?! Ich war dann gedanklich bei den neuen Cleats gelandet, die aber erst nach Anzeichnen der alten Position drankamen, sprich genauso montiert waren wie immer. Trotzdem, das anfängliche Gefühl verdichtete sich zu der Erkenntnis: es gab hier einen Fehler im System, der behoben werden sollte. Also sollte ich doch alles mal überprüfen.

Gleich das erste relevante Maß war falsch: die Sattelhöhe. Die Klemmschraube der Sattelstütze war nicht so fest, wie sie sein sollte, und demzufolge die Sattelstütze nicht mehr so hoch, wie sie sein sollte. Tatsächlich war die Stütze fast einen halben Zentimeter zu tief. Hoppsa, aber jetzt wundert mich natürlich nichts mehr. Das Schlimme ist aber, das die letzte Satteldemontage zwecks Transport im Herbst letzten Jahres erfolgte! Scheiße, das hätte ich eher merken müssen. So lange mache ich nämlich schon mit dieser Hüftgeschichte rum. Peinlich, peinlich. Das viele Fixiefahren hat da meine Sinne wohl entschärft.

Die letzten beiden Ausfahrten Samstag und Sonntag offenbarten mir ganz neue (eigentlich alte) Antriebsmomente. Und auch hinterher fühlt sich die Hüfte ganz anders an. Man merkt, dass sie sich noch etwas beruhigen muss, aber insgesamt scheint mir das der richtige Weg zu sein, denn aufgrund des erweiterten Kontraktionsweges habe ich wieder Muskelkater. :-D

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