a crank and a half

ein cycling4fans blog von Hansi.Bierdo

Archiv für die 'Training' Kategorie

Regenintervalle

Samstag 1. Mai 2010 von hansi.bierdo

Der Tag fing doll an. Entgegen aller Vorhersagen schien die Sonne, als ich nach knappen 6 Stunden Schlaf von unseren griechischen Nachbarn geweckt wurde, die gegen 08:30 begonnen, südländisch fröhlich laut ihre neuen Gartenmöbel zusammenzuschrauben. Hurra…

Ich kann dem Tag nicht ohne eine gescheite Tasse Kaffee in die Augen schauen, aber “Vor den Erfolg haben die Goetter den Schweiss gesetzt”. Die Jura brauchte heute latürnich nen Fullservice: “Wasser füllen”, “Bohnenbehälter leer”, “Trester leeren” und will dann auch noch entkalkt werden (jo, was’n noch ?!) . Wenigstens ist das selbstgebackene Dinkelvollkornbrot gut geworden. Zur Stimmungsaufbesserung hab ich dann gleich mal drei Scheiben mit Erdnussbutter und Nutella verdrückt und dazu lecker café au lait getrunken. ;)

Weil es dann ja eigentlich hätte losgehen können, kam prompt der erste Regenguss, zwar nur kurz und knackig, aber hinterher war alles doll nass. Der Himmel hätte farblich sehr gut in eine Giger-Zeichnung gepasst und das wollte sich trotz diverser angekündigter Trockenschneisen im Regenradar nicht mehr ändern. Nach mehreren Stunden ziel- und selbstloser  Surferei musste ich dann notgedrungen zwischen zwei Güssen los, um meine Intervalle zu fahren. Den Zieleinlauf in Frankfurt würde ich nicht mehr live mitkriegen, aber das war jetzt zweitrangig.

Zwei Stunden standen auf dem Plan an: 45min Warmfahren, 3×3min EB mit jeweils 3min Pause, Rest GA1. Stattfinden sollte das auf’m Neckarradweg, weil man dort normalerweise einfach mal 3min. Gas geben kann, ohne von Ampeln, Kreuzungen oder so gestoppt zu werden. Heute jedoch war der erste Mai, und ganz lustige Leute ziehen dann mit alkoholüberladenen Bollerwagen durch die Gegend und stehen alkoholüberladen im Weg rum. Weinselige Spaziergänger, Skater die nicht skaten können, Sonntagsradfahrer, die nicht rechts und nicht links kuckend aus den Weinstuben und Biergärten herausfuhren. Immerhin kam es zu keinem Unfall, ein paar Jungs, die mal eben die Straße blockierten musste ich allerdings ein paar Schimpfworte liegen lassen. ;)

Erstaunlicherweise kam in den Intervallen mein Puls gar nicht so hoch, wie ich ihn gebraucht hätte. Normalerweise ist das eher andersrum, doch so war eigentlich erst das dritte Intervall im oberen Zielbereich. Egal, es war erstaunlich lange trocken, das Fahren machte Spaß und ich hängte noch ein Schleife und ein paar Intervalle dran, was sich als taktischer Fehler herausstellte.

Ohne die Schleife hätte mein Intervalltraining prima in die Ruhephase der Regenintervalle gepaßt, aber so ging dann ungefähr 15km von zu Hause entfernt der Regen los. Hm, soll ich mit einem sinnlosen Einzelzeitfahren mich und mein Training über den Haufen schiessen, oder zieh ich die Regenjacke an und fahre gemütlich heim? Ich entschied mich für Letzteres und brachte nasse Füße, einen nassen Hintern und Lust auf Badewanne mit. Das war dann echt doll!

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Das liebe Knie oder doch die Achse des Bösen?

Dienstag 11. August 2009 von hansi.bierdo

Jetzt bin ich in meiner zweiten Urlaubswoche (von nur zwei!), wollte mich eigentlich im Schwarzwald und den Vogesen locker gemacht haben und am Wochenende in der Handicap Wertung des Schauinslandkönig auftauchen, aber es sollte irgendwie nicht sein.

Einmal bin ich am Anfang des Urlaubs ohne grossartig warmzufahren eine schicke Steigung am Killesberg (8-14%) hochgekämpft und zack! gleich war wieder irgendwas auf der Innenseite des Unterschenkels kurz unterm Knie so beleidigt, dass Radfahren höchstens noch im Wattbereich einer Energiesparlampe funktioniert hätte. Selbst beim Rumliegen tat es noch weh. Arnika Salbe und Voltarenschmerzgel erzielten in den letzten Tage zwar ihre Wirkung, aber noch am Sonntag mußte ich meine erste Ausfahrt nach einer Woche wieder abkürzen, um das Knie zu entlasten. Seit gestern fühlt es sich wieder einigermassen gut an, aber jetzt bin ich dann die nächsten Tage ohne Rad unterwegs, geplante Besuche machen. Ganz tolle Wurst!

Normal sag ich ja immer “es kommen auch wieder bessere Tage”, aber gerade hab ich ein bißchen meine Zweifel ob des Wahrheitsgehaltes. Naja, dieses Jahr werd’ ich einfach ersatzlos streichen, und nächstes Jahr dann wieder ordentliche Vorbereitung und aus dem Windschatten raus vorbei! :D

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Stretching und andere Kleinigkeiten

Donnerstag 23. Juli 2009 von hansi.bierdo

Jawoll, ich gebe es unverblümt zu, schuldig im Sinne der Anklage: ich bin ein uncooler Stretcher geworden.

Die Zeiten, wo ich die Skater belächelte, die in den merkwürdigsten Verrenkungen an ihrem Auto stehen und gequält in die Gegend schauen, sind nun vorbei. Immerhin dehne ich selber nicht auf öffentlichen Plätzen, aber ich muss zugeben, ich glaube es würgt schon! Seit knapp 3 Wochen dehne ich nach jeder Fahrt nach dieser Anleitung. Seitdem habe ich anderntags weniger schwere Beine, weniger Schmerzen und die Beweglichkeit der gestrechten Gliedmaßen hat sich auch schon merklich verbessert!

Ich befürchte, dass alte Säcke wie ich, die jahrelang nur Schreibtischtäter waren und auch heute noch so ihr Geld verdienen, ein Mindestmaß regelmäßiges Stretching brauchen, um normal beweglich zu sein bleiben. Da dieses Programm aber auch nur ein paar Minuten dauert, habe ich überhaupt kein Problem damit und kann jedem, der auch keinen Ausgleichssport zum Radfahren betreibt, nur empfehlen, es wenigstens auch mal zu probieren.

Darüberhinaus habe ich etwas beibehalten, was ich im Winterpokal begann: Eiweißshakes! Seit ich meine Ernährung analysiert habe, weiß ich, dass ich meist zu wenig Eiweiß zu mir nahm. Also schüttel ich seit letzten Herbst nach jedem heftigeren Training einen Eiweißshake ohne Geschmack und Süßstoff zusammen und auch der hilft ungemein. Meine im Training geschundenen Muskeln lieben mich dafür und sind meist schon am nächsten Tag wieder zur hochfrequenten  Kontraktion willig.

Und dann gibt es noch das Wundermittel für die besonders geschlauchten Beine: “Meine Base“. Jetzt dürfen die, die eben beim Eiweiß nur geschmunzelt haben auch gerne laut loslachen, aber… man sollte es mal probiert haben.  Auch hier gilt die alte Regel: Look, don’t listen! Bei Herrn Jentschura gibt es nämlich auch kostenlose Proben zu bestellen. Das Zeuch funzt tatsächlich und neben einer zarten Haut erhält auch man auch eine entspannende Wirkung, die vor allem an den geschundenen Stellen wirkt. Ich dusch dann immer mit Stöpsel, und setzt mich dann noch rein mit “Meine Base”. Super Sache das!

Und die Kombination all dieser Massnahmen ergibt bei mir ein traumhaftes Ergebnis: nämlich  k(aum) einen Muskelkater nach dem Training!  *thumbs up*

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Es geht voran…

Sonntag 5. Juli 2009 von hansi.bierdo

Pünktlich am Freitagnachmittag kam ein mehrstündiges Gewitter auf und ich verschob die geplante Trainingseinheit auf Samstag und fuhr dann schnell noch ein paar Intervalle, bevor das TT versprach interessant zu werden. Einfahren 20min.,  5x 2 min. EB mit je 2 min. Pause, und dann locker ausfahren in Richtung Heimat. Da die Beine sich richtig gut anfühlten, waren die Intervalle entsprechend knackig. Damit war auch gar nichts verkehrt, außer dass ich ja Sonntags auch nochmal fahren wollte, mit Martin “Kette rechts” F., der zwar dreifach montiert hat, sich aber den Umwerfer genaugenommen auch sparen könnte. ;-)

Heute morgen fühlten sich meine Beine aber einigermassen begehbar an, sodass ich kurz vor neun aufbrach und wir pünktlich loskachelten. Zum Glück hatte Martin gestern vorausschauend schonmal 100+km mit 1300hm absolviert, war dementsprechend vorbelastet und zog heute auch nicht soo sehr am Horn. Wir sind eine wirkliche schöne Tour gefahren, die ideal für Zeitfahrtraining wäre, weil recht flach mit sanft und gleichmäßig ansteigenden Hubbeln. Diesmal fuhren wir  mit etwas mehr Zug auf der Kette als bei der Streckenpremiere, obwohl wir permanent am erzählen und lachen waren. Und so waren wir nach insg. 82km mit knappen 500hm trotz einem kleinen, doofen Sturz ohne Konsequenzen, Flaschenauffüllen und Wasserwegtragen und viel Lachen schon nach etwas mehr als 3h beim isotonischen Gartenbier wieder bei uns hinterm Haus.

Mit dem Dehnen, das ich diese Woche angefangen habe, scheint sich auch eine Verbesserung einzustellen. Die verkürzten Muskeln sind offensichtlich schon länger geworden, ich spüre bereits weniger Widerstand beim Dehnen, und sie fühlen sich lockerer, bereitwilliger oder einfach relaxter an. Auch scheinen meine Nacken- und Schulterprobleme nach dem Fahren weniger geworden zu sein. Der Bereich ist auch weniger verspannt.

Dehnen? Find ich gut! *thumbs up!*

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Na also, geht doch! ;-)

Samstag 20. Juni 2009 von hansi.bierdo

Heute gab es eine Veranstaltung des Württembergischen Behinderten Sport Verbandes, auf der für Leichtathletik und Radsport geworben werden sollte. Da dieser Event im knapp 30km entfernten Steinheim stattfand, war es natürlich Pflicht standesgemäß mit dem Renner anzureisen. Ich steckte schonmal Handy und Taxigeld ein, falls ich unterwegs aufgeben müßte, aber es kam alles ganz anders…

Mit gemischten Gefühlen begab ich mich auf die Fahrt, immer mit einem Ohr in mein Knie hineinhorchend. Als ich jedoch mal den Punkt von “warmgefahren” erreicht hatte, lief es wie am Schnürchen, solang ich fleissig kurbelte. Feste drücken wollten die Sehnen lieber mit einem seltsamen “Geknurpsele” in der Kniekehle kommentieren, also lies ich das einfach und drehte mit 95-110 Touren. So waren im Flachen auch Geschwindigkeiten mit ner 3 vorne möglich. An Steigungen war ich dann halt unterirdisch lahm, aber das spielt keine Rolle, denn im Vordergrund stand eindeutig schmerzfrei!

Auf dem Event gab es nichts wirklich Neues, es ist kein Geld für ausreichende Förderung da, und (immerhin) ein Junge interressierte sich für (erstmal Breiten-)Radsport. Die anderen wollten lieber Leichtathletik machen. Einem beidseitig Unterschenkelamputierten haben wir noch das Bahnfahren schmackhaft gemacht, der will zwar lieber Sprinter werden, hat aber jetzt schon Knieprobleme und da ist Radfahren ja wesentlich gesünder als Laufen. Der wäre möglicherweise ein guter Anfahrer für den Mannschaftssprint.

Ein interessantes Gepräch hatte ich mit einem Orthopädie Techniker, der auf Sport Orthopädie spezialisiert ist.  Der ist nämlich der Ansicht, dass ich mit einer speziellen Radfahrprothese eine normale(re) Kurbel fahren könnte. Dann müßte ich zwar den Blognamen ändern, hätte aber sicher mehr Zug auf der Kette. Dem kurzen Hebelarm gehört eben schon Tribut gezollt. Aber sowas muss auch jemand bezahlen, und da ja kein Geld da ist, ist es erstmal nur eine nette Idee…

Anyway, auch mit dem alten Bein bin ich gut heimgekommen und hab heute nach 60km Radfahren erstmals für diese Woche keine Schmerzen im Knie!? Verrückte Welt!

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Verflixt und zugenäht!

Donnerstag 18. Juni 2009 von hansi.bierdo

Wie hab ich mich gefreut! Ein super Sonnentag heute, es war klar, ich würde früher als sonst nach Hause kommen und noch eine Runde drehen können. Aber leider…

…sind nach dem Wochenende meine Sehnen rund um das operierte Knie in Mitleidenschaft gezogen und immer noch nicht vollständig in Ordnung. Interessanterweise scheinen weniger die 220km in 3 Tagen das Problem zu sein, als die doofe Treppe am Montagabend. Seit dem hab ich nämlich die Schmerzen, zwar abnehmend, aber nicht komplett weg. Mein Physio meinte am Mittwoch, während er mir blaues Kinesiotape anlegte, langsamer machen und lieber häufiger, aber kürzer und locker rollen, oder wenigstens einen Tag Pause machen, um die Auswirkungen abzuwarten.

Vielleicht sollte ich doch mal morgens den Bleiarsch aus dem Bett schwingen und 45min. auf der Rolle oder im Park fahren gehen…

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