a crank and a half

ein cycling4fans blog von Hansi.Bierdo

Nutella, do hoast woas drrauf!

Mittwoch 9. September 2009 von hansi.bierdo

Wie hab ich mich geschont, bin extra Samstags gar nicht gefahren, sondern hab Carboloading gemacht und beim EZF der Vuelta soigniert um für Sonntag fit zu sein, und dann dass. Sofort nach dem Aufstehen (in der Reihenfolge) brettharte Nackenmuskulatur rechts, Kopfweh, Durchfall, keinen Appetit und auch nicht wirklich das Gefühl die geplante Runde überstehen zu können.

Tapfer bin ich trotzdem losgezogen, hab auch noch 2 Eier und ein Brötchen mit Erdnußbutter und Nutella gefuttert, ein weiteres für die Trikottasche fertig gemacht, weil Nutella geht ja quasi immer.

Bei Martin “Kette rechts” wurde mir ein weiterer Begleiter vorgestellt, “Tannschuh”, dessen Name ich vorher schon ein paarmal am Telefon gehört hatte und der in wirklich Tanju heisst. Tanju ist ein netter Kerl mit idealen Bergflohmaßen, dessen Kletterqualitäten ich noch kennenlernen sollte. Tanju trat in 3/4 Hose, Langarmtrikot und Fingerhandschuhen an und ich freute mich, nicht alleine so eingepackt zu sein, mit 3/4 Hose, Armlingen und zur Feier des Tages: Helm! Ich alter Helmverweigerer wollte im Hinblick auf die User Tour mal testen, ob ich den über eine grössere Tour überhaupt tragen kann. (Vorweg: es ging, hab ihn zwischendurch sogar öfter mal ganz vergessen ^^)

Anyway, wir fuhren los und es ging gleich von Anfang an latent berghoch. Zum Glück zogen die Jungs nicht so am Horn, das ich Schwierigkeiten bekam, obwohl ich mich irgendwie saft- und kraftlos  fühlte. Nach den ersten Hubbeln kamen wir dann auf einer netten Abfahrt ins wirklich wunderschöne Würmtal. Da braucht man echt nicht in den Südschwarzwald zu fahren, da sieht es auch nicht anders aus. Bis an die Therme von Bad Liebenzell fuhren wir dann ganz ordentlich, um dort eine kurze Pause zu machen und die Flaschen zu füllen.

Hier konnte ich den anderen Beiden mit dem verbliebenen Nutellabrötchen mal schön die Nase lang machen, essen ging wieder bei mir. Der alte Kampfschrei “Nutella, do hoast woas drrauf!” klang mir noch im Ohr, denn das hatte ich auch dringend nötig, war doch quasi sofort nach den Thermen rechts hoch die Erklimmung dessen, was sich unten Tal nennt, angesagt. Bei einer moderaten  Steigung von 6-8% bin ich knapp über der ANS konstant schnell (oder lahm - wie man es nimmt) hochgefahren.  Hier fuhr Tanju vorneweg, keine Wunder, wiegt der doch fast nur 2/3 von mir…

Allerdings war bei mir danach erstmal die Luft etwas raus, trotz (oder wegen?) Nutella.  Ich denke ja eher so: das Bergfahren und ich, wir werden vermutlich keine grossen Freunde mehr. Lieber fahre ich an der ANS kilometerweit schnell als nur einen Bruchteil davon irgendwo hoch. Ich bin einfach der geborene Rouleur, das war auch früher schon so. Ich komm hoch, aber richtig Spaß macht’s keinen…

Auffallend war die unglaublich grosse Zahl von hupenden Ar…äh…Autofahrern, die sich teilweise auch keinen Knochen rausmachten, uns vielleicht doch noch abschiessen zu können. Und alles nur, weil wir mal kurz auf einer eigentlich für Radfahrer verbotenen Strasse Zweierreihe gefahren sind?! Das hat uns Martin allerdings erst viel später erzählt, bei dem Schild waren Tanju und ich gerade innig am “Schnawweln” und wir ham es nicht gesehen. Aber trotzdem: normal muss ich für soviel Hupen locker einen Monat sammeln und das Verbot war nur ein paar der vielen Kilometer lang.

Leider hat sich auf der Fahrt noch mein geliebtes Sigma Rücklicht verabschiedet, bzw. erst der Halter, dann das Licht.  Ich hab noch was am Bein vorbeistreifen gemerkt, dachte aber an einen Ast oder so. Wenn Martin mich nicht drauf aufmerksam gemacht hätte, würden die Einzelteile immer noch in Leonberg liegen. Der Halter ist gebrochen, das Licht so nicht mehr brauchbar. Martin hat mir später eines aus seiner Sammlung geschenkt. Vielen Dank nochmal dafür!

Nach 94kommairgendwas km, 7hundertirgendwas Höhenmeter und knapp 4h Fahrzeit kamen wir bei Martin an und regenerierten dort bei Radler, superleckerem Kaninchen in Estragonsauce (Meine Kompliment an die Köchin!)  und Eis. Ich konnte ja wieder essen! :-)

Schee war’s!

48er vs. 64er Rahmen

48er vs. 64er Rahmen

Einfahren für die Usertour

Einfahren für die Usertour

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Auf den Kachelmann gehört…

Mittwoch 2. September 2009 von hansi.bierdo

…und wieder einmal klatschnass geworden! :-(

Viele von uns kennen und benutzen es, das tolle Meteomedia Messnetz, mit seinen örtlichen Vorhersagen. Zu diesen Menschen gehöre ich auch, sogar mit einer gewissen Zufriedenheit. Allerdings kommt es auch immer wieder mal vor, dass die Vorhersagen total daneben liegen. So erinnere ich mich noch an den letzten Sommer, wo örtlich, leichte Schauer angemeldet waren und ich soo nass wurde, dass Handschuhe und Schuhe 3 Tage zum völligen Trocknen brauchten!

So ähnlich war das auch heute. Hier war der vorerst letzte Sommertag angesagt, mit ab etwa 20:00 leichter Wolkendecke und etwas Wind. Kein Problem, um 19:00 sass ich ja schon längst auf dem Rad. Was dann wirklich gegen acht passierte, waren Sturmböen und dazu ein Regen, das alles zu spät war.

meteomedia

Hätte der Meister dieses Bild heute mittag schon drin gehabt, wäre ich sicherlich gar nicht mehr losgefahren. Sowohl Wind als auch Niederschlagsmenge waren heute Mittag allerdings noch in einem vernünftigen Rahmen. Sicher, es war spürbar böig zum Feierabend, als ich die Firma verliess, aber so schlimm war es hier schon länger nicht mehr!

Der Gegenwind hat mir auf der Rückfahrt fast die Hose hochgekrempelt und weil ich die Regenjacke nicht angezogen habe, bin ich wieder einmal klatschnass geworden. Aber ich bin ja selber schuld und auch pervers, i-wie, denn ich find’s auch noch gut. ;-)

Ich ziehe Resümee und ertappe mich dabei, nun schon zum dritten Mal hintereinander die Regenjacke in einem richtigen Regen nicht angezogen zu haben, sondern es wiedereinmal zu geniessen, so richtig nass zu werden. Ich habe dafür keine Worte oder Erklärungen, aber i-wie ist es ehrlich, real, ein notwendiges Leiden, etwas worin sich meine Lebendigkeit manifestiert oder so. Ich denke, ihr wißt was ich meine. Und so ziemlich alle Leute, die irgendwo unterstehen, schauen dem lonesome Rider hinterher, der einsam da draußen im Sturm seine Bahnen zieht und den Naturgewalten trotzt. Cool.

Und genau das isses dann auch irgendwann: kalt! Patschnass, Temps im Keller und Wind ohne Ende. Ich war dann froh, gegen 20:30 zuhause anzukommen und in was Trockenes reinschlüpfen zu können. Dehnen, Duschen, Essen und ein Radler, die Welt ist wieder in Ordnung. Jetzt muss nur noch der Kachelmann mit seinen Prognosen wieder Unrecht haben und die Sonne doch zurückkommen!

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Tool Time: Kompakt vs. Triple

Samstag 29. August 2009 von hansi.bierdo

Vor kurzem habe ich meine Kurbel zerstört. Ich wollte nach dem knarzenden Lager schauen, setzte den Abzieher ein, drehte mit dem langen Schlüssel, dann kam der Ruck, an dem normalerweise die Kurbel kommt, aber diesmal war der Abzieher draußen… ^^

Dumme Sache das, Gewinde war so hinüber das gar nichts mehr ging und ich mir einen Klauenabzieher im Motorradhandel besorgen mußte. Damit ging die Kurbel dann ab, aber das ist ja keine Lösung, zumal ich vorher schon mit dem Hammer zugange war, und das kleine Kettenblatt nun auch krumm ist… ;)

So dachte ich mir wenn schon, denn schon und bestellte eine sehr günstige Kompaktkurbel. Falls ich damit nicht klarkommen würde, kommt die eben auf das hochbeinige Trekkingrad, da benutze ich das kleine Blatt eh nie, weil das Rad dann sowieso nur vorne hoch gehen will.

Heute war dann also “Tool Time” und es ist mal wieder nicht zu fassen, wie unterschiedlich die Sachen doch so sind. In der Beschreibung steht, man bräuchte ein Innenlager mit 111mm Breite. Gut, das hatte der Radsportladen da, eingebaut, Kettenlinie total scheiße, Kurbel geht gerade noch so an der Kettenstrebe vorbei, die Schaltung war quasi nicht einstellbar. Also nochmal recherchiert, in einem US-Shop (wo die Kurbel 159,-$ kostet!) den Hinweis gefunden, 111mm bei Rahmen mit dünnem Sitzrohr, 115 bei Rahmen mit 34,9er Sitzrohr. Wie nicht anders zu erwarten hat mein Quantec ein 34,9er Sitzrohr, also  hätte ich das 115er Lager der 3-fach auch einfach drinlassen können…

Okay, Lager wieder zurückgetauscht, Kurbel dran, gedreht, Geräusch. Der Umwerfer sitzt zu tief und schleift am großen Kettenblatt. Also Umwerfer hoch, noch schnell den zerfransten Zug getauscht, Umwerfer schleift am Kurbelarm (!), wenn aufs grosse Blatt geschaltet ist, weil er dann zu weit raussteht. Das ganze Setup ist völlig “auf Kante genäht” und recht schwierig einzustellen. Ist der Umwerfer zu tief, schleift die Kette auch noch innen im Umwerferkäfig an einer Kante bei vorne klein/hinten klein, so dass sie sogar springt. Aber diese Position soll man ja eh nicht fahren. Leider habe ich vor meiner Probefahrt den Umwerfer so hoch montiert, dass kein Gang mehr schleift. Prompt konnte ich dann unterwegs nicht mehr aufs grosse Blatt schalten. Aber mit dem kleinen ist alles prima. Wenigstens etwas, ich wollte ja auch noch ein bißchen fahren…

Ich bin mal gespannt, ob die Kurbel bleiben darf. Der 3-fach 105 Umwerfer bzw. sein Käfig scheint nicht besonders gut zu der Kurbel zu passen. Hoffentlich find ich morgen eine Position, bei der alle Gänge ohne Schleifen laufen und die auch aufs grosse Blatt schalten kann.

Update vom 30.08.2009:

Der Umwerfer wurde am rechten Platz montiert, alles neu eingestellt, flutscht jetzt. Man muss  halt viel mehr schalten als bei Triple, die schönen Übergänge von einem Blatt aufs Nächste fehlen total, da muss man immer mehrfach hoch oder runter, aber auch den ersten Bergtext hat die Kurbel (und mein Knie) bestanden. Das ist erstmal gut so.

kompakteinweihungstour

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Ein warmer Sommerregen

Mittwoch 26. August 2009 von hansi.bierdo

Heute abend war ich eine lockere Runde drehen, etwa 90 min klassisches GA1 mit hoher Trittfrequenz und niedrigem Puls. Die Beine fühlten sich wieder locker an und es hat richtig Spass gemacht in diesem warmen Sommernieselregen, von dem man gar nicht richtig nass wird, zu fahren. Wir Radfahrer sind ja schon ein bißchen verrückt. :D

Beim Fahren konnte ich nochmal den Sonntag Revue passieren lassen und entschloss mich, doch noch darüber zu berichten:

Wer die Heutige Radtour aufmerksam verfolgt hat, kennt ihn vielleicht noch vom letzten Winterpokal: Tourscout Jochen. ;)

Am Sonntag hatte ich eigentlich keine Lust zu fahren, die Saison ist innerlich sowieso schon abgehakt, mit all den Problemchen und Schmerzen: keinerlei Ambitionen mehr, Schnauze voll, ich werd’ nur noch spazierenfahren und auch nur wenn ich richtig Lust dazu habe.

Jochen und seine Frau haben mich dann doch überredet. Man müsse noch nach einem Haus kucken, dessen Besitzer in Urlaub sind und dann könnten wir doch da hinten rum, und auf’m Rückweg noch ein Eis essen. Ich war einverstanden, unter der Prämisse dass es nicht so stressig wird und keine furchtbar steilen Sachen gefahren werden, da mein 30er Kettenblatt verbogen ist und ich somit nur das 39er zum Klettern haben würde. “Nein, nein, da gibt es nur eine Steigung, so 1-2km höchstens 4%”. Naja, dafür brauch ja selbst ich in diesem Trainingszustand keinen Rettungsring 30er…

Ein paar 30km später ging es in die besagte Steigung.  Jochen fuhr, wie immer, zügig vorne weg, ich als zweiter weniger zügig hinterher und Babs kam dann schon abgeschlagen hinter mir.  Verdammt geht das hier hoch, ich will schon ziemlich schnell bis aufs letzte Ritzel hoch schalten: 39×27, Ende der Fahnenstange.  Sowenig drauf heute? Mir kommt schnell die Idee, dass das niemals nur 4% sind. Kurz mal den HAC  auf Steigung umgeschaltet und siehe da, er beginnt hochzuzähen: 4, 6, 7, 8%.  Dort bleibt er dann mal. Na prima, so weit ich sehen kann wird sich daran auch nicht viel ändern, das kann ja heiter werden. Weitere 2 km später erkenne ich die Strecke wieder und weiß, das ich jetzt so langsam in der Hälfte sein müßte. Jochen! Du Flachzange!

Dann kommt das Steilstück, der HAC geht hoch auf 2stellige Prozente, ich drücke die Anzeige weiter, das Elend will ich mir gar nicht antun. Das Treten beginnt weh zu tun, und der Blick nach vorne verheisst nichts Gutes. So packt mich die Verlockung, ich schalte probeweise aufs 30er Kettenblatt und…trete durch! Die Kette kommt auch mit hektischem fummeln am STI nicht mehr zurück, ausklicken im Steilstück ist angesagt. Ich könnte platzen! Kein Standstreifen, kein Bürgersteig, jede Menge Autos und ich ohne Antrieb auf der Wiese. Die Kette war schnell wieder aufgelegt aber mein Startversuch ging in die Hose,  das Einklicken hab ich in der  Steile und Hektik nicht hingekriegt, also erstmal schieben…Verdammt!

Kurze Zeit später kam Babs vorbei und ich rief ihr zu, was passiert war. Irgendwie hab ich das Stück bis in die nächste Kurve geschafft und dort war eine kleine Haltebucht, wo ich wieder starten konnte. Ich hatte Babs dann auch relativ schnell wieder eingeholt. Die Arme hat dieses Jahr noch keine 1.000km in den Beinen und quälte sich sichtlich. Ich rief ihr im Vorbeifahren zu, sie solle mich dran erinnern, dass ich Jochen eine liegenlasse, wenn ich oben bin. Sie grinste verständnisvoll und meinte, dass ich das sicher nicht vergessen würde.

Oben angekommen war jedoch aller Groll verflogen, ein wenig Stolz packte mich, mein Knie machte erstaunlich wenig Probleme und ich freute mich auf die Abfahrt. Wir waren dann auch noch ein Eis essen (Kuckt doch alle mal blöd auf mein Bein!) und sind mit einem schönen Schlenker heimgefahren.

Das waren dann um die 50km und 500irgendwas hm, eigentlich lächerlich, aber im Nachhinein denk ich, dass ich erstaunlich gut hochgekommen bin. Und noch erstaunlicher ist, dass außer einem hübschen Muskelkater auch keine weiteren Probleme auftraten. Ich würde fast so weit gehen,  zu behaupten, dass mein Knie so etwas mal unbedingt gebraucht hat und ich müßte Jochen eigentlich sogar noch dankbar sein. Natürlich nur mit Einschränkungen, keimt doch nun wieder so etwas wie Hoffnung, dass ich irgendwann mal nochmal anständig Radfahren könnte, und das könnte ja auch wieder in die Hose gehen… Schaun mer mal! ;)

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Das liebe Knie oder doch die Achse des Bösen?

Dienstag 11. August 2009 von hansi.bierdo

Jetzt bin ich in meiner zweiten Urlaubswoche (von nur zwei!), wollte mich eigentlich im Schwarzwald und den Vogesen locker gemacht haben und am Wochenende in der Handicap Wertung des Schauinslandkönig auftauchen, aber es sollte irgendwie nicht sein.

Einmal bin ich am Anfang des Urlaubs ohne grossartig warmzufahren eine schicke Steigung am Killesberg (8-14%) hochgekämpft und zack! gleich war wieder irgendwas auf der Innenseite des Unterschenkels kurz unterm Knie so beleidigt, dass Radfahren höchstens noch im Wattbereich einer Energiesparlampe funktioniert hätte. Selbst beim Rumliegen tat es noch weh. Arnika Salbe und Voltarenschmerzgel erzielten in den letzten Tage zwar ihre Wirkung, aber noch am Sonntag mußte ich meine erste Ausfahrt nach einer Woche wieder abkürzen, um das Knie zu entlasten. Seit gestern fühlt es sich wieder einigermassen gut an, aber jetzt bin ich dann die nächsten Tage ohne Rad unterwegs, geplante Besuche machen. Ganz tolle Wurst!

Normal sag ich ja immer “es kommen auch wieder bessere Tage”, aber gerade hab ich ein bißchen meine Zweifel ob des Wahrheitsgehaltes. Naja, dieses Jahr werd’ ich einfach ersatzlos streichen, und nächstes Jahr dann wieder ordentliche Vorbereitung und aus dem Windschatten raus vorbei! :D

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Stretching und andere Kleinigkeiten

Donnerstag 23. Juli 2009 von hansi.bierdo

Jawoll, ich gebe es unverblümt zu, schuldig im Sinne der Anklage: ich bin ein uncooler Stretcher geworden.

Die Zeiten, wo ich die Skater belächelte, die in den merkwürdigsten Verrenkungen an ihrem Auto stehen und gequält in die Gegend schauen, sind nun vorbei. Immerhin dehne ich selber nicht auf öffentlichen Plätzen, aber ich muss zugeben, ich glaube es würgt schon! Seit knapp 3 Wochen dehne ich nach jeder Fahrt nach dieser Anleitung. Seitdem habe ich anderntags weniger schwere Beine, weniger Schmerzen und die Beweglichkeit der gestrechten Gliedmaßen hat sich auch schon merklich verbessert!

Ich befürchte, dass alte Säcke wie ich, die jahrelang nur Schreibtischtäter waren und auch heute noch so ihr Geld verdienen, ein Mindestmaß regelmäßiges Stretching brauchen, um normal beweglich zu sein bleiben. Da dieses Programm aber auch nur ein paar Minuten dauert, habe ich überhaupt kein Problem damit und kann jedem, der auch keinen Ausgleichssport zum Radfahren betreibt, nur empfehlen, es wenigstens auch mal zu probieren.

Darüberhinaus habe ich etwas beibehalten, was ich im Winterpokal begann: Eiweißshakes! Seit ich meine Ernährung analysiert habe, weiß ich, dass ich meist zu wenig Eiweiß zu mir nahm. Also schüttel ich seit letzten Herbst nach jedem heftigeren Training einen Eiweißshake ohne Geschmack und Süßstoff zusammen und auch der hilft ungemein. Meine im Training geschundenen Muskeln lieben mich dafür und sind meist schon am nächsten Tag wieder zur hochfrequenten  Kontraktion willig.

Und dann gibt es noch das Wundermittel für die besonders geschlauchten Beine: “Meine Base“. Jetzt dürfen die, die eben beim Eiweiß nur geschmunzelt haben auch gerne laut loslachen, aber… man sollte es mal probiert haben.  Auch hier gilt die alte Regel: Look, don’t listen! Bei Herrn Jentschura gibt es nämlich auch kostenlose Proben zu bestellen. Das Zeuch funzt tatsächlich und neben einer zarten Haut erhält auch man auch eine entspannende Wirkung, die vor allem an den geschundenen Stellen wirkt. Ich dusch dann immer mit Stöpsel, und setzt mich dann noch rein mit “Meine Base”. Super Sache das!

Und die Kombination all dieser Massnahmen ergibt bei mir ein traumhaftes Ergebnis: nämlich  k(aum) einen Muskelkater nach dem Training!  *thumbs up*

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Etwas Gutes hat es also!

Dienstag 21. Juli 2009 von hansi.bierdo

Dieses elende Rumgeheize und Hinterhergekeuche am Sonntag und obwohl der Mann mit dem Hammer mir schon am Hinterrad hing, es trainiert - keine Frage!

Gestern soignierte* ich, und heute dann Feierabendrunde, die Beine fühlten sich gar nicht schlecht an. Noch beim Einfahren ist ein Triathlet auf mich aufgerollt, der ein nettes Gespräch mit mir begann, bis sich unsere Wege trennten. Warum trifft man solche Leute eigentlich nicht öfter?

Okay, back to topic! Kurz nachdem er abgebogen war, spannte ich die grosse Welle ein und zündete mal das erste schwellennahe Intervall. Aber Hallo, da geht ja was! Da ich es noch nicht so recht glauben konnte, und erstmal den Wind überprüfen wollte, fuhr ich kurzfristig im GA1 Mode weiter, und als alles für schick befunden war, gleich nochmal Zug auf die Kette. Das Ergebnis war für den Hinweg ein Schnitt mit Einfahren, der deutlich über dem “normalen” Schnitt ohne Einfahren liegt. Da ich mir immer noch nicht sicher war, gab es nur eines: weiterprobieren. Und tatsächlich, auch auf dem Rückweg offenbarten sich mir ständig 30+ Geschwindigkeiten. Und das Schönste daran: alles ohne grosse Probleme am Knie. Schon der Sonntag brachte für die Belastung erstaunlich wenig Schmerzen mit sich. Vielleicht wird es ja dieses Jahr noch was… ;)

*fr. soigner “besorgen, pflegen” => wird benutzt wenn Radfahrer die Füße hochlegen

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Morgens um viertel vor neun…

Sonntag 19. Juli 2009 von hansi.bierdo

…ist die Welt eigentlich noch gar nicht in Ordnung, besonders nicht an einem Sonntag. Aber ich Dödel musste mich ja zum gepflegten Radeln verabreden, und die anderen beiden Herren sind eben Frühnaturen.

Ich also tapfer nach ungefähr 6h Schlaf um halb acht aufgestanden, mit schrecklichen Kopfschmerzen lustlos in meinem Müsli rumgestochert und irgendwie tatsächlich um 08:50 aufgesessen, Jochen abgeholt und ab zum Treffpunkt. Diese Beine da unten schienen allerdings nicht meine zu sein, zummindest fühlten die sich nicht so an. Das “Bergantesten” von Freitag steckte mir noch in den Beinen. Oder vielleicht lag das einfach an den 15°, die sich trotz Sonne nicht warm anfühlen wollten. Egal, 13km und 150hm später waren wir bei Martin und donnerten zusammen los.

Dann war eh’ keine Zeit mehr für Gedanken an Kälte, Kopfweh, Lustlosigkeit oder sonstirgendwas. Da die Beiden der “Kette rechts”-Fraktion angehören, war das Tempo von Anfang an hoch und das sollte erstmal auch so bleiben. Dafür war ich zwar gar nicht in der Verfassung, aber da muss man durch. Und tatsächlich, nach einer Stunde, als der direkte Gegenwind vorbei war, fing das an Spass zu machen. Ich ging auch immer öfter selber in die Führung und zog ordentlich am Horn. Wir kreiselten dann belgisch und kachelten stellenweise mit einer 4 vorne auf den leeren Strassen an der Enz in Richtung Neckar. Irgendwann machte es Superspass und dann auf einmal Päng! - nichts geht mehr - rien ne va plus - Sprit alle. Ich hab mir sofort selber Windschatten, Banane, Riegel und Getränk verordnet und kam um die schwarzen Flecken herum. Es wurde erstmal etwas ruhiger, bis die Kalorien sich gesetzt hatten und schließlich ging es etwas gemächlicher weiter wie vorher. Mit 86km, ~500hm und einem 27er Schnitt kamen wir dann bei Jochen an und bekamen Kaffee aus dem Vollautomaten und leckeres Gebäck dazu. Da war die Welt dann wieder in Ordnung! :D

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Lieblingsfeindbild

Mittwoch 15. Juli 2009 von hansi.bierdo

Bin ich mit dem Rad unterwegs, ist eines meiner Lieblingsfeindbilder der Inlineskater. Es gibt da ja wirklich talentierte Burschen, die sind schnell, unaufdringlich, gut traininert und freundlich. Also jemand, dem man gerne auch mal einen Windschatten bietet. Offensichtlich sind dies aber eher die Ausnahmen als die Regel.

Die Inlineskater, die ich so hauptsächlich treffe, sind eher imstande eine Strasse, die breit genug ist für zwei Autos, mit zwei Mann durch ihren sägezahnartigen Fahrstil so auszufüllen, dass man nicht einfach vorbeifahren kann. Meistens sind die dann auch noch so mit Nichthinfallenwollen beschäftigt, dass sie sonst quasi nichts mehr wahrnehmen. Dabei sind sie auch noch so von ihrem Tun überzeugt, dass ihnen gar nicht einfallen will, das sie nur rollende Hindernisse sind. Am schlimmsten anzutreffen in der Triple-X-L-Variante, mit Skates vom Discounter, die eigentlich überhaupt nicht rollen und einer Grobmotorik, die am Erfolgsmodell der Evolution zweifeln läßt.

Heute habe ich bei der Feierabendrunde den Zwittertyp getroffen: leidlich sportlich, leidlich schnell, aber trotzdem noch i-wie Kreisklassenzugehörigkeit ausgestrahlend. ;)

Ich bin also noch im Einrollen auf die beiden Jungs aufgelaufen, die mich schon entdeckt hatten und “auffällig-unauffällig” die Formation von neben- auf hintereinander wechselten und einen Zahn zulegten. Da ich schon ahnte, was jetzt kommen würde, lud ich schonmal das grosse Blatt durch, als ich an den Jungs vorbeifuhr. Und ja, sie beschleunigten und versuchten sich an mich dranzuhängen. Doch heute hatte ich keine Lust dazu, sprintete los und fuhr demonstrativ noch eine Welle direkt vor den Beiden. Als ich mich danach umdrehte, hatte ich eigentlich schon genügend Vorsprung, konnte es aber nicht lassen, den Sprint fortzusetzen und das Schaltwerk weiter die Ritzel runterzujagen.  Das fühlte sich wieder mal richtig gut an, mit Puls an der Kotzgrenze eine ordentlich Menge Laktat anzuhäufen. Ich mußte danach zwar einige Zeit lang die Schmerzen in der Kniekehle ganz locker “wegfahren” , aber ich würd’ sagen, das hat sich gelohnt! :D

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Tiefsommer

Sonntag 12. Juli 2009 von hansi.bierdo

Hier hat es erst intervallmäßig geregnet, irgendwann nach 14:00 Uhr bin ich dann endlich mal losgekommen. Doch leider hat das Wetter mit meinem Tatendrang nicht mithalten können, und so bekam ich ich bei km 60 die erste Dusche. “Ach ja, das wird wohl nicht viel”. Wie man sich irren kann…

Erst hatte ich noch keine Lust die Regenjacke rauszuholen, kurz drauf war ich so nass, dass das auch nicht mehr gelohnt hätte. Also ohne eine Miene zu verziehen an den überall unterstehenden Radlern vorbei, die irgendwo zwischen beschämt, belustigt und anerkennend dreinschauten. Eigentlich war es ja nett, ein warmer Sommerregen mitten im April äh Juli. Juli? Hochsommer eigentlich. Hochsommer? Irgendwie ist das für mich bei 18° mehr ein Tiefsommer…

Obwohl mein Kumpel letztens meinte, wir bekämen einen sehr warmen Sommer, denn ihr bester Wetterfrosch hat das angekündigt. Der Frosch hat eine Schulterhöhe von 1m irgendwas, vier Beine und einen langen Schweif. Viel Fell hat sie nicht mehr, denn das hat sie bereits abgeworfen, und diese Tatsache sei ein absolut sicheres Zeichen dafür, dass es noch sehr heiss werde. Vorm letzten Winter hatte sie sich auch viel Fell zugelegt und der war ja auch ziemlich kalt. Ich will das mal so glauben und warte noch mit meinem Urlaubsantrag. Vielleicht sollte ich mal den Pferdeflüsterer hinschicken, das der die besten Wochen irgendwie eingegrenzt bekommt? ;)

Wie auch immer, die zweite Dusche bekam ich dann pünktlich zum Ausfahren etwa eine Viertelstunde vor zuhause. Vielen Dank Petrus, du hast also die doofe Nescafé Frappé Reklame noch im Kopf: ” Das war toll, das müssen wir nochmal machen!” Meine Füße und Schuhe sind dann auch richtig ordentlich nass geworden! Du hast nicht vergessen, wie sehr ich das liebe.

Ach ja, wegen anhaltenden Probleme mit den Sehnen nenn ich die Kategorie Comeback um in “Heutige Radtour”. Wer weiß, ob dies jemals wieder einen Sinn macht und ich jemals wieder anständig trainieren kann. Solange fahr ich eben nur Rad. Punkt.

Ach ja, die zweite. Wenn wir schon beim Meckern sind. Die Tour ist irgendwie langweilig, ich hab außer den Zeitfahren noch keine ganze Etappe geschaut. Da geht ja gar nichts, oder keiner, oder die falschen. Hoffentlich wird es noch was, sonst cancel ich den Besuch in Colmar. Für so ein lahmes Rumgestrampele fahr ich auf keinen Col nicht, wo ich doch schon ahnen kann, dass meine Sehnen dabei wahrscheinlich um Wochen zurückgeworfen werden.

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