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Das Velodrom der Narren

Autor: 
Les Woodland 
Titel: 
Das Velodrom der Narren 
 
Die 50 verrücktesten Radsportgeschichten 
Verlag: 
Covadonga 2004 
Layout: 
237 Seiten, brosch. 
ISBN: 
3-936973-06-7 
Preis: 
12,80 € 


 


Als Radsportfan muss man sicher nicht wissen, wie Julien Moineau die 17. Etappe der Tour de France 1935 für sich entschied, aber es macht Spaß, bzw. es machte mir Spaß, zu lesen, wie er das gesamte Peloton austrickste oder wie es Tom Simpson mit seinem Freund fast geschafft hätte, ein Madrider Sechstagerennen, bei dem noch Tag und Nacht gefahren werden musste, ausgeruht zu beenden, wenn nur der Freund etwas Französisch gesprochen hätte. 

 

Les Woodland erzählt 50 Radsport-Geschichten. Die meisten davon spielen in den ersten zwei Dritteln des letzten Jahrhunderts. Das Buch enthält etliche Episoden, bei denen ich laut herauslachen oder zumindest schmunzeln musste. Zugegeben - da war auch eine gehörige Portion Schadenfreude dabei. Viele Protagonisten fanden es zu ihrer Zeit wahrscheinlich weniger vergnüglich, auch wenn der eine oder andere dies später lockerer nahm. Es finden sich aber auch tragische und rein informative Begebenheiten. Dick Poole konnte einem schon Leid tun: Da unternimmt er irrsinnige Anstrengungen um den 1 000 Meilen Rekord zu knacken, alle dachten er hätte 1010 Meilen zurückgelegt doch später stellte sich heraus, es fehlten genau 250 Meter. Und die ungeschriebenen Gesetze und Hierarchien der kleinen, engen Profi-Radsportwelt nicht zu berücksichtigen, barg wohl schon immer ein gehöriges Risiko für eine ersprießliche Karriere – zumindest lässt die Lektüre solch einen Schluss zu. Wie überhaupt manch hehre Maßstäbe, die wir heute gerne an den Hochleistungssport und damit auch an den Profi-Radsport anlegen, eher zu Verklärungen beitragen können denn zu einem Verständnis der Realitäten, deren Wurzeln weit zurückliegen. Manche Einblicke, die uns das Buch hierzu ganz nebenbei bietet, korrigiert vielleicht den einen oder anderen Blickwinkel.

 

Wer den Stil des Autors mag, pointiert, leicht ironisch und wortgewandt, der dürfte bei der Lektüre viel Vergnügen haben. Ob im Urlaub, vor dem Einschlafen oder während öder Flachetappen vor dem Fernsehapparat, die kurzen Geschichten passen gut. Allerdings nimmt er es gelegentlich mit historischen Daten nicht allzu genau...

 

von Maki

Juni 2005

 

 


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