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Heinrich Haussler - Interview November 2005

Fragen: Tick mit Unterstützung von blaho und Niki2000, November 2005 

© Fotos: Mani Wollner






Name: 
Heinrich Haussler 
Nationalität: 
Deutscher 
Geburtsdatum: 
25.02.1984 
Wohnort: 
Cottbus 
Familie: 
ledig 
Teams: 
Aktiv seit 1990 bei ISPO Lotusan Cottbus, RSC Cottbus, Australien 
 
Profi seit 2005 bei Gerolsteiner 


>>> C4F-Portrait Heinrich Haussler



 

 

Wagen wir einen Rückblick auf dein erstes Profijahr: Bist du mit deiner Leistung zufrieden? Bist du mehr oder weniger Rennen gefahren als erhofft? War der Einstieg in den Profizirkus einfach oder schwerer als erwartet?

-- Dieses Jahr war für mich sehr gut, weil ich ein paar gute Ergebnisse erzielt habe. Ich denke, ich habe mich gut ins Team integriert und habe im Rennen gutes Teamwork abgeliefert. Der Anfang war schwer, aber ich habe mich schnell an die neuen Belastungen gewöhnt. Wenn man jedoch eine große Rundfahrt fährt, merkt man erst wie schnell und hart es ist, über drei Wochen konstant hohe Leistungen zu bringen. Da weiß man dann wieder, wo man eigentlich steht...

 

Wie viele Renntage hast du 2005 absolviert? War das mehr oder weniger als erwartet oder als du gewohnt warst?

-- Ich hatte ungefähr 60 Renntage. Das ist eigentlich nicht viel. Für mich war dieser Saisonaufbau so wie er war, genau richtig.

 




Teamwork bei der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt 2005



Was war das Beste der Saison? Das Schlimmste? Das Lustigste? Der peinlichste Fehler?

-- Das Beste: Die 19. Etappe bei der Vuelta. Damit war ich der einzige Deutsche, der in diesem Jahr eine Etappe in einer großen Rundfahrt gewonnen hat. Das ist doch schon was.

Das Schlimmste: Als mir am Ruhetag in Loret de Mar alle meine Sachen aus dem Hotelzimmer gestohlen worden.

Das Lustigste: Das erste Teamtreffen im vergangenen Jahr im November. Ich wusste gar nicht, dass man mit Radfahrerkollegen so viel Spaß haben kann.

So richtig peinliche Dinge sind mir eigentlich nicht passiert.

 

Hattest du Ehrfurcht vor Stars wie Rebellin?

-- Ja ich denke schon. Am Anfang hatte ich natürlich viel Respekt, den hab ich jetzt aber auch immer noch. Dadurch habe ich am Anfang in den Rennen noch sehr zurückhaltend agiert. Aber das hat sich dann schnell gelegt.



 



Vuelta 2005 19. Etappe
Heinrich Haussler auf dem Weg zum Etappensieg

Welche Ziele hast du dir vor der Vuelta selbst gesteckt?

-- Durchzufahren! Ich wollte einfach nur mal erleben, was bei so einer Rundfahrt überhaupt abläuft und vielleicht einmal unter die ersten fünf im Tagesergebnis fahren. Mahr hatte ich wirklich nicht im Hinterkopf.

 

Welche neue Erfahrungen und Lerneffekte nimmst du aus deiner ersten großen Landesrundfahrt mit?

-- Ich habe sehr viel gelernt über die 3 Wochen. Man muss seine Kräfte einteilen, nicht soviel im Wind fahren aber auch seine Chancen suchen und nutzen.

 

Es wird behauptet, es gäbe nichts Schwierigeres als die dritte Woche einer dreiwöchigen Rundfahrt. Kannst du diese These bestätigen oder widerlegen?

-- Ja, nach hinten raus wird es schon super schwer. Aber ich habe gemerkt, dass ich diese Belastungen gut verkrafte. Zum Ende hin, so hatte ich das Gefühl, ging es mir im Vergleich zu den anderen immer besser. Auch nach der Vuelta lief es noch ganz gut bei mir.






Vuelta 2005 19. Etappe



Vuelta 2005 19. Etappe



 

Zunächst wurdest du für das WM-Straßen-Team nominiert, um dann doch nicht mitfahren zu dürfen. Wie hast du die ganze WM erlebt?

-- Na ja, ich war nicht allzu sehr enttäuscht, weil ich jung bin und noch oft die WM fahren kann. Aber es wäre schön gewesen, dabei zu sein.

 

Du bist eine unglaublich starke Saison gefahren in der du oft überrascht hast. Ist das typisch für dich? Bist du schon so spät in der Saison noch gut gefahren? Wie erklärst du dir das?

-- Ganz einfach: Ich habe mit meinem Heimtrainer Michael Max einen sehr guten Trainer und nehme Ratschläge gerne an. Auch unsere Sportliche Leitung im Team Gerolsteiner um Hans-Michael Holczer und Christian Henn nehmen mir viele Sorgen ab und denken unheimlich viel mit. Das hat alles Hand und Fuß, was da für junge Profis wie mich möglich gemacht wird.





Paris-Roubaix 2005
wird er die Hölle des Nordens auch 2006 erleben können?


Planst du, deine Vorbereitung gänzlich umzustellen oder bleibst du bei alt bewährtem für die neue Saison?

-- Nein ich denke nicht. Mein Trainer kennt mich sehr gut und weiß genau, wie mein Training aussehen muss. Das hat dieses Jahr sehr gut geklappt. Ich sehe keinen Grund, warum ich da etwas ändern sollte.

 

Welche Renneinsätze erhoffst du dir besonders für 2006?

-- Ich will wieder so viele Klassiker fahren wie es Sinn macht und wieder bei einer großen Landesrundfahrt dabei sein. Vielleicht mal den Giro?



Hast du irgendwann während der Saison zu dir selbst gesagt: "Junge du hast den falschen Beruf gewählt, das willst du nicht!" Oder fühlst du dich bestätigt in deiner Entscheidung Radprofi zu werden?

-- Nein. Ich wollte schon immer Profi werden und ich bin jetzt froh, dass ich mit Gerolsteiner ein Top-Team gefunden habe, das mich auch unterstützt und fördert. Das war ein herrliches Jahr und ich bin jetzt schon heiß auf die nächste Saison.

 




Rheinland-Pfalz-Rundfahrt 2005


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