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Markus Ganser - Interview Dezember 2005

Fragen: Sven

© Fotos: Mani Wollner, Peloton-Pictures






Name: 
Markus Ganser 
Nationalität: 
Deutscher 
Geburtsdatum: 
09.04.1972 
Wohnort: 
Stolberg 
Familie: 
verheiratet, ein Kind 
Teams: 
2001 Athleticum-Principia 
 
seit 2002 ComNet-Senges 
Teammanger: 
seit 2003 bei ComNet-Senges 


 



Markus Ganser während der Harzetappe der Niedersachsen-Rundfahrt 2005.

Lieber Herr Ganser. Die Ära ComNet ist Geschichte – zumindest die des Sponsors im Radsport. Mit dem Energieunternehmen regiostrom wurde aber scheinbar schnell und unkompliziert ein neuer Partner für die nächsten Jahre präsentiert. War der Findungsprozess des neuen Hauptsponsors wirklich so problemlos, wie es öffentlich den Anschein hatte?

Problemlos ist es sicherlich nie in der heutigen Zeit einen starken Partner zu finden. Jedoch war die Firma EWV(regiostrom) schon drei Jahre als Co-Sponsor bei uns engagiert und konnte uns daher genau kennen lernen. Aufgrund der guten und langjährigen Zusammenarbeit waren wir uns dann schnell einig.

 

 

Insgesamt verlief die Saison weitestgehend erfolgreich. Insbesondere Robert Retschke sorgte mit drei herausragenden Siegen (Köln-Schuld-Frechen, Rund um Düren, Berg-DM) für Glanzlichter. Welches Rennen Ihres Teams bleibt für Sie besonders in Erinnerung und warum?

Subjektiv bleibt für mich „Rund um Düren“ in Erinnerung, da wir bei unserem Heimrennen nicht nur durch Roberts Sieg, sondern auch mannschaftlich überzeugten.

 

 

Sie fahren mit Ihrem Team in der Continental-Division. Orientiert man sich dennoch hauptsächlich an höherklassigen Teams oder steht der Wettbewerb mit Mannschaften wie Lamonta, RSH oder dem Team Sparkasse im Vordergrund?

Wir fahren Radrennen um zu gewinnen. Daher interessiert es mich eigentlich nicht wer Zweiter wird. Dies klingt sicherlich vermessen und ich meine damit nicht nur den Sieg, sondern sicherlich auch sonstige gute Platzierungen. Wir fahren für bestmögliche Resultate und nicht gegen andere Teams.

 

 

Die fünf Neuzugänge für 2006 sind in Deutschland relativ unbeschriebene Blätter. Könnten Sie die Stärken, die diese Fahrer mitbringen, kurz beschreiben?

Wir haben acht Neuzugänge und wenn sich darunter ein aktueller Weltcupsieger (Jens Mouris) und ein ehemaliger Straßenweltmeister (Joshua Collingwood) befinden, sind das meiner Meinung nach keine unbeschriebenen Blätter.

Details zu unseren Fahrern werden wie immer erst während der Teampräsentation (03.02.2006 in der Stolberger Stadthalle um 19.30 Uhr), die übrigens öffentlich ist, bekannt geben.

 

 

Haben junge deutsche Nachwuchsfahrer aus der U23-Bundesliga kein Interesse, bei einem kleinen, aber durchweg feinen Team wie dem Ihrigen zu fahren oder weswegen stammen die Neuzugänge fast durchweg aus dem Ausland?

Von unseren acht Neuzugängen sind vier aus dem Ausland, wobei Laurent Didier bei uns in Aachen studiert und daher bereits eine örtliche Nähe bestand. Die restlichen vier Fahrer sind Deutsche. Grundsätzlich unterstütze ich jedoch den Hintergrund ihrer Frage.

Leider ist es häufig so, dass die jungen deutschen Fahrer eine utopische Vorstellung von einem soliden Kontinental-Team haben. Viele Anfragen, die wir erhalten, beschäftigen sich zuerst mit den finanziellen Teamleistungen und nicht mit dem sportlichen Engagement. Bei ausländischen Sportlern stehen hingegen häufig Dinge wie Rennprogramm und sportliche Entwicklung im Vordergrund.

Ich möchte dies nicht pauschalisieren, jedoch haben wir diese Erfahrung in den letzten fünf Jahren oft gemacht.

Unter unseren Neuzugängen sind wie gesagt jedoch auch vier deutsche U23-Fahrer, die mit uns sportlich weiterkommen wollen.

 



 



Ein Leistungsträger verlässt das Team: Corey Sweet

Einmal mehr steigen mit Corey Sweet und Robert Retschke zwei Fahrer in eine höhere Division (zu Akud-Wiesenhof) auf. Welchem oder gar welchen Fahrer/n Ihres neuen Kaders trauen Sie eine ähnliche Entwicklung zu?

Sie haben Petter Renäng vergessen, der zu Unibet wechselt. Es gibt jedes Jahr Enttäuschungen und Überraschungen und daher möchte ich den Saisonverlauf gerne abwarten. Ich bin mir aber sicher, dass der ein oder andere den Schritt nach oben schafft.

 

 

Es soll kritische Stimmen gegeben haben, die da gerade bei kleineren Rundstreckenrennen in Nordrhein-Westfalen meinten, dass ComNet-Senges durch die sowohl qualitative, als auch zahlenmäßige Überlegenheit, vielen dieser Rennen den Reiz und die Spannung nehmen würde. Können Sie derlei Meinungen nachvollziehen und haben Sie selbst solche Stimmen vernommen?

Wir haben als Kontinental-Team in den letzten Jahren zusammen mit dem Team Lamonta, mit großem Abstand das umfangreichste Programm an UCI Eintages- und Etappenrennen gefahren. Die Fahrer die dort nicht eingesetzt werden, wollen natürlich auch Radrennen fahren.

Da wir in NRW ansässig sind, fahren diese dann dort häufig Rundstreckenrennen. Wie aber auch z.B. Lamonta oder das Team Sparkasse.

Für mich gilt wie immer im Sport: Der Beste soll gewinnen. Wir fahren nur Rennen zu denen wir zugelassen sind und wir beschweren uns ja auch nicht, wenn T-Mobile uns gnadenlos abhängt.

 



 



Ein Highlight für das Team und den Chef: Robert Retschkes Sieg bei Köln-Schuld-Frechen

Gibt es konkrete Ziele, die Sie mit Ihrem Team für die Zukunft verwirklichen wollen - vielleicht sogar im Laufe der kommenden Jahre ein Aufstieg zum Professional Continental Team?

Wir wollen uns stetig weiterentwickeln - dies haben wir in den letzten fünf Jahren immer getan. Wir sind in Deutschland das älteste Kontinental-Team und dies dokumentiert unsere solide Arbeit. Träumen tun wir selbstverständlich von einem Aufstieg in die nächst höhere Klasse. Diesem Traum sind wir sicherlich so nah wie noch nie zuvor.

 

 

Sie selbst waren in dieser Saison einmal mehr sehr aktiv – zudem erfolgreich, u.a. mit dem Sieg beim Heimspiel in Breinig. Wird es im kommenden Jahr erneut den Vielfahrer Markus Ganser geben, oder wollten Sie nur noch einmal Ihren jungen Fahrern zeigen, wie der Hase läuft?

Da meine Frau Ende Februar unsere zweite Tochter erwartet, werde ich vorerst keine Rennen fahren und mich "nur" auf meine Manageraufgaben konzentrieren. Jedoch möchte ich es nicht ausschließen noch einmal aktiv zu werden.

 

 

Abschließend vielleicht ein kurzes Resümee der Saison 2005 und ihr ganz persönlicher radsportlicher Wunsch für 2006!

Wir waren mit der Saison 2005 rundherum zufrieden.

Für 2006 wünsche ich meinen Jungs eine möglichst unfallfreie und erfolgreiche Saison.

 



 

Besten Dank, Markus Ganser - und viel Erfolg für das neue Jahr, sowohl für die Familie, als auch für das Team.


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