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Saisonvorschau Liquigas 2006

von Christine, Fotos: * Cyclingimages.com



Nach dem Erfolg Danilo Di Lucas, der 2005 die Gesamtwertung der Protour gewann, muss sich Liquigas einiges einfallen lassen, um dieses Ergebnis 2006 zu übertreffen. An Zielen mangelt es der Mannschaft um Teammanager Roberto Amadio nicht:

 

In der ersten Saisonhälfte strebt Liquigas Erfolge bei Tirreno-Adriatico, Milano-Sanremo, Paris-Roubaix, Liège-Bastogne-Liège und dem Giro d’Italia an. Im zweiten Teil der Saison liegt der Fokus auf der Clasica Ciclista San Sebastian, Züri Metzgete, der Strassenweltmeisterschaft und dem Giro di Lombardia. Aber auch die Tour de France und die Vuelta sind als Rennen der Protour im Programm, wenn sie auch nicht eine so hohe Priorität genießen wie der Giro d'Italia.

 




Liquigas hofft auf eine erfolgreich Saison 2006 *



Um diese Ziele erfolgreich umsetzen zu können, bedarf es einer wettbewerbsfähigen Mannschaft, die auf unterschiedlichem Terrain Erfolge erzielen kann. Mit den sechs Kapitänen Danilo Di Luca, Magnus Bäckstedt, Stefano Garzelli, Luca Paolini, Dario Cioni und Franco Pellizotti soll dies nach Meinung von Liquigas möglich sein, zumal 18 weitere Fahrer mit teilweise großer Erfahrung dem Kader angehören und vier vielversprechendes Neos verpflichtet wurden. 



Kapitäne



Ziel Girosieg: Danilo Di Luca *

Danilo Di Luca (Rolleur, Bergfahrer, Sprinter)

Der große Triumphator der Saison 2005 war Danilo Di Luca, der erstmals in seiner Karriere eindrucksvoll demonstrierte, dass er nicht nur ein hervorragender Klassikerfahrer ist, sondern durchaus auch im Hochgebirge bei großen Rundfahrten mit den Besten mithalten kann. Aus diesem Grund wurde die Saisonplanung für 2006 umgestellt: Um nicht nur eine gute Platzierung bei dem Giro d'Italia herauszufahren, sondern ein echter Siegkandidat zu sein, bereitet sich Danilo Di Luca gezielt auf das wichtigste italienische Rennen des Jahres vor. Die Klassiker und Protourgesamtwertung müssen vor diesem Hintergrund zurückstecken. Er verzichtet damit auf Erfolge in Rennen, die bisher als seine Stärke bezeichnet wurden. Diese Saisonplanung ist Risiko und Chance zugleich. 2006 wird zeigen, ob Di Lucas vierter Platz beim Giro d'Italia 2005 ein Zufallserfolg war oder ob er mittlerweile tatsächlich auch im Hochgebirge zu der absoluten Weltelite zu zählen ist. Ein weiterer Saisonhöhepunkt könnte die Weltmeisterschaft in Salzburg werden, doch dies ist auch davon abhängig, ob Di Luca von dem italienischen Nationalcoach Franco Ballerini nominiert werden wird.

 



Luca Paolini (Rolleur, Sprinter)

Nachdem Di Luca 2006 andere Ziele als 2005 verfolgt, war Liquigas auf der Suche nach einem Fahrer, der diese Lücke zu füllen vermag. Die Verantwortlichen entschieden sich für Luca Paolini, der jahrelang als Helfer an der Seite von Paolo Bettini dessen Erfolge mit vorbereitete. Aber mit seinem dritten Platz bei der Weltmeisterschaft 2004 hat Paolini bereits unter Beweis gestellt, dass er nicht nur ein guter Helfer ist. 2006 werden v.a. bei Mailand - San Remo und den belgischen Klassikern gute Resulate von ihm erwartet. Außerdem soll er eine gute Platzierung in der Protourgesamtwertung einfahren, im Idealfall als Nachfolger von Di Luca das weiße PT-Trikot erneut für Liquigas sichern.

 




Neuzugang: Luca Paolini *



Blickrichtung Tour de France: Stefano Garzelli*



Stefano Garzelli (Rolleur, Bergfahrer, Sprinter)

Die Saison 2006 wird Aufschluss darüber geben, ob Stefano Garzelli noch ein Fahrer mit Siegambitionen bei großen Rundfahrten ist oder ob seine Zukunft in den Klassikern liegt. Garzellis letzte Saison verlief etwas unglücklich. Nach seinem verletzungsbedingten Aus beim Giro d'Italia schaffte er es nicht bis zu der kurzfristig in sein Rennprogramm genommenen Tour de France seine Topform wieder aufzubauen. 2006 wird er nach neun Jahren erstmals auf eine Teilnahme am Giro d'Italia verzichten und bereits im Frühjahr seinen ersten Saisonhöhepunkt mit Tirreno - Adriatico und den Frühjahrsklassikern haben. Danach will er bei der Tour de France unter Beweis stellen, dass er noch immer ein Top-GT-Fahrer ist. Falls Ballerini ihm die Möglichkeit bietet, könnte die Weltmeisterschaft in Salzburg ein weiteres Saison-Highlight werden.

 





Schwedischer Flame: Magnus Bäckstedt *

Magnus Bäckstedt (Rolleur)

Für die Saison 2006 hat sich der große Schwede drei Hauptziele vorgenommen, die sich sehr denjenigen der vergangenen Saison gleichen: Paris - Roubaix, Tour de France und Derny Stundenrekord. Im April steht zuerst der Klassiker Paris - Roubaix auf dem Programm, den er als sein Lieblingsrennen bezeichnet. Nach seinem Sieg 2004 reichte es 2006 "nur" zu einem vierten Platz. 2006 möchte Magnus Bäckstedt wieder ganz oben auf dem Siegespodest stehen. Auch die Tour de France wird der Skandinavier wieder bestreiten, und würde die Teilnahme gerne mit einem Etappensieg krönen. Im Herbst wird er einen weiteren Versuch unternehmen, den Derny Stundenrekord zu brechen. Er will seinem Körper allerdings eine etwas längere Erholung gönnen und daher wird der Rekordversuch erst im November stattfinden.

 



Franco Pellizotti (Bergfahrer)

In der ersten Saisonhälfte 2005 überzeugte Pellizotti mit einer Reihe von guten Resultaten. Nach der Tour de France war von ihm aber nicht mehr viel zu sehen, insofern kann man mit der Saison 2005 nicht 100% zufrieden sein. Für 2006 wird das Programm etwas umgestellt. Pellizotti soll Danilo Di Luca beim Giro d'Italia unterstützen, aber auch die Chance auf eigene Etappensiege bekommen. An der Tour de France wird er vermutlich nicht teilnehmen.

 




Helfer und Kapitän I: Franco Pellizotti *



Helfer und Kapitän II:Dario Cioni *



Dario David Cioni (Bergfahrer, Zeitfahrer)

Von Dario Cioni hatte die sportliche Leitung 2005 mehr erwartet. Im Gegensatz zu den Vorjahren zeigt Cioni keine Weiterentwicklung, seine Leistungen stagnierten. Es mag sein, dass er mit dem Erwartungsdruck nicht zurecht kam. Wenn er es schafft sich als Rennfahrer weiter zu verbessern ohne dabei immer gleich in Resultaten bzw. Siegen zu denken, stellen sich in der Folge gute Ergebnisse von allein ein. Dann kann er 2006 zu dem Protagonisten werden, den man bereits 2005 erwartete. Beim Giro d'Italia allerdings wird er sich dem Ziel Gesamtsieg von Danilo Di Luca unterordnen müssen. Er wird seine persönliche Chance bei anderen Rennen suchen müssen.



Junge Talente



Als Neo schon nationaler Meister: Enrico Gasparotto *

Enrico Gasparotto (Sprinter)

Enrico Gasparotto hat bereits in seiner ersten Profisaison das Kunststück vollbracht sich den italienischen Meistertitel der Profis zu sichern. Ein großer Erfolg sicherlich, der für so einen jungen Fahrer aber auch eine Belastung bedeuten kann. Im italienischen Meistertrikot werden seine Leistungen nach überstandenem Pfeifferischem Drüsenfieber von der Öffentlichkeit sehr genau beobachtet werden. Es bleibt abzuwarten, wie der talentierte Sprinter mit dem öffentlichen Erwartungsdruck umzugehen vermag. Vergleiche mit Mario Cipollini, wie sie bereits nach dem Sieg der italienischen Meisterschaft aufgrund des gleichen Geburtstages (mit unterschiedlichem Geburtsjahren) angestellt wurden, sind nicht besonders hilfreich. Das zweite Profijahr gilt allgemeinhin als das schwierigste und daher sollte man nicht zuviel von dem jungen Italiener erwarten, sondern ihn in seiner Entwicklung unterstützen.

 

Vincenzo Nibali (Rolleur, Bergfahrer)

Nach Auflösung des Rennstalls Fassa Bortolo musste Vincenzo Nibali bereits nach seiner ersten Profisaison erneut die Mannschaft wechseln. Mit seinem zweiten Platz auf der sechsten Etappe der Tour de Suisse (Bergankunft) demonstrierte Nibali, auch wenn es nicht zum Etappensieg reichte, dass seine Stärken im bergigen Terrain liegen. Nicht zuletzt dieser zweite Platz war es auch, der Vinzeno Nibali die Möglichkeit eröffnete, seine Karriere auch 2006 im Dienste eines Protour Teams weiter voranzutreiben. An der Seite von erfahrenen Profis wie Stefano Garzelli, Danilo di Luca oder Dario Cioni wird Nibali von deren Erfahrung profitieren und hoffentlich bald - vielleicht bei der Vuelta? -  das in ihn gesetzte Vertrauen an Liquigas zurückzahlen können.

 





Hofft auf eine gute Saison: Daniele Colli *

Daniele Colli (Rolleur, Sprinter)

Aufgrund der großen Aufmerksamkeit für Enrico Gasparotto sind die guten Resultate von Daniele Colli 2005 etwas untergegangen. Er fuhr vordere Platzierungen bei Etappen des Giro del Trentino, der Tour de Romandie und der Tour de Suisse ein, zumal er in der zweiten Saisonhälfte etwas mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Roberto Amadio traut dem mehrfachen italienischen Juniorenmeister (Strasse, Zeitfahren, Bahn) eine ähnlich gute Saison 2006 zu.

 

Eros Capecchi (Rolleur, Bergfahrer)

Der junge Italiener Eros Capecchi gilt als eines der größten Talente im italienischen Radsport. 2005 bekam Capecchi die Chance als Stagiaire erste Erfahrungen im Profiumfeld zu sammeln. Er bestritt für Liquigas Rennen wie den Giro dell'Emila oder den GP Beghelli. Er konnte mit seinen Auftritten die sportliche Leitung von Liquigas überzeugen und erhielt so einen Profivertrag mit einer Laufzeit von drei Jahren (2006 bis 2008). Er ist mit 19 Jahren der jünste Fahrer im Kader von Liqugas. 2006 werden von ihm noch keine großen Resultate erwartet, es geht vor allem darum, dass er den Schritt vom U23-Fahrer zum Radprofi erfolgreich vollzieht. Für die Zukunft aber erwartet Liquigas viel von dem italienischen Meister der Junioren des Jahres 2004.  

 

Roman Kreuziger (Rolleur, Bergfahrer)

Liquigas sicherte sich bereits früh die Rechte an dem jungen Tschechen, der 2004 mit bei der Weltmeisterschaft im italienischen Verona mit dem Weltmeistertitel im Strassenrennen und dem Vize-Weltmeistertitel im Zeitfahren (beides in der Klasse der Junioren) für Furore sorgte. Auch sein Erfolg auf der Königsetappe (Bergankunft) des prestigeträchtigen Giro delle Regioni und sein zweiter Platz in der Gesamtwertung dieses Rennens fanden international Beachtung. Trotz dieser Erfolge wollte Liquigis ihn zunächst erst 2007 zum Profi zu machen und ihn 2006 im Nachwuchsteam zu "parken". Jedoch entschied sich die sportliche Leitung nach reiflicher Überlegung doch noch dazu Kreuziger bereits 2006 die Chance zu geben sich als Profi zu beweisen (Vertrag bis 2008). Liquigas glaubt an das Potential des jungen Tschechen (Amadio: "Er hat den Kopf eines Champions"), der mit 19 Jahren zusammen mit Capecchi einer der jüngsten Fahrer des Teams ist. Ähnlich wie bei Capecchi muss man aber abwarten, wie schnell er die Umstellung zum Profi vollzieht. In den nächsten Jahren jedoch wird er mit guten Leistungen sicher noch von sich reden machen.



Fazit

Wenn alle Fahrer ihre Trainingsergebnisse in Resultate umsetzen können, steht Liquigas eine erfolgreiche Saison 2006 bevor. Das Team verfügt über Fahrer mit unterschiedlichen Qualitäten: Rundfahrer (Garzelli, Cioni, Pellizotti, Di Luca) Spezialisten für Klassiker und schwere Eintagesrennen (Garzelli, Bäckstedt, Di Luca, Paolini) oder aber Sprinter (Paolini, Gasparotto oder Colli). Nur mit Zeitfahrspezialisten ist man nicht gut besetzt. Cioni und Bäckstedt können zwar gute Resultate einfahren, zu der absoluten Weltelite im Zeitfahren zählen aber auch sie nicht.

 

Für eine italienische Mannschaft mit italienischem Sponsor haben naturgemäß die italienische Rennen mit dem Giro d'Italia als absoluten Saisonhöhepunkt die höchste Bedeutung. Aber auch bei den italienischen und internationalen Klassikern möchte Liquigas glänzen. Die weiteren Rennen der Protour werden zwar bestritten, allerdings ist selbst die Tour de France für die Mannschaft unter der Leitung von Roberto Amadio eher ein Rennen, das mitgenommen wird, weil es zur Protour gehört. Erfolge dort sind zwar schön, aber nicht essentiell.

 

Man darf gespannt abwarten, welche der Fahrer die in sie gesetzte Erwartungen erfüllen können und welche nicht. Die Papierform ist das eine, die Realität eines Radrennens das andere. Vielleicht aber schafft es 2006 sogar einer der vielversprechenden Neos in seiner ersten Profisaison Akzente zu setzen. Es muss nicht unbedingt erneut ein Meistertitel dabei rausspringen wie 2005 mit Enrico Gasparotto.




Wollen auch 2006 viel zu lachen und feiern haben: Die Fahrer und Verantwortlichen von Liquigas *



Team 2006

Fahrer



Fahrer Neuzugang/Neo Nationalität Geburtstag 
ALBASINI Michael 
 
SUI 
20.12.1980 
ANDRIOTTO Dario 
 
ITA 
25.10.1972 
BACKSTEDT Magnus 
 
SWE 
30.01.1975 
CALCAGNI Patrick 
 
SUI 
05.07.1977 
CAPECCHI Eros 
Neo 
ITA 
13.06.1986 
CARLSTRÖM Kjell 
 
FIN 
18.10.1976 
CIONI Dario David 
 
ITA 
02.12.1974 
COLLI Daniele 
 
ITA 
19.04.1982 
CURTOLO Alberto 
Neo 
ITA 
14.08.1984 
DA DALTO Mauro 
Neo 
ITA 
08.04.1981 
DI LUCA Danilo 
 
ITA 
02.01.1976 
FAILLI Francesco 
Neuzugang 
ITA 
16.12.1983 
GARZELLI Stefano 
 
ITA 
16.07.1973 
GASPAROTTO Enrico 
 
ITA 
22.03.1982 
KREUZIGER Roman 
Neo 
CZE 
06.05.1986 
LODA Nicola 
 
ITA 
27.07.1971 
MIHOLJEVIC Vladimir 
 
CRO 
18.01.1974 
MILESI Marco 
 
ITA 
30.01.1970 
MUGERLI Matej 
 
SLO 
17.06.1981 
NIBALI Vincenzo 
Neuzugang 
ITA 
14.11.1984 
NOE Andrea 
 
ITA 
15.01.1969 
PAOLINI Luca 
Neuzugang 
ITA 
17.01.1977 
PELLIZOTTI Franco 
 
ITA 
15.01.1978 
QUINZIATO Manuel 
Neuzugang 
ITA 
30.10.1979 
RIGHETTO Marco 
 
ITA 
25.11.1980 
SPEZIALETTI Alessandro 
Neuzugang 
ITA 
14.01.1975 
WEGELIUS Charles 
 
GBR 
26.04.1978 
ZANINI Stefano 
Neuzugang 
ITA 
23.01.1969 


Sportliche Leitung

AMADIO Roberto (Teammanager)

CHIESA Mario (Sportlicher Leiter)

MARIUZZO Dario (Sportlicher Leiter)

SCIREA Mario (Sportlicher Leiter)

ZANATTA Stefano (Sportlicher Leiter)

 



mehr Informationen: http://www.teamliquigas.it


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