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U23 - Mock List 2004

 

Trendfolgend machten sich vier junge Bewohner der alten Welt auf, den Trends der neuen Welt nachzueifern. Nur dann eben ganz innovativ und anders. Ziel war es, die altbekannte amerikanische Mock List auf Radsport zu übersetzen. Eine Rangliste mit aktuellen U23 Fahrern, die nächstes Jahr unbedingt bei einem Profiteam unterkommen müssen. Erstellt wurde dieses Meisterwerk in einem für Normalmenschen kaum nachvollziehbaren Verfahren von vier für Normalmenschen kaum nachzuvollbaren Experten: chreezer, ISPO Hoffi, MarcusTheCooper und ogkempf.

Nach der Erstellung der Rangliste, die wie erwähnt nur durch unendlich abstrakte mathematische Kalkulationen die jetzige Form zu finden wusste, erstellten chreezer, ISPO Hoffi und ogkempf kurze Texte voller reichhaltiger Informationen zu den Fahrern. MarcusTheCooper hatte Besseres zu tun; er er testete seine Magenta – Kompatibilität, um nun in Italien den favorisierten Italienern das eine oder andere Edelmetall streitig zu machen. Viel Glück dabei!

Um die Volt weiterhin ein wenig im Kreis laufen zu lassen, beginnen wir mit dem Niedrigsten der Experten-Jury gewählten Fahrer:

 




Platz 29: Bernhard Kohl

Bernhard Kohl

Österreich

04.01.1982

 

Der fluffige, kleine Österreicher beschritt einen für Österreicher nicht ganz dummen Weg, um seine Karriere so richtig zum Laufen zu bekommen. Er beschritt den gleichen Weg wie sein Landsmann Bernhard Eisel. Während Eisel zu den Mini Mapeis ging, zog es Kohl 2003 vom heimischen Elk Team ins nördlichere Ausland, zu den Mini Rabos.

Bei den Niederländern feierte er im schmucken Trikot des Österreichischen Meisters auch gleich seine beste Saison. Sein größter Erfolg war der zweite Platz bei der Thüringen – Rundfahrt (2.7.1). Geschlagen wurde er, wie bei den Mini Rabos so üblich, nur von einem Teamkollegen, nämlich Joost Posthuma. Dieses Resultat sowie der 10. Platz bei Lüttich – Bastogne – Lüttich (1.7.1) lassen erahnen was für ein Fahrertyp Kohl ist. Er kommt gut über die Berge, auch wenn sie nicht unbedingt ganz so fürchterlich hoch sein müssen. So wie bei der österreichischen Straßenmeisterschaft der Profis, die er als Fünfter beendete.

Dieses Jahr lief es beim Wiener weniger gut. Er wird vom Team gern früh in den Wind gesteckt, wo er dann oft bis zum Ende bleiben darf. Erst im August konnte er sich ein wenig freifahren. Er gewann die schwere Tour de Pyrénes (2.6). Eine Etappe gewann ernicht, aber seine Konstanz verhalf ihm am Ende zum ersten Platz. Bernhard Kohl hat bisher noch keinen Vertrag für die 2005.

 






Platz 28: Michiel Elijzen

Michiel Elijzen

Niederlande

31.08.1982

 

Der 1,91 Meter große Niederländer ist sozusagen ein Rabobank Eigengewächs. Bereits seit 1998 fährt er für die Bauernbank, dass heißt, dass er auch das inzwischen nicht mehr existierende Juniorenteam noch erlebt hat.

Elijzen ist das, was wenige niederländische Profis, aber ungeheuer viele niederländische Nachwuchsleute sind: ein starker Zeitfahrer mit Qualitäten am Berg. Und weil er im stärksten Nachwuchsteam der Welt fährt und seine Qualitäten nicht ganz an die seiner Leader heranreichen, ist er vor allem ein Edelhelfer.

Trotz all seiner Helferdienste, hat es Elijzen dieses Jahr aber geschafft eine ganze Anzahl ansehnlicher Erfolge einzufahren. Sein einziger Einzelsieg war beim kleinen Omloop der Vlaams Gewesten. Bei den niederländischen U23 Meisterschaften im Zeitfahren wurde er Zweiter. Die Triptyque des Barrages (2.7.1) beendete er als Dritter, sein vermutlich größter Erfolg im U23 Bereich dieses Jahr, der unter Anderem für einen für einen Helfer sehr beachtlichen 26. Platz in der Weltrangliste verantwortlich ist. Hinzu kommt der Sieg im Mannschaftszeitfahren beim Circuit des Mines (2.5).

Bei den großen Rabos wird Elijzen vermutlich nicht unterkommen und inwieweit es 2005 kleinere niederländische Profimannschaften gibt, ist noch nicht deutlich. Das macht das Finden eines Profiteams für Michiel nicht leicht.






Platz 27: Thomas Rohregger

Thomas Rohregger

Österreich

23.12.1982

 

Als Österreicher hat man es schwer. Rohregger muss sich meist bei nationalen Rennen zeigen, die österreichische Nationalmannschaft traut sich nicht oft ins Ausland. So muss der Wirtschaftsrecht Student die Aufmerksamkeit der großen Teams in kleinen Rennen gewinnen.

Denn als Österreicher hat man es schwer – es gibt nämlich auch keine österreichischen Profiteams. Man muss sich also für das Ausland empfehlen. Rohregger weiß dies. Als Zielsetzung für 2004 hat er angegeben, dass er die Topp Fünf bei der Österreichrundfahrt (2.2), eine Medaille bei den U23 Welt- und Europameisterschaften, ein Toppergebnis bei der Tour del Avenir (2.5) und Aufnahme in ein ausländisches Profiteam erreichen will. Wenn man seine Saison aber betrachtet, ist eigentlich bisher alles in die Hose gegangen. Bei der Tour de l´Avenir war er lange gut dabei, zum Ende hin brach er aber völlig weg. In der Starterliste der Europameisterschaft sucht man ihn vergebens.

Sein äußerst hochgestecktes und verfehltes Saisonziel, die Topp Fünf bei der Österreich Tour, avancierte so zu seinem größten erfolg in diesem Jahr. Er sicherte sich den zehnten Platz in diesem durchaus gutbesetzten und äußerst schweren Profirennen! Den stärksten österreichischen U23 Fahrer des letzten Jahres, Andreas Matzbacher, ließ er dabei hinter sich. Im Vorjahr erreichte Rohregger sogar den achten Platz, aber da war die Rundfahrt auch schwächer besetzt.

Als Österreicher hat man es schwer, man bewohnt ein karges, bergiges Land. Aber dieses Land hat aus Rohregger einen Vollblutkletterer gemacht. Schon 2001 konnte er sich bei mehreren international gutbesetzten, bergigen U23 Rundfahrten vorn platzierten. Die internationalen Platzierungen sind weniger geworden, dafür tritt er inzwischen viel bei kleinen einheimischen Rennen auf. Bisher hat er noch kein Profiteam für das kommende Jahr gefunden. Wenn er sich seine langfristigen Zielen, die Teilnahme und Erzielung eines Topergebnisses bei der Tour de France, dem Giro di Italia und bei den olympischen Sommerspielen 2008 erfüllen sollen, sollte sich sein Saisonziel „Aufnahme in ein ausländisches Profiteam“, am besten begünstigt durch das andere verbleibende Saisonziel „eine Medaille bei den U23 Weltmeisterschaften“, idealerweise besser erfüllen als die Anderen.






Platz 26: Andry Grivko

Andry Grivko

Ukraine

12.08.1983

 

Bereits als 19-jähriger nahm Grivko an seiner ersten U23-WM 2002 in Zolder teil. In jenem Jahr fuhr er noch in hauptamtlich in der Ukraine Rad. 2003 wechselte er in das Radsportland der unbegrenzten Möglichkeiten – Italien. Seinem kleinen Team Kopstal Sidi bescherte er in dieser Saison den einzigsten Saisonsieg beim prestigeträchtigen Eintagesrennen Giro del Valdarno (1.6) und er machte mit einigen weiteren Platzierungen auf sich aufmerksam, so dass nachdem er in Hamilton seine 2.WM bestritt, ins Team des amtierenden Europameisters Visconti wechselte. Im Team Finauto Yomo Sport gelang ihm dieses Jahr der endgültige Durchbruch mit den Siegen beim Giro Regioni und beim Giro Toscana. Grivko bestach bei diesen Rennen vor allem durch seine Konstanz – die Tagessiege fuhren oft andere ein, den Gesamtsieg er. Seine gleichermaßen guten Qualitäten im Gebirge und im Einzelzeitfahren machen ihn zu einem exzellenten Rundfahrer. Zudem ist er in der Lage aus kleinen Gruppen Siege zu ersprinten, was ihn bei schweren Eintagesrennen gegenüber Kletterspezialisten wie Puzzovivo oder Nose bevorteilt, vielleicht kann er bei seiner 3.WM im Oktober in Verona davon Gebrauch machen. Den Profivertrag hat er aber schon in der Tasche: Er fährt zusammen mit seinem Teamkollegen Visconti 2005 für De Nardi.






Platz 25: Heinrich Haussler

Heinrich Haussler

Deutschland

25.02.1984

 

In der Schülerklasse tauchte Heinrich zum ersten mal in einem deutschen Ergebniss auf. Das Australien Wombat kam extra für die Straßenmeisterschaften von Australien über den Teich geflogen und wurde Fünfter. Cottbus holte den Halb-Iren mit einem australisch-deutschen Pass nach Deutschland und es folgten Meistertitel en masse auf der Straße und auf der Bahn!

Doch letztendlich entschloss er sich für die Straße und das sollte die richtige Entscheidung bleiben!

Er gewann die Junioren Bundesliga, der deutsche Meistertitel jedoch blieb ihm vergönnt, da die Konkurenz nur auf ihn schaute! Zur WM durfte er trotzdem,  wo ihm neben der fragwürdigen Teamtaktik ein Sturz auf der Ziellinie einen Strich durch die Rechnung machte und den Traum zerplatzen ließ! Das erste Männerjahr folgte beim Radteam ISPO LOTUSAN Cottbus, doch es sollte ein durchwachsenes Jahr werden. Knie und Achillessehnenprobleme verhinderten erst eine Vorbereitung und dann den Anfang der Saison. Aber wie man weiß kam er wieder, und auch die Form meldete sich pünktlich zur Straßen DM wieder. Er wurde überraschend Zweiter und unterstrich seine Klasse. Aber das Ausrufezeichen kam durch gute Leistungen in Spanien, die ihn interessant für einen sehr bekannten Mann machten! Manolo Saiz klopfte an und setzte alles in Bewegung, um den jungen Mann zu verpflichten. Heinrich war dies aber zu früh und er lehnte ab!

2004 sollte der Durchbruch starten doch es ging wieder schlecht los; wieder die Knieprobleme. Doch für Bundestrainer Weibel ist er eine feste Größe und so schnitt er alles auf Heinrich zu. Es sollte sich lohnen, denn Heinrich kam wieder zurück und lieferte tolle Leistungen ab...nur das herrausragende Ergebnis fehlt noch...aber das ist gar nicht nötig wie es scheint. Er ist nominiert für die WM in Verona und auch Telekom und Gerolsteiner haben wohl schon angeklopft! Logisch, als ausgewiesener Allrounder ist er beliebt und es scheint als könne er wirklich alles. Den ersten Stich hat T-Mobile gezogen, die ihn als Stagiare verpflichten konnten.






Platz 24: Jesús del Nero

Jesús del Nero

Spanien

16.03.1982

 

Del Nero gehörte schon in seinen ersten drei U23-Jahren zu den Top20 Nachwuchsfahrern des Landes. Dem Sprinter del Nero gelangen immer zwei, drei Erfolge auf nationaler Ebene doch der richtige Durchbruch ließ auf sich warten. 2003 wurden seine Ergebnisse erstmals mit Einsätzen im Nationalteam belohnt – er fuhr unter Anderem einen guten Giro Regioni. Damals musste er noch die Sprints für Ventoso anfahren, dieses Jahr hätte man ihm wohl die Sprints angefahren.

Das Jahr 2004 hätte das Breakthrough-Jahr für del Nero werden können. Für sein neues Team Caja Castilla La Mancha gewann er vorzeitig die U23-Wertung der Copa España, im Trikot des Nationalteams wurde er Dritter bei einer Etappe der Profi-Rundfahrt Vuelta Rioja und konnte sich bei selbiger als 15. in der Gesamtwertung behaupten. Del Nero sollte bei der EM in Otepää als Kapitän an den Start gehen und war auch für die WM eingeplant, doch Ende Juli kam er im Training schwer zu Fall. Diagnose: Oberschenkelbruch und vorzeitiges Saisonende. Der endschnelle Madrilene, der auch ganz gut über die Berge kommt, hätte bei den beiden internationalen Großereignissen seine Saison krönen können, nun bleibt ihm nur zu hoffen, dass er die Profiteams genug beeindruckt hat in der ersten Saisonhälfte.






Platz 23: Marcel Sieberg

Marcel Sieberg

Deutschland

30.04.1982

 

Früher bezeichnete man ihn wohl als das deutsche Übertalent. Und das zu Recht, denn seine Erfolge sprechen für sich. 1999 war er schon im ersten Jahr bei den Junioren Zweiter bei den deutschen Bergmeisterschaften. Im Jahr darauf wurde er deutscher Meister und belegte den 2. Rang im Gesamtweltcup. Das erreichte er mit drei eindrucksvollen Siegen. In Italien gewann er den Giro della Basilicata , in den Niederlanden die Etappenfahrt von Axel und auch in Deutschland die Trofeo Carlsberg. Damit hat er sich auf jedem Terrain als Spitzenfahrer bewiesen und wurde nicht nur in Deutschland als der Fahrer von Morgen gehandelt! Dann kam der Aufstieg in die U23 Klasse und Marcel machte zunächst da weiter wo er aufgehört hatte . Er wurde gleich im ersten Jahr 6. bei der U23 EM dazu kamen zwei Etappensiege bei der Weltcuprundfahrt Tour de Berlin (2.7.1). In den folgenden Jahren warfen Marcel aber immer wieder gesundheitliche Probleme zurück und er konnte an seine großartigen Leistungen nicht mehr anknüpfen. Einzig bei seiner Lieblingsrundfahrt, der Tour de Berlin, konnte er 2002 und 2003 jeweils mit einem Etappensieg seine Klasse andeuten. 2004 ist das entscheidende Jahr, um sich bei einem Profiteam zu empfehlen und Marcel scheint sich wieder gefangen zu haben. Er wurde Zweiter bei der Deutschen Meisterschaft und gewann ein Bundesligarennen. Bei der U23 Austragung des Klassikers Paris - Roubaix hätte er dann alles klar machen können, aber ein Sturz 150m vor dem Ziel raubte ihm einen schon sicher geglaubten zweiten Platz. Zum Ende der Saison scheint ihn nun wieder das Pech einzuholen. Irgendetwas stimmt gesundheitlich nicht mit ihm und der Einsatz bei der WM ist fraglich! Man kann nur hoffen,  dass er trotzdem eine Chance bekommt, um seine Klasse bei den Profis unter Beweis stellen zu können!






Platz 22: Wouter Weylandt

Wouter Weylandt

Belgien

27.09.1984

 

Vermutlich hätte anfangs dieser Saison niemand geglaubt, dass Wouter Weylandt auch nur einen Stagiaire Vertrag bei Quick Step bekommen würde. Bekam er aber – und obendrauf kurze Zeit später auch gleich noch einen Profivertrag für die kommende Saison!

Vor zwei Jahren war Weylandt 68. der Juniorenweltrangliste, letztes Jahr erreichte er in seinem ersten U23 Jahr den 79. Platz - Radsport Niemandsland.

Doch im ersten großen U23 Rennen des Jahres kam sofort der Durchbruch, er gewann den GP Waregem. Und dieser Erfolg blieb keine Eintagesfliege, er bestätigte sie durch viele andere gute Resultate, wie zum Beispiel dem dritten Platz bei Paris - Roubaix (1.7.1). Und diese zwei Ergebnisse legen auch gleich recht deutlich offen, was für ein Fahrertyp er ist.

Dieses Jahr ist er als 15. zweitbester Belgier der Weltrangliste, aber für die Profiteams ist er deutlich am interessantesten, wie der Vertrag bei Quick Step für die nächste Saison wohl auch beweist. Dass er auch jetzt schon gut mitmischen kann, zeigte er auf der ersten Etappe des Circuit Franco – Belge (2.3), bei der er auf der ersten Etappe hinter Paolo Bettini und Baden Cooke Dritter wurde.






Platz 21: Juan Pablo Magallanes

Juan Pablo Magallanes

Mexiko

06.02.1982

 

Juan Pablo hat zwar nix mit dem portugiesischen Seefahrer Fernando zu tun, aber ein Weltenbummler im kleineren Sinne ist er trotzdem. 2002 zog es ihn von Mexiko nach Europa, genauer gesagt nach Spanien, wo er für das kleine baskische Team Ulma-Cegasa an den Start ging. Ein Sieg beim mittelschweren Rennen Trofeo Irache, sowie ein sechster Platz in der Lehendakari - Rennserie zeugten davon, dass er bei den europäischen Rennen ganz gut zu recht kommen würde. Nach der Saison zog es ihn weiter östlich nach Italien. Dort bestritt Magallanes die 2003er Saison für das Team Maltinti Lampadari. Wiederrum ein Saisonsieg gelang ihm – insgesamt keine schlechte Saison, aber für einen Profivertrag doch noch deutlich zu wenig. Er blieb nach der Saison zwar in Italien, doch er wechselte erneut das Team. 2004 ging er für Pratesi Saeco an den Start. Und es war bisher seine mit Abstand beste Saison. Ein echter Siegfahrer ist er zwar immer noch nicht geworden, jedoch konnte der leichtgewichtige Mexikaner, der durch seine, für einen Kletterer, ungewöhnliche Endschnelligkeit vom Fahrertyp an einen Garzelli erinnert, sich bei vielen wichtigen Rennen in die Top Ten schieben. So stehen neben seinen drei Saisonsiegen beispielsweise ein zweiter Platz beim wichtigsten italienischen Eintagesrennen, dem GP Liberazione, oder einige Top Ten Platzierungen beim Giro Regioni zu Buche. Beim 1.5er Rennen Ronde van Limburg hatte er sogar seinen ersten „Profi“-Sieg  eingefahren, als er im Sprint einer dreiköpfigen Ausreißergruppe die Niederländer Langeveld und Maaskant schlug. Eine seiner „Schwächen“, nämlich dass er eher zuviel als zuwenig attackiert und sich so oft der Siegchancen beraubt, hätte ihm seinen größten Triumph bescheren können. Da das Hauptfeld allerdings fehlgeleitet wurde, musste das Ergebnis annulliert werden. Nichtsdestotrotz hat sich Magallanes empfohlen und darf im Herbst als Stagiaire für Saeco Profiluft schnuppern.






Platz 20: Jure Zrimsek

Jure Zrimsek

Slowenien

20.01.1982

 

Letztes Jahr hätte Jure vermutlich auf einem höheren Platz gestanden als dieses Jahr. Er gehört schon seit einigen Jahren zu den Topp Athleten in der U23. Anfangs war er ein hervorragender Zeitfahrer und ein sehr guter Kletterer. Das änderte sich. Die Berge kommt er heute kaum noch hoch, dafür ist er im Sprint nicht zu unterschätzen. Auch sein Äußeres hat sich ein wenig gewandelt. Er hat die Ulle – Diät erfolgreich abgeschlossen und ist jetzt ein Pfundskerl, eine echte Rollmaschine.

Als Slowenier hatte Zrimsek schon in jungen Jahren die Chance die osteuropäischen x.5 Rennen zu bestreiten. Mit 20 Jahren gewann er eine Etappe der Olympia’s Tour, sein erster Profisieg. Inzwischen steht er bei 4 Siegen. Trotz eines Etappensieges und dem Gesamtsieg bei der Jadranska Magistrala in diesem Jahr, fallen seine Leistungen weniger auf als in den Vorjahren. Bei der Zeitfahr Europameisterschaft konnte er seinen 2. Platz des Vorjahres nicht annähernd erreichen. Ein sehr guter dritter Platz beim GP Krka (1.3) steht noch zu Buche. Ob er einen Profivertrag bekommt hängt vermutlich von seiner Leistung bei der WM ab.

Möge sein Fanclub dort mit ihm sein, denn einen solchen Fanclub gibt es im U23 Bereich wohl kein zweites Mal…zumindest wäre mir sonst kein weiterer Fanclub mit einem Dutzend Mitgliedern, von denen sich einer als Riesenfrosch verkleidet hat und auch der Rest sehr grün war, aufgefallen.






Platz 19: Maxim Belkov

Maxim Belkov

Russland

09.01.1985

 

Belkov ist der einzigste Fahrer des 85er Jahrgangs in der Liste. Das könnte damit begründet werden, dass er hinter dem belgischen Zeitfahrer Cornu der beste seines Jahrgangs im UCI-Ranking ist, oder dass wir einen Stellvertreter für die mit den Belkovs, Esins, Panaevs und Ignatievs gesegnete goldene 85er Radsportgeneration Russlands gesucht haben. Sicher spielt das alles auch eine Rolle, doch der Hauptgrund ist, das Belkov einfach ein klasse Fahrer ist. Bereits in seinem ersten Männerjahr deutete der Elfte der vergangenen Junioren-WM an, dass er ein kommender Mann für die großen Rundfahrten sein kann. Im Zeitfahren stark, am Berg stark, dazu noch eine Portion Konstanz und man hat den Fahrertyp Maxim Belkov beschrieben. Mit der russischen Nationalmannschaft machte Belkov vor allem bei italienischen Rennen von sich reden. Er gewann unter Anderem den Circuito di Caneva (1.7.1), eine Etappe beim Giro Nettarine und belegte beim Giro Regioni mit nur zehn Sekunden Rückstand auf den Ukrainer Grivko Platz zwei in der Gesamtwertung. Ziemlich viel Holz für einen 19-Jährigen, der damit fast nahtlos an seine Erfolge im Juniorenbereich anknüpfen konnte. Und so dürfte es nicht wundern wenn er auch bei der WM eine Führungsrolle im traditionell starken russischen Team zugesprochen bekommt.






Platz 18: Blazej Janiaczyk

Blazej Janiaczyk

Polen

27.01.1983

 

Polnische Rennfahrer darf man zumeist bei kleinen, von Ausländern gemiedenen polnischen Rennen bewundern. Nur selten verlassen polnische Radfahrer ihre Heimat – aber wenn sie es tun, fahren sie oft gute Resultate heraus. Egal ob kleine polnische Teams, oder polnische Rennfahrer in ausländischen Diensten.

Janiaczyk zog es auch ins Ausland. Dieses Jahr fährt er im italienischen Norda Volvo Dorini Team. Aufmerksam aus dem Ausland konnte er sich nach seiner Juniorenkarriere sicher sein. Im ersten Juniorenjahr 2000 war er hinter seinem Landsmann Piotr Mazur und Marcel Sieberg Dritter - und somit bester seines Jahrganges. Ein Jahr später war es “nur noch” der siebte Platz. Dies war der Beginn eines Trends, der zu dem Zeitpunkt vermutlich niemandem bewusst war.

Drei Jahre lang war von Janiaczyk überhaupt nichts zu hören. Die UCI führte ihn nicht einmal in ihrer Weltrangliste. Der Pole verschwand völlig von der Bildfläche.

Erst dieses Jahr tauchte er wieder wie aus dem Nichts auf. Er gewann zwei Rennen der wichtigsten U23 Kategorie, der 1.7.1. In Italien schoss er die Coppa del Pace ab und in Frankreich versenkte er die dortige U23 Spitze bei der Roue Tourangelle. Der siebte Platz bei der Europameisterschaft rundet seine absoluten Toppleistungen in der Espoir Klasse ab. In der Weltrangliste steht Janiaczyk auf einem hervorragenden siebten Rang.

Er ist nicht nur in der Weltrangliste der beste Pole. Seine Landsleute Bodnar und Mazur gehören zwar zur internationalen Spitze im Zeitfahren, aber auf der Straße sollte der Allrounder der eindeutige Kapitän sein. Auch wenn er noch ein Jahr Zeit in der U23 hat, sollte Janiaczyk für viele Teams interessant sein. Er kommt nicht nur auf vielen Terains gut zurecht, er kann es auch in vielen Ländern. Neben den erwähnten Resultaten in Frankreich und Italien, hat er bei der schweren Vuelta a Navarra (2.5) einige Topp Ten Platzierungen und einen zwölften Gesamtrang zu Buche stehen.






Platz 17: Tyler Farrar

Tyler Farrar

USA

02.06.1984

 

Tyler Farrar war ein echter Weltklassejunior. Und das nicht nur auf der Straße. Denn eigentlich kommt er von der Bahn. Dort wurde er 2002 US-amerikanischer Meister in der Individuellen- und der Mannschaftsverfolgung, sowie im Team Sprint. Da er auch auf der Straße zu den weltbesten gehörte, wählte ihn die amerikanische VeloNews zum „Junior Male Cyclist of the Year“.

2003 musst er zu den U23 und er debütierte ordentlich. Einige gute Platzierungen in großen Rennen konnte er sich gutschreiben lassen. Aber auch an einigen Bahn Weltcups nahm der Fan blutiger Steaks teil – ohne bahnbrechenden Erfolg allerdings.

Dieses Jahr war Ty in Europa kaum zu sehen. Er schiffte in der neuen Welt umher. Dem interessierten Europäer fiel er so kaum auf, denn die amerikanischen Nachwuchsrennen werden hier kaum erfasst.

Umso größer war die Überraschung über das, was Farrar in seiner zweiten Männer Saison bei der Tour del´Avenir (2.5) abbrannte. Seine Stärken konnte man aus seinen Junioren Bahnerfolgen schließen, aber er wollte anscheiend auch in Europa nochmals in den Asphalt stampfen. Beim Prologzeitfahren wurde er Vierter, eine Sekunde hinter Zeitfahr - Europameister Christian Müller. Damit nicht genug, er platzierte sich bei den folgenden Etappen im Sprint immer unter den Besten – bis er die sechste Etappe letztlich abschoss. Es war ein kurzer aber im Gedächtnis bleibender Auftritt in Good Old Europe.

Zur WM wird er hier wieder auftauchen und die Farben seines Landes im Zeitfahren und im Straßenrennen hochhalten. Vielleicht kann er dort auch noch den einen oder anderen Sponsoren für sich begeistern; wobei er noch weitere zwei U23 Jahre Zeit hat.






Platz 16: Andreas Dietziker

Andreas Dietziker

Schweiz

15.10.1982

 

Andreas Dietziker ist Vollblutallrounder. Bis 2003 gehörte er sogar auf der Bahn zu den besten in der Schweiz. Fans behaupten er könne alles, Kritiker sagen er kann nichts richtig. Sein Trainer sagte vor dieser Saison, zu lange und zu steile Anstiege seien Dietzikers Schwäche.

Und das behauptete er nicht aus einer Laune heraus. Dietzikers größter Erfolg war der Sieg bei der, Geographieexperten nicht als überaus bergig bekannten, Tour de Berlin. Den Grundstein zum Sieg legte er im Einzelzeitfahren, welches er auch gewann. Bei der WM in Hamilton wurde er Zwölfter, indem er im Feld auf den dritten Platz hinter der erfolgreichen Ausreißergruppe sprintete. Eigentlich war er als Zwölfter der Weltrangliste und somit deutlich bester Schweizer predestiniert für einen Vertrag bei Phonak, den aber bekamen Johan Tschopp und Oliver Zaugg.

Andreas blieb noch ein Jahr im U23 Bereich. Und augenscheinlich arbeitete er an seinen Schwächen – auch wenn das ein bißchen der Zeitfahrstärke schadete. Aber schon bei der Thüringen – Rundfahrt (2.7.1) war er der Gewinner der inoffiziellen, aber dringen notwendigen, „Nicht-Rabobankler-Wertung“. In der offiziellen Zählung bedeutete dies für den Schweizer einen fünften Platz bei der schweren Rundfahrt durch den Thüringer Wald.

Das ihm deutsche Rennen liegen, bewies er nur kurze Zeit später bei Rund um den Henninger Turm (1.7.1). Dort drang er pfeilähnlich in das thüringische Rabobank Quartett ein. So wurde er Vierter der dieses Jahr durch den Dauerregen fürchterlich schweren Taunusrunde.

Auch dieses Jahr ist er eigentlich wieder die Nummer Eins bei den Eidgenossen. Auch wenn beim landeseigenen 2.7.1 Rennen die Verhältnisse anders lagen und Florian Stalder sowie fünf andere Schweizer vor Dietziker lagen. Aber dessen Form am Berg hat scheinbar wieder nachgelassen. Im Zeitfahren hingegen belegte er einen hervoragenden zweiten Platz...alte Muster?

Auch wenn bisher nichts derartiges bekannt ist, für Phonak sollte Dietziker eigentlich eine Pflichtverpflichtung sein!






Platz 15: Daniele Colli

Daniele Colli

Italien

19.04.1982

 

Daniele Colli ist einer der zahlreichen italienischen Eintagesspezialisten – und er ist schon lange einer der Besten im Nachwuchsbereich. Bei den Junioren war er nicht nur italienischer Straßenmeister, er war auch nationaler Zeitfahrmeister. Das Zeitfahren hat er inzwischen vernachlässigt. Italiener finden Zeitfahren traditionsgemäß ja sowieso doof.

Seine anderen Stärken aber konnte er konservieren. Richtig ausbauen konnte er sie aber nicht.

In Italien gehört er zu den Besten, aber ein Superstar konnte er nicht werden. Selbst die WM Nominierung ist für den Weltranglistenneunten nicht sicher. Auch andere Landsmänner wie Corioni haben in etwa da gleiche Niveau.

Nachdem er schon letztes Jahr bei Vini Caldirola im Gespräch war, hat er dieses jahr seinen Vertrag bei Liquigas sicher in der Tasche. Sein wichtigstes Argument für diesen Vertrag war der Sieg beim vermutlich wichtigsten U23 Rennen überhaupt; dem GP Liberazione (1.7.1) in Italien. Seine anderen drei Siege für das Zalf Désirée Fior Team waren in kleineren Kategorien. Dass der Sieg beim Liberazione aber keine Eintagsfliege war, bewies er durch seinen zweiten Platz bei der Coppa Citta’ di Asti (1.7.1.)






Platz 14: Sebastien Minard

Sebastien Minard

Frankreich

12.06.1982

 

Gute Crosser sind auf der Straße manchmal gute Kletterer, in den meisten Fällen aber sind sie Fahrer, die die klassischen Gefilde, flämische Straßen, bevorzugen.

Minard ist ein guter Crosser! In einem chaotischen Rennen im heimischen Pont – Chareau verlor er beim Rennen der U23 im Spurt die Bronze Medaille gegen Europameister Martin Zlamalik.

Aber Minard ist auch auf der Straße gut, vielleicht sogar der beste Franzose dieses Jahr. Sein 26. Weltranglistenplatz sagt dies auf jeden Fall aus. Und wie die meisten Crosser hat auch Minard seine Stärken in Rennen mit Frühjahrscharakter.

Vor dieser Saison war der Franzose ein ziemlich unbeschriebenes Blatt, er schaffte es nie unter die besten 200 der Weltrangliste. Dieses Jahr änderte sich das gleich im ersten großen U23 Rennen des Jahres, dem GP Waregem (1.7.1). Dort gehörte er zu den stärksten Dreien und musste sich im Sprint nur Wouter Weylandt geschlagen geben. Bei Paris – Roubaix (1.7.1) fuhr er ein äußerst offensives Rennen, musste sich wie der Rest des Feldes aber der Rabobank Dominzanz beugen. Platz Zehn sprang für ihn hinaus. Beim Paris – Tours sehr ähnlichen La Roue Tourangelle (1.7.1) wurde er aus einer Zweiergruppe Zweiter. Dass er, obwohl er oft aus kleinen Gruppen den Sprint verloren hat, sehr endschnell ist, bewies er durch einen zweiten Rang im Massensprint bei der Tour d´Eure et Loir (1.7.2) in Frankreich.

Minard ist für die WMbereits fest nominiert und auch das Team für 2005 ist schon gefunden:

RAGT. Die meisten seiner zukünftigen Teamgenossen hätte er vermutlich dieses Jahr auch schon einbeinig in die Tasche gesteckt. Für Minards Teamgefährten und direkten Nachbarn in Beauvais, Eddy Seigneur, hat er aber vielleicht noch alle beide Beine nötig.






Platz 13: Linus Gerdemann

Linus Gerdemann

Deutschland

16.09.1982

 

Schon letztes Jahr gewann Linus Gerdemann die deutsche Bundesliga, was in den Jahren zuvor immer ein handfester und ausreichender Grund für einen Profivertrag war. Gerdemann aber zeichnete keinen echten Profivertrag, er blieb beim deutschen GS3 Team Winfix, vielen besser als Team Techem bekannt. Dies ermöglichte ihm die erneute Teilnahme an der Bundesliga. Und auch dieses Jahr steht er wieder ganz vorn.

Gerdemanns Entwicklung ist beeindruckend. Mit dem Straßenradsport begann er erst 2000. Davor hatte er zwar auch ( unter Anderem ) ein Rad zwischen den Beinen, aber dieses Rad trug ihn nur bergab. Der Münsteraner war Downhiller.

Sein GS3 Team Winfix ermöglichte ihm einige Starts bei Profirennen, bei denen Gerdemann sich gelegentlich auch vorn platzieren konnte. Er ist wohl der erfolgreichste deutsche U23 Fahrer in UCI Rennen 2004. Als 41. ist er auch drittbester Deutscher in der U23 Weltrangliste. Seine Stärken spielt Linus gern in bergigen Eintagesrennen aus.

Sein jetziges Team würde ihn gern halten, aber es wird schon gemunkelt, dass von einigen Profiteams Interesse besteht. Fest ist allerdings noch nichts.






Platz 12: Vincenzo Nibali

Vincenzo Nibali

Italien

14.11.1984

 

Das erste Mal machte der Name ‚Nibali’ in Fachkreisen im Jahre 2001 die Runde. In seinem ersten Juniorenjahr gelangen ihm bereits sechs Saisonsiege, darunter auch ein Bergzeitfahren. Seine zweite Saison in der U19-Klasse geriet zu einer Art Triumphzug: 13 Saisonerfolge, darunter der italienische Meistertitel, vier Zeitfahren und der Giro Lunigiana, der mit Namen wie Simoni, Di Luca oder Cunego in den Palmares definitiv eine der prestigeträchtigsten Rundfahrten im Juniorenkalender ist. Logisch, dass Nibali auch eine der Säulen des Nationalteams war und für die WM in Zolder nominiert wurde. Im Zeitfahren holte er die Bronzemedaille, im Straßenrennen fuhr er im „Dream-Team’ mit Traficante, Rizzi und den beiden nahezu unschlagbaren Sprintern Samuele Marzoli und Mauro Santambrogio. Die Italiener waren haushohe Favoriten, verpassten aber die entscheidende Gruppe und belegten „nur“ die ersten drei Plätze im Sprint des Hauptfeldes.

Auch wenn das WM-Rennen enttäuschend verlief, die Manager hatten bereits die Fühler ausgefahren – so unterschrieb Nibali bereits Ende 2002 einen Vertrag bei Alessio, doch wie Cunego, der auch schon zu Juniorenzeiten bei Saeco unterschrieb, sollte Nibali noch 2 Jahre in der U23-Klasse fahren.

Er fuhr also erstmal für das Amateurteam Mastromarco. Bereits früh im Jahr 2003 zeigte Nibali, dass er den Sprung aus der Juniorenklasse ohne Probleme schafft. Er gewann bereits Rennen und wurde ins Nationalteam berufen. In diesem gelang ihm auch sein größter Coup in jener Saison: bei Linz-Passau-Budweis (2.7.1) gewann er zwei Etappen und musste sich im Gesamtklassement nach packendem Kampf nur dem niederländischen Überflieger Thomas Dekker geschlagen geben. Insgesamt hat Nibali für das Jahr 2003 sieben Siege zu Buche stehen – eine unglaubliche Ausbeute für einen Fahrer des Jung-Jahrgangs. Zur WM in Hamilton durfte er auch noch. Im Straßenrennen war er Helfer für die Kapitäne Sella, Iannetti und Visconti, doch wie schon bei der Junioren-WM im Jahr zuvor enttäuschte das Team.

2004 war von den Siegen her nicht ganz so erfolgreich – vier Siege konnte Nibali bis jetzt erringen. Kein Wunder, denn er hatte sich einen Namen gemacht, ihn lässt man nicht mehr einfach fahren. Trotzdem konnte er sich physisch und mental weiterentwickeln und mit vielen Top Ten Platzierungen bei wichtigen Eintagesrennen und Rundfahrten wie dem Giro Regioni glänzen. Mit seinen Qualitäten im Zeitfahren und am Berg könnte aus dem Sizilianer mal ein großer Rundfahrer werden.

Bei der WM wird er im Zeitfahren und im Straßenrennen starten, hoffentlich kein schlechtes Omen für die Squadra Azzura. Für nächstes Jahr hat er eigentlich Vertrag mit Alessio, jedoch ist noch unklar ob es dieses Team überhaupt noch geben wird. Der Sprung zu den Profis wäre für Nibali, ob zu Alessio oder woanders hin, trotz seines jungen Alters auf jeden Fall nur ein logischer Schritt.






Platz 11: Andre Greipel

Andre Greipel

Deutschland

16.07.82

 

Andre Greipel machte schon in bei den Junioren auf deutscher Ebene auf sich aufmerksam, als er sich den deutschen Meistertitel am Berg sicherte. Im folgenden Jahr 2001 durfte er daraufhin für das Team Deutsche Telekom "Jan Ullrich" starten, dass sich dann jedoch auflöste, woraufhin er zum dann führenden deutschen U23 Rennstall Teag-Team-Köstritzer wechselte. In der U23 entwickelte er sich dann vom Allrounder zum Vollblutsprinter und man kann spätestens nach der Saison 2003 sagen, dass er der herrausragende deutsche Straßensprinter ist! Schon 2002 ersprintete er sich zwei Sprinttrikots bei den Weltcups in Thüringen und beim GP Tell. 2003 folgte dann ein großes Jahr in dem er neben ein paar Wertungstrikots den deutschen Klassiker Rund um Köln in der U23 gewann und seinen wohl größten Erfolg beim hochangesehenen Weltcuprennen GP de Waregem feierte, den er für sich entschied! Danach folgten wilde Spekulationen um einen wechsle zu US Postal oder Quickstep, doch daraus wurde leider nichts und er mußte sich ein weiteres Jahr mit der U23 begnügen. Doch das Jahr 2004 hielt nicht das was er sich davon versprach. Den Sieg beim GP de Waregem konnte er leider nicht wiederholen, trotzdem war seine Siegesliste so lang wie nie. Er gewann Etappen bei zahlreichen Weltcup Rundfahrten wie dem GP Tell und der Thüringen Rundfahrt. Trotz seiner hervorragenden Leistungen ist er in der Nationalmannschaft nicht erwünscht und muss dieses Jahr auf einen Vertrag hoffen, man kann ihm nur wünschen, dass jemand auf dieses Talent aufmerksam wird!






Platz 10: Rory Sutherland

Rory Sutherland

Australien

08.08.1982

 

2000 holte Rabobank den in Canberra geborenen Australier in die eigene Juniorenmannschaft. Aber erst dieses Jahr konnte er das Vertrauen richtig zurück bezahlen. Nach mageren bis ordentlichen Jahren 2002 und 2003, er beendete die  Jahre auf den Plätzen 20 und 24, gelang dieses Jahr fast alles. Schon Anfang des Jahres durfte er sich das Trikot des Landesmeisters überstreifen. Kein Problem, dort standen ihm keine Teamgefährten im Weg.

Sutherland brachte es dieses Jahr auf drei UCI Siege. Er gewann eine Etappe des Giro d´Abruzzo (2.5) in Italien, Cras Avernas (1.5) in Belgien und die letzte Etappe der Olympia´s Tour (2.5), bei der er hinter Thomas Dekker Zweiter wurde, in den Niederlanden.

Aber auch bei den U23 Rennen wusste er zu überzeugen!

Dritter Platz beim Le Triptyque des Monts et Châteaux (2.7.1),  Etappensieg und der zweite Gesamtrang bei der Thüringen – Rundfahrt (2.7.1), fünfter Platz bei Rund um den Henninger Turm (1.7.1) und viele andere Platzierungen bei weniger wichtigen Rennen. Geschlagen wurde er meistens nur von Teamkollegen, vor allem von Thomas Dekker.

Eigentlich galt Sutherland vor allem als Zeitfahrspezialist, aber seine Ergebnisse zeigen es; er kann inzwischen auch klettern – und Männer mit seinen Körpermaßen, er ist 186cm groß und 76kg schwer, haben eigentlich auch immer Power für einen ordentlichen Sprint in den Füßen. Man darf ihn also als Allrounder bezeichnen.

Schwächen hat der Australier vor allem in der zweiten Saisonhälfte. Bei den Weltmeisterschaften im Zeitfahren gehörte er eigentlich immer zum erweiterten Kreis der Favoriten, viel daraus gemacht hat er nie. Auch dieses Jahr baute er wieder ab und fiel vom dritten auf den sechsten Platz in der Weltrangliste zurück. Um seine Zukunft muss er sich aber vorerst keine Sorgen zu machen, denn er wurde von den großen Rabos übernommen.






Platz 9: Jeremy Yates

Jeremy Yates

Neuseeland

06.07.1982

 

Jeremy Yates wurde 2000 in Plouay Juniorenweltmeister. In der letzten Runde attackierte er am letzten Anstieg kurz vor dem Ziel. Er konnte einen hauchdünnen Vorsprung vor dem Feld ins Ziel retten.

Dieser Weltmeistertitel brachte Yates einen Platz im Farmteam von Quick Step. Zwei Jahre später jedenfalls. Denn erst 2002 tauchte Jeremy wieder richtig in der Radwelt auf. Er gewann eine Bergetappe in der  neuseeländischen Tour of Southland (2.5). Die Talentspäher scheint das aufgeweckt zu haben und er wurde nach Belgien geholt. Dort fuhr er 2003 eine sehr gute Saison mit drei Siegen in kleineren Rennen, unter Anderem auch wieder zwei Bergetappen in der Tour of Southland. Als klar wurde, dass das Farmteam aufgelöst werden würde, war eigentlich klar, dass Yates bei Quick Step unterkommen würde. Kam er aber nicht. Der belgische Teil seines Farm Teams wurde mit den Spaniern von Relax verschmolzen und das Team hatte mit 26 Fahrern sowieso schon einen zuviel. Also musste er etwas Anderes suchen – und er wurde nicht richtig fündig. Er fand ein kleines Team in Belgien und gewann früh in diesem Jahr eine Bergetappe in einem 2.5 Rennen.

Das reichte Credit Agricole aber anscheinend aus, denn sie gaben dem bergfesten Neuseeländer einen Vertrag für die kommende Saison!






Platz 8: Janez Brajkovic

Janez Brajkovic

Slowenien

18.12.1983

 

Dieses Jahr wimmelt es im U23 Bereich nur so von ausgesprochenen Bergziegen wie Nose, Puzzovivo, Magallanes oder Rohregger. Brajkovic gehört dieses Jahr definitiv zu den stärksten Fahrern am Berg in dieser Klasse. Aber den genannten Bergziegen hat er ein Ding vorraus; Brajkovic ist ein guter Zeitfahrer. Das belegte er beeindruckend durch seinen zweiten Platz bei der Europameisterschaft. Geschlagen wurde er dort nur vom  deutschen Christian Müller.

Im Gegensatz zu den anderen Kletterkünstlern im U23 Bereich hat der Slowene auch noch ein Jahr Zeit ein Team zu finden. Eigentlich sollte es kein Problem sein bei einem Topp Team unterzukommen, aber wenn er nichts finden sollte oder freiwillig noch ein Jahr in der U23 bleibt, wird er das nächste Jahr vermutlich in schweren Rundfahrten und vielleicht auch Eintagesrennen das Maß aller Dinge darstellen.

Dieses Jahr stand er am Berg noch ein wenig im Schatten seines Landsmannes Tomas Nose. Beim GP Tell (2.7.1) wurde Brajkovic zwar Zweiter, aber Nose war noch eine Klasse besser.

Bei der Zeitfahr WM wird der schlacksige Slowene beim recht offenen Kampf um die Silbermedaille sicher auch ein Wort mitsprechen wollen und können. Eine Toppplatzierung wäre für den aktuel Vierten der Weltrangliste aber nur ein weiteres von vielen Argumenten für einen Profivertrag in der kommenden Saison.






Platz 7: Bas Giling

Bas Giling

Niederlande

04.11.1982

 

Schon in den letzten Jahren war Bas Giling ein starker U23 Rennfahrer. Leider fiel das nicht so richtig auf, denn er fährt für das stärkste U23 Ensemble der Welt, für die Mini Rabos. Dort stand er eigentlich immer im Schatten von den Älteren. Dieses Jahr ist er der Ältere und in seinem letzten U23 Jahr musste er die Chance nutzen sich anzubieten.

Kurz zusammengefasst kann man sagen: „Hatta gemacht!“

Etwas näher ausgeführt liest sich das so:

Bastiaan war lange Zeit Führender der Weltrangliste, inzwischen wurde er von seinem Teamkameraden Thomas Dekker aber abgefangen und er rangiert auf dem zweiten Platz. Trotz einer fantastischen Saison steht er eigentlich immer noch ein bißchen im Schatten, zumindest in jenem von Dekker. Giling wurde Dritter des Ster Elektrotoer(2.5) , hinter seinen Teamgefährten Dekker und Rory Sutherland, der sich sogar bei Bas entschuldigte, dass er ihm auf der letzten Etappe in einer Fluchtgruppe noch den zweiten Rang wegschnappte.

Bei der Triptyque des Monts et Châteaux (2.7.1.) wurde er Zweiter, hinter Dekker und vor Sutherland. Bei der Thüringen – Rundfahrt (2.7.1) kam er als Vierter an. Gleichzeitig war er aber auch viertbester Rabobankler. Dekker, Sutherland und Marc de Maar waren noch schneller. Nach ihnen klaffte in der Gesamtwertung ein minutengroßes Loch.

Seine eigentlich Stärke sind klassiche Rennen. Bei Paris – Roubaix zum Beispiel wurde er Zweiter...hinter Koen de Kort, dessen Team hier nicht erwähnt zu werden braucht. Einzig die Attacke an der Varkenoordsebrug bei der Niederländischen Meisterschaft in Rotterdam brachten ihm einen prestigeträchtigen Sieg!

Während vier andere Mini Rabos recht schnell Verträge bei den großen Rabos bekamen, wurde er nie erwähnt, was für Erstaunen sorgte. Erst spät wurde der Grund vermeldet: Bas Giling fährt folgende Saison für das deutsche Team T-Mobile!






Platz 6: Marcus Burghardt

Marcus Burghardt

Deutschland

30.06.1983

 

Schon bei den Junioren war Marcus Burghardt ein Guter. Sein vermutlich größter Erfolg dort war der neunte Platz bei der Weltmeisterschaft in Lissabon, direkt vor seinen Teamkameraden Christoph Meschenmoser und Thomas Fothen. In der U23 Klasse lief es lange nicht so gut, die Saison 2002 musste er aufgrund einer Verletzung fast ganz abschreiben. Doch Bundestrainer Peter Weibel hörte nie auf an ihn zu glauben, und das sollte sich bezahlt machen. Letztes Jahr machte er erstmals durch gute Resultate bei der Regio – Tour (2.3) und der Rheinland – Pfalz – Rundfahrt (2.3), sowie einem Etappensieg bei der Ronde de l´Isard (2.7.1)  auf sich aufmerksam.

Dieses Jahr ist er wohl der beste deutsche U23 Fahrer, er ist der Einzige, der dieses Jahr bei internationalen Rennen überzeugen konnte. Gleich zum Anfang des Jahres trug er zeitweise das Gelbe Trikot beim Giro delle Regioni (2.7.1), welches er eindrucksvoll durch einen dritten Rang auf der dritten Etappe erkämpfte. Am Ende wurde er bei dieser schweren und vielleicht wichtigsten Rundfahrt im U23 Kalender Zehnter,  was viel wert ist denn zumeist haben Deutsche bei dieser Rundfahrt nichts zu melden!

Erfolgreich ging es im eigenen Land weiter. Bei der Thüringen - Rundfahrt (2.7.1) richtete er sein Augenmerk vor allem auf das Bergtrikot, welches er sich auch sicherte. Die Gesamtwertung, die wiedermal fest in niederländischer Hand war, spielte deswegen für ihn keine Rolle! Der vierte Platz bei Paris-Roubaix (1.7.1) und das Sprinttrikot bei der Friuli – Rundfahrt (2.6) unterstreichen seine Vielseitigkeit. Marcus kommt auf fast allen Terrains zurecht!

Er konnte auch endlich ein Bundesligarennen für sich entscheiden. Er gewann überlegen das wohl schwerste Rennen bis dahin in Gersheim! Diese Ergebnisse blieben nicht unentdeckt und T-Mobile lud ihn ein, die Rheinland - Pfalz - Rundfahrt als Stagiaire in ihren Farben zu fahren. Er machte seine Aufgabe ausgezeichnet; auf der letzten Etappe war er in einer Ausreißergruppe und sicherte durch seine teamdienliche Fahrweise André Korff den Etappensieg. Dies alles sollte eigentlich Grund genug sein Burghardt für die nächste Saison zu verpflichten.

Bei der WM jedenfalls scheint das gesamte WM Team ein wenig um ihn herum aufgebaut zu sein. Burghardt sollte Deutschlands Kapitän sein. Dass die Form stimmt, hat er mit einer Top Ten Platzierung bei der Tour de l’Avenir (2.5) und der angesprochenen Rheinland – Pfalz – Rundfahrt bewiesen.






Platz 5: Elia Rigotto

Elia Rigotto

Italien

04.03.1982

 

Drei, fünf, neun – das ist Anzahl von Rigottos Saisonsiegen in den letzten drei Jahren und wie schon aus den reinen Zahlen herauszulesen ist, war 2004 das krönende U23-Jahr für den 22-jährigen Venizianer. Da es sein letztes Jahr in dieser Altersklasse ist, musste er seine Chance nutzen. Die Zeichen standen gut, denn er durfte von Anfang an schon wichtige Rennen im Nationalteam bestreiten, in dem seine Einsätze in den Jahren zuvor eher rar gesät waren. Rigotto dankte es mit starken Auftritten an dessen Spitze die drei Etappensiege beim Giro Regioni stehen. Aber auch für sein Team VC Bassano 1892 wusste er bei den harten italienischen Amateurrennen zu überzeugen.

Rigotto gewinnt seine Rennen gern per Sprint aus Gruppen, dabei darf diese „Gruppe“ auch ruhig mal 150 Mann umfassen. Rigotto ist zwar kein ausgemachter Sprinter, doch für einen Allrounder verdammt endschnell. Seine Körpermaße von 1,84m und 72kg machen ihm zu einem perfekten Rouleur. Aber auch am Berg, vor allem an den kurzen „Stichen“, kommt er oft gut mit. So belegte er beispielsweise beim schweren Bergrennen GP Palio del Recioto hinter den drei ausgemachten Kletterern Nose, Braijkovic und Puzzovivo den 4.Platz. Bei all diesen Qualitäten ist es fast überflüssig zu erwähnen, dass er auch ganz passabel Zeitfahren kann, besonders bei kurzen Prologen hat er seine Chancen.

Zusammen mit Visconti war Rigotto, der schon im zarten Alter von 8 Jahren mit dem Rennradfahren anfing, DER Mann für Eintagesrennen diese Saison in Italien. Das blieb natürlich dem italienischen Nationalcoach nicht verborgen und er nominierte Rigotto in das fünfköpfige U23-Team für die Heim-WM in Verona. Dort sind die Italiener in der Favoritenrolle und Rigotto sicher ein Medaillenanwärter. Selbst wenn es damit nicht klappen sollte blickt er in eine gesicherte Zukunft: Er fährt nächstes Jahr fürs Team von Stanga (Ex: De Nardi).






Platz 4: Domenico Puzzovivo

Domenico Puzzovivo

Italien

30.11.1982

 

Es gibt wohl keinen Fahrer der in seiner U23-Zeit so viele TopTen - Platzierungen einfahren konnte wie Puzzovivo. Das liegt einerseits daran das er seit vier Jahren auf konstant hohem Niveau fährt, andererseits gelang ihm, obwohl er oft kurz davor stand, nie der Sprung ins Profilager.

Der 1,64m kleine und 49kg leichte Bergfloh fuhr seine erste U23-Saison für das Zoccorinese-Team, dort sollte er auch noch die nächsten zwei Jahre fahren. Gleich in der ersten Saison dort schlug er granatenmäßig ein und machte sich einen Namen mit Siegen bei der Transalsace-Rundfahrt (2.7.1) oder beim GP Schwarzwald (1.7.1). Die UCI-Rangliste führte ihn Ende des Jahres auf Rang 17 – zusammen mit dem Belgier Philippe Gilbert war er nicht nur statistisch bester Fahrer des Jungjahrgangs. Die Geschichte des jungen Himmelsstürmers setzte sich im darauf folgenden Jahr fort: Siege beim Luk-Cup und beim GP Schwarzwald (beide 1.7.1) sowie der zweite Platz bei der Transalsace-Rundfahrt hinter Pieter Weening, wären als herausragende Resultate einer, für einen Fahrertyp wie ihn, ergebnistechnisch nahezu perfekten Saison, zu nennen. Am Ende stand der dritte Rang in der UCI-Rangliste zu Buche. Alles perfekt? Mitnichten – im April 2002 wurde er bei der Transalsace bei einer Dopingkontrolle positiv getestet und Anfang 2003 für sechs Monate für französische Radrennen gesperrt. Insider vermuteten es aufgrund seiner Teamzugehörigkeit schon lange, nun wusste es auch die breite Öffentlichkeit und durch diese Sache platzte wohl auch sein schon sicher geglaubter Profivertrag für 2003 bei Landbouwkrediet. 2003 fuhr Puzzovivo zwar keine schlechte Saison, aber für seine Verhältnisse war es doch eher unbefriedigend. Null Saisonsiege und UCI-Position 40 lauteten die nackten Zahlen. Während der Saison machten Gerüchten über einen Wechsel zu Fassa Bortolo die Runde, doch auch das verlief sich im Sand, denn so richtig aufgedrängt hat er sich mit seinen Leistungen nicht mehr. Ende des Jahres dann so was wie ein Neuanfang für Puzzovivo: Das „Babyface“ kehrte dem zwielichtigen Zoccorinese-Team den Rücken und wechselte ins Team Zalf Desiree Fior. Dort konnte er in diesem Jahr tatsächlich wieder an seine alte Klasse anknüpfen und fuhr Top Ten -Platzierung um Top Ten - Platzierung. Gewonnen hat er zwar so gut wie gar nichts, da ihm bei den schweren Bergankünften ein Tomasz Nose im Weg stand und er bei den mittelschweren Rennen chancenlos aufgrund seiner akuten Sprint- und Flachlandallergie war, jedoch wurde seine zurück gewonnene Konstanz mit der Nominierung ins WM-Team sowie einem Profivertrag bei Panaria belohnt.






Platz 3: Giovanni Visconti

Giovanni Visconti

Italien

13.01.1983

 

Die neue große Radsporthoffnung Italiens hat einen Namen – Giovanni Visconti. Ein Fahrer der nahezu alles kann: stark im Sprint und an den Bergen bis 3km Länge, gut im Zeitfahren und dazu noch die gewisse Cleverness. Kein Amateurfahrer wird von den italienischen Kommentatoren so umschwärmt und keiner so gefeiert von den Tifosi. Visconti hat schon jetzt einen Status wie sich die Hälfte der italienischen Profis nur wünschen können. Nicht wenige vergleichen ihn mit Michele Bartoli zu seinen Glanzzeiten.

Giovanni Visconti deutete bereits in seiner Juniorenzeit seine Klasse an, er war zwar noch nicht der Star der Szene, doch mit Siegen bei einigen wichtigen Rennen löste er sein Ticket für die Junioren-WM 2001 in Portugal. Daran sollte er allerdings nie teilnehmen: Wie jeder italienische WM-Fahrer musste Visconti durch eine medizinische Kontrolle des dortigen Verbandes – er wurde positiv getestet und gesperrt. Wie alle Fahrer beteuerte Visconti seine Unschuld, aber im Gegensatz zu den meisten akzeptierte er die 6 Monate Sperre. Im Nachhinein wurde er vom Verband aber doch für unschuldig erklärt, da man herausgefunden hat, dass die abnormalen Werte Viscontis erblicher Natur seien.

Das brachte Visconti aber, bis auf dass sein guter Ruf wieder hergestellt war, relativ wenig - die Sperre hatte er bereits abgesessen und er konnte erst spät in seine erste U23-Saison starten. Dementsprechend erfolglos verlief diese. Nach nur einem Jahr im Team Casprini wechselte er zur Saison 2003 ins Team Finauto. In jener Saison avancierte er zum Superstar der Szene. Er gewann bei italienischen und internationalen Rennen fast nach Belieben. Höhepunkte dabei der Gewinn des italienischen Meistertitels und des Europameistertitels bei der Hitzeschlacht auf dem Olympiakurs in Athen. Ausgestattet mit diesen Referenzen standen die Profiteams bereits Schlange: Rabobank, Quickstep….er hätte bei Topteams unterschreiben können, doch er wollte noch ein Jahr bei den Amateuren bleiben.

2004 konnte Visconti seine Klasse erneut bestätigen mit Siegen u.a. bei der prestigeträchtigsten U23-Rundfahrt Italiens, dem Giro Regioni, oder beim schweren Weltcuprennen GP Kranj.

Im nächsten Jahr wird er gemeinsam mit seinen Team- bzw. Nationalteamkollegen Grivko und Rigotto für das Team von Gianluigi Stanga (Ex - De Nardi; womöglich ProTour) starten.






Platz 2: Tomasz Nose

Tomasz Nose

Slowenien

07.05.1982

 

Tomasz Nose darf dieses Jahr als bester Kletterer in der U23 bezeichnet werden. Seine Extraklasse stellte er gerade in den letzten Wochen unter Beweis. In Italien vernichtete er die Konkurrenz beim Giro della Valle d'Aosta (2.6). Über eine Minute Vorsprung hatte er am Ende auf den Zweitplatzierten Domenico Puzzovivo. Nur wenige Tage zuvor hatte er den hervorragend besetzten GP Tell, eine Rundfahrt in er höchsten U23 Kategorie, die er bereits letztes Jahr als Zweiter beendete, für sich entschieden. Einzig sein Landsmann Janez Brajkovic konnte ihm ein wenig folgen, echte Konkurrenz stellte aber auch er kaum dar. Dieser Rundfahrtsieg katapultierte ihn auf den dritten Rang der Weltrangliste! Hinzu kommt noch ein Etappensieg auf der Königsetappe der Slowenien – Rundfahrt (2.5). Doch so stark Nose am Berg ist, so schwach ist er in allen anderen Unterteilen. Vielleicht war das der Grund, warum er nicht schon letztes Jahr einen Profivertrag unterzeichnete. Als 13. der Weltrangliste und Zweitbester Slowene nach Kristjan Fajt hatte er die Klasse sicher nachgewiesen.

Ein interessantes Detail ist, dass Nose dieses Jahr schon zum dritten Mal Stagiaire war. 2001 wurde er mit 19 Jahren vom slowenischen Team Krka verpflichtet, ein Jahr später von dessen Nachfolgeteam Perutnina. Dieses Jahr fährt er unter der schweizer Flagge von Phonak, bei denen er auch einen Vertrag für die kommende Saison gezeichnet hat.






Platz 1: Thomas Dekker

Thomas Dekker

Niederlande

06.09.1984

 

Es gibt sicher größere Überraschungen als Thomas Dekker auf der Nummer 1. Aber es gibt einfach keinen Zweifel an dieser Wahl. Alle Jurymitglieder hatten ihn in der Vorauswahl und alle sahen ihn letztendlich auf der Eins!

In den Niederlanden ist Dekker nach Boogerd und dem anderen Dekker inzwischen vielleicht die Nummer Drei in Sachen Bekanntheit. Wunderdinge werden berichtet und Vorzeigereporter Mart Smeets ist in Thomas mindestens so verliebt wie in seine eigene Frau. Das beschert ihm zahllose TV Auftritte zu jeglicher sich bietender Gelegenheit. Dazu zierte Thomas Dekker auch noch Rabobank Werbeplakate im ganzen Land, seine Erfolge werden im Videotext erwähnt, auch wenn es „nur“ die im U23 Bereich sind.

„Nur“, weil es auch bei den Profis schon eine unglaubliche Anzahl Erfolge gint, teilweise auch qualitativ hochstehend.

Letztes Jahr gewann er vier Tage nach seinem 19. Geburtstag den Prolog im gut besetzten Ster Elektrotoer. Zwei Tage später siegte er noch mal, im Sprint einer größeren Gruppe. Dass er bei der WM nur Neunter im Zeitfahren wurde, war eine Riesenenttäuschung, sein Dritter Platz im Straßenrennen entschädigte allerdings ein wenig. Er hätte sofort Profi werden können, aber er wollte noch ein Jahr bei den U23lern reifen.

Jetzt ist er die Nummer 1 in der U23 Weltrangliste, obwohl er einen großen Teil seiner Saison in Profirennen absolvierte. Als Niederländischer Meister im Zeitfahren durfte er zum Beispiel in Athen im Zeitfahren an den Start gehen. Er holte fünf individuelle Siege, aber die Krönung war der Sieg, den er zusammen mit Koen de Kort im Paarzeitfahren Grand Prix Eddy Merckx (1.2) erring. Sein Etappensieg bei der Rheinland – Pfalz – Rundfahrt (2.3) kann da maximal noch als Sahnehäubchen gelten. Nächstes Jahr wird Thomas Dekker im Rabobank Team an der Pro Tour teilnehmen. Für die niederländische Equipe startet er momentan auch schon als Stagiaire.





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