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BRD/DDR Dokumente, Protokolle, Berichte, Texte



1981 Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage
'Ergebnisse des XI. Olympischen Kongresses in Baden-Baden und Auswirkungen auf die Sportförderung des Bundes'

Die Bundesregierung beantwortete am 16.11.1981 eine Kleine Anfrage von CDU/CSU-Abgeordneten, in der auch Fragen zur Dopingsituation gestellt wurden.

 

>>> Kleine Anfrage 'Ergebnisse des XI. Olympischen Kongresses in Baden-Baden und Auswirkungen auf die Sportförderung des Bundes, Drucksache 9/944,, 26.10.1981

 

>>> Antwort der Bundesregierung, Drucksache 9/1050, 16.11.1981

 



Auszüge:

7. Welche nationalen und internationalen Sportfachverbände haben eindeutige Anti-Doping·Bestimmungen in ihren Satzungen bzw. Wettkampfordnungen aufgeführt, und welche Konsequenzen sind dort im einzelnen vorgesehen?

Nach einer Umfrage des Deutschen Sportbundes vom Juni 1978 eine neue Übersicht wird derzeit vorbereitet - besitzen folgende Verbände in ihren Satzungen und Wettkampfordnungen eigene Anti-Doping-Bestimmungen: Deutscher Amateur-Box-Verband, Bundesverband Deutscher Gewichtheber, Deutscher Leichtathletik- Verband, Bund Deutscher Radfahrer, Deutsche Reiterliche Vereinigung, Deutscher Ruder-Verband und Deutscher Schwimm-Verband. Die nachstehend bezeichneten Verbände beziehen sich bei der Durchführung von Doping-Kontrollen auf die Vorschriften entweder der Medizinischen Kommission des IOC oder die der internationalen Fachverbände oder auf die Rahmenrichtlinien des DSB zur Bekämpfung des Doping: Deutscher Badminton-Verband, Deutscher Bahnengolf-Verband, Deutscher Bob- und Schlittensport-Verband, Deutscher BocciaVerband, Deutscher Fechter-Bund, Deutscher Verband für Modernen Fünfkampf, Deutscher Fußball-Bund, Deutscher Handball- Bund, Deutscher Hockey-Bund, Deutscher Judo-Bund, Deutscher Kanu-Verband, Deutscher Ringer-Bund, Deutscher Schützen-Bund, Deutscher Skibob-Verband, Verband Deutscher Sportfischer, Verband Deutscher Sporttaucher, Deutscher TanzsportVerband, Deutscher Tennis-Bund und Deutscher Turner-Bund.

Im internationalen Bereich besitzen - wie eine im Auftrag des Europarats erfolgte Umfrage des Clearing House im Jahre 1978 ergeben hat - folgende Verbände eigene Anti-Doping-Bestimmungen: Leichtathletik, Radsport, Fechten, Fußball, Handball, Eishockey, Ringen, Moderner Fünfkampf, Gewichtheben, SkiAlpin und Ski-Nordisch, Olympische Reitsport-Disziplinen.

Die folgenden internationalen Verbände besitzen keine eigenen Regeln, folgen jedoch - überwiegend bei internationalen Meisterschaften - den Regeln des IOC: Rudern, Basketball, Bob, Boxen, Turnen, Rodeln, Schießen.

Die Sanktionen bei Verstößen gegen die Anti-Doping-Bestimmungen sehen bei Sportlern eine Disqualifikation sowie zeitlich begrenzte oder lebenslange Sperren vor: bei Betreuern reichen die Sanktionen vom Ausschluß als Betreuer über Geldbußen bis zur fristlosen Kündigung.





9. Teilt die Bundesregierung die Auffassung, wonach Doping-Mißbrauch nicht allein Sache des Aktiven ist, sondern Betreuer und Mediziner mittelbar oder unmittelbar eingebunden sind und daß diese somit ebenso möglichen Strafen unterliegen sollten?

Die Bundesregierung teilt die Auffassung, daß Doping-Mißbrauch nicht nur bei Athleten, sondern auch bei Betreuern zu ahnden ist. Sie hat deshalb schon in der Vergangenheit mehrfach (vgL z. B. die Vorbemerkung zur Antwort auf die Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion zu "Leistungsförderung und Doping in der DDR" vom 7, Mai 1979, BT-Drucksache 8/2850) die klare Haltung begrüßt, die der deutsche Sport in dieser Frage einnimmt. Die Grundsatzerklärung für den Spitzensport vom 11. Juni 1977 sowie die DSB-Rahmenrichtlinien zur Bekämpfung des Doping vom 3. Dezember 1977 enthalten entsprechende Aussagen und Regelungen. Auch die neue Vergütungsordnung für Bundestrainer vom 19. Dezember 1979 enthält eine Bestimmung, wonach die Rahmenrichtlinien zur Bekämpfung des Doping in der jeweils geltenden Fassung Bestandteil des Dienstvertrages sind und ein Verstoß gegen das Doping-Verbot durch den Bundestrainer zur Kündigung aus wichtigem Grund berechtigt.

 

10. Sieht sich die Bundesregierung durch den Beschluß des IOC ermutigt, Verbände von der Förderung auszuschließen, in denen in Zukunft noch Spitzensportler des Dopings überführt werden?

Die Bundesregierung hatte schon bisher die Möglichkeit, gegen Verbände vorzugehen, deren Verantwortliche Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen zu vertreten haben. Wie schon in Antworten auf frühere Anfragen betont wurde (vgl. BT-Drucksaehen 8/1826 Anlage 51, 8/2850 Nr.II, 9/163 Anlage 11), macht der Bundesminister des Innern bereits seit Jahren aufgrund einer Ergänzung der Besonderen Bewirtschaftungsgrundsätze die Bereitstellung von Sportförderungsmitteln davon abhängig, daß der Zuwendungsempfänger die von den zuständigen internationalen und nationalen Sportorganisationen erlassenen Bestimmungen gegen Doping beachtet sowie gewährleistet, daß eine technische Manipulation am Athleten (i. S. v. Abschnitt f Nr. 5 der Grundsatzerklärung für den Spitzensport) ausgeschlossen ist.

Soweit Spitzensportler des Doping überführt werden, wird in jedem einzelnen Fall zu prüfen sein, inwieweit den Verband eine Mitschuld, z. B. durch Vernachlässigung von Aufsichts-und Kontrollpflichten, trifft. Für den Bundesminister des Innern bestand bisher kein Anlaß, den Bewilligungsvorbehalt geltend zu machen.

 

11. In welcher Weise wird die Bundesregierung die Bemühungen des IOC zur totalen Ächtung des Dopings national und international unterstützen?

Die Bundesregierung begrüßt, daß auch der Olympische Kongreß und das IOC zur Frage einer Ächtung des Doping eine klare Position bezogen haben. Im Hinblick auf die gesundheitlicheFürsorge der Hochleistungssportler hat sie schon seit Jahren alle Bemühungen unterstützt, den leistungsverzerrenden Mißbrauch von Doping-Mitteln auszuschließen. Seit 1974 ist ein Beauftragter für Doping-Analytik beim Bundesinstitut für Sportwissenschaft bestellt, der regelmäßig Untersuchungen bei bedeutenden nationalen und internationalen Veranstaltungen durchführt und deren Ergebnisse systematisch auswertet. Der Doping-Beauftragte befaßt sich darüber hinaus mit der Entwicklung neuartiger Untersuchungsverfahren und der Feststellung spezieller Dopingstoffe.

Für die Arbeit des Doping-Beauftragten, insbesondere für die Doping-Analytik, stehen im Haushalt des Bundesinstituts für Sportwissenschaft im Jahre 1981 400000 DM zur Verfügung.

Aufgrund der Vorschläge des Doping-Beauftragten sind von der Medizinischen Kommission des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) "Vorschriften zur Standardisierung von analytischen Verfahren und zur Qualitätskontrolle von Doping-Laboratorien" erlassen worden, die inzwischen unverändert von der Medizinischen Kommission des IOC übernommen worden sind. Die Bundesregierung wird den Sportorganisationen bei ihren nationalen und internationalen Aktivitäten zur Bekämpfung des Doping in jeder Weise die notwendige politische Unterstützung geben. Im internationalen Bereich hat die Bundesregierung bei den Konferenzen der Sportminister des Europarats und bei den Sitzungen des Sportausschusses der UNESCO darauf hingewirkt, daß die Mitgliedsstaaten die Sportorganisationen bei der Lösung ihrer Probleme, insbesondere auch des Doping, unterstützen. Die 3. Europäische Sportministerkonferenz in Palma de Mallorca hat im April 1981 auf Vorschlag des Bundesministers des Innern die internationalen Sportorganisationen in einer Schlußresolution erneut aufgefordert, die gesundheitliche Integrität der Sportler zu bewahren.


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Dt. Bundestag

2017 Kleine Anfrage 'Entschädigung der Opfer des DDR-Zwangsdopings '
2017 Sportausschuss Öff. Anhörung "Konsequenzen aus dem McLaren-Report"
2014, 2017 Dt. Bundestag 13. Sportbericht
2016 Sportausschuss Öffentliche Anhörung zum Thema "Reform der Spitzensportförderung"
2015 Anti-Doping-Gesetz
2014 Sportausschuss Öffentliche Anhörung Spitzensportreform 13.10.2014
2014 Kleine Anfrage 'Doping in Deutschland...', Drucksache 18/ 683
2013 BMI Expertengespräch zur Dopinggesetzgebung am 26. September 2013
2013 Antrag Doping-Opfer-Rente
2012 Evaluierungsbericht Gesetz Doping im Sport (DBVG)
2011 Kleine Anfrage 'Die Bedeutung des Sports ...'
2011 BMI Sportausschuss, Arbeitsschwerpunkte der WADA, Antidoping im intern. Vergleich
2010 Dt. Bundestag 12. Sportbericht
2009 Nationaler Dopingpräventionsplan
2009 BMI Sportausschuss „Medikamentenmissbrauch im Freizeit- und Breitensport“
2008/2009 Dt. Bundestag 'Gendoping'
2008 BMI Sportausschuss, Fördermittel BDR
2007 BMI ABSCHLUSSBERICHT PROJEKTGRUPPE SONDERPRÜFUNG DOPING
2006 BMI Maßnahmenpaket der Bundesregierung gegen Doping im Sport
2006 Dt. Bundestag 11. Sportbericht
2006 BMI Sportausschuss, Öffentliche Sachverständigenanhörung Doping
2002 Doping-Opfer-Hilfe-Gesetz - Diskussion, Texte
2002 Dt. Bundestag 10. Sportbericht
2012 Entzug der Approbation von Ärzt(inn)en und Apotheker(inne)n wegen Mitwirkung bei Doping
2001 BMI Sportausschuss, Anhörung Dopingopfergesetz
1999 Dt. Bundestag 9. Sportbericht
1999 Dt. Bundestag 'Doping im Spitzensport und Fitneßbereich'
1995 Dt. Bundestag 8. Sportbericht
1994 Anti-Dopingbericht der Bundesregierung
1994 Bericht Enquete-Kommission SED-Diktatur
1993 Sportausschuss/Enquete-Kommission, Öffentl. Anhörung: Sport in der DDR
1991 Testosteronforschung 1985-1990
1990 Dt. Bundestag 7. Sportbericht
1990 Dt. Bundestag 'Situation der Mädchen und Frauen im organisierten Sport'
1988/1989 Dt. Bundestag 'Entwicklung und Förderung des Spitzensports'
1987/1988 Dt. Bundestag 'Maßnahmen zu Doping im Sport'
1987 Sportausschuss, Öffentliche Sachverständigen-Anhörung 'Humanität im Spitzensport'
1987 Dt. Bundestag 'Humanität im Leistungssport'
1982/1986 Dt. Bundestag 5. und 6. Sportbericht
1981 Dt. Bundestag ''Ergebnisse des XI. Olympischen Kongresses in Baden-Baden...'
1979 Dt. Bundestag 'Leistungssportförderung und Dopingmißbrauch...'
1978 Dt. Bundestag 4. Sportbericht
1977 Sportausschuss, Öffentli. Sachverständigen-Anhörung (Doping)
1977 CDU/Schäuble-Stellungnahme Anhörung Sportausschuss
1977 Dt. Bundestag, Fragestunde - Antworten zu Montreal und Doping, 17.3.1977
1976 Sportausschuss 17.3., Teil 2 Sportmedizin
1976 Dt. Bundestag 3. Sportbericht
1973 Dt. Bundestag 2. Sportbericht


Dokumente

1959 Prokop, Ludwig: Doping
1959-1970 W.Aeschimann: Dopingdiskussionen am Beispiel von Dianabol (1959–1970)
1967 Ziegler, Karl: Doping im Sport
1967 ZDF-Sportspiegel
1968 Prokop, Ludwig: Chemische statt Olympische Spiele?
1969 Steinbach, Manfred: Doping
1969 Berendonk, Brigitte: Züchten wir Monstren?
1970 Rosseck/Mellerowicz: Nebenwirkungen der Anabolika
1970 / 1977 Rahmenrichtlinien des DSB zur Dopingbekämpfung
1972 Dopingempfehlungen in der ehemaligen Sowjetunion
1972/1973 Anabolic steroids at the 1972 Olympics!
1973 Bauersfeld et al. Anabolika-Studie
1977 Berendonk, Brigitte: Der Sport geht über den Rubikon
1977 das aktuelle Sportstudio 5.3. und 26.3.1977
1977 Franke, Werner: Anabolika im Sport (u. Antwort Keul/Kindermann)
1977 Dotzert, Ludwig: Ein Geruch von Apotheke
1977/1983 DSB/NOK Grundsatzerklärung für den Spitzensport
1978 Berendonk, Brigitte: Brutalisierung im Frauensport
1986 BISp Antidoping-Broschüre
1987 Sportler/innen Umfrage
1988 DGSP: Erklärung zur medikamentösen Behandlung von Sportlern
1988 NOK Mitgliederversammlung Beschlüsse
1988/1989 Weltantidoping-Konferenzen: Intern. Olympische Antidoping Charta
1987/1988/1989 Beschlüsse Sportministerkonferenz
1989 Neues Forum Leipzig: Zur Ethik und Moral des Sports
1989 IOC Arbeitstreffen Rom, Beschlüsse
1989 Richter, Horst-Eberhard: Die Doping-Connection
1990 BAL-Antidoping-Erklärung
1991 Bericht der Unabhängigen Dopingkommission (Reiter-Kommission)
1991/2007 Erklärungen der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft
1991 DSV Erklärungen zur Anstellung dopingbelasteter Ex-DDR-Trainer
1991 ad-hoc-Kommission, Empfehlung Trainer Biathlon
1992 WSV Anti-Doping-Symposium
1993 Franke, Werner: Verantwortung und Schuld der Forscher, Runder Tisch DLV
1993 DSB Rahmen-Richtlinien zur Bekämpfung des Dopings
1994 Dopingkontrollsystem ADK von DSB/NOK, Trainingskontrollen
1975-1998 Tony Fitton 'The Godfather'
1998 ad-hoc-Kommission: Nachwehen Franke - von Richthofen
2000 Kölner Erklärung "Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftler gegen Doping"
2001 DSB Rahmen-Richtlinien zur Bekämpfung des Dopings
2003 DSB Rahmenrichtlinien zur Bekämpfung des Dopings
2007 Wüterich/Breucker Streichung Dopingrekorde
2007 BMI ABSCHLUSSBERICHT PROJEKTGRUPPE SONDERPRÜFUNG DOPING
2008 Schmidt, Heinicke: screening der totalen Hämoglobinmenge bei Triathleten und professionellen Radrennfahren 1997-1999
2009 Abschlussbericht Freiburger Expertenkommission
2009 Bundesärztekammer, Stellungnahme 'Doping und ärztliche Ethik'
2009 Laudatio Digel Ehrendoktorwürde Schäuble
2009 DSV: Abschlussbericht der Kommission „DDR-Doping"
2009 Zentrale Ethikkommission: Doping und ärztliche Ethik
2011 / 2007 DGSP: Doping im Leistungssport in Westdeutschland
2012 Entzug der Approbation von Ärzt(inn)en und Apotheker(inne)n wegen Mitwirkung bei Doping
2010/2013 Forschungsprojekt Doping in Deutschland
2013 Braun, Jutta: Brandenburg Aufarbeitung der Geschichte...
2013 Geipel, Ines: Der Sport in Brandenburg...
2013 Werner-Franke-Archiv
2013 BISp-Studie: Dysfunktionen des Spitzensports
2007-2015 Doping-Opfer-Rente
2014 DOSB Abschlussbericht Steiner-Kommission
1977-2017 Doping-Beschlüsse Sportministerkonferenz
2002 / 2016 Doping-Opfer-Hilfe-Gesetz - Diskussion, Texte
2016 Einzelgutachten Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin

 
 
 
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