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Radsportbiographien



Eduard Pirzer - Auf den Spuren eines bayerischen Fahrradpioniers




Titel:  
Eduard Pirzer 
 
- Auf den Spuren eines bayerischen Fahrradpioniers 
 
Reihe: Nürnberger Fahrradgeschichte(n) 
Autor:  
Peter Ullein 
Layout: 
broschürt 
Verlag: 
Selbstverlag, Juli 2017 
Preis: 
15,00 Euro 
 
 
 
Das Buch kann bestellt werden bei: 
 
Peter Ullein, peter.ullein(at)t-online.de 
 
 


 





„Wenn man sich mit den Anfängen des Fahrradbaus in Bayern beschäftigt, kommt man an ihm nicht vorbei: Eduard Pirzer“ So beginnt Peter Ullein das Vorwort zu seinem Buch „Eduard Pirzer - Auf den Spuren eines bayerischen Fahrradpioniers“.

Dann zeichnet er auf ca. 80 Seiten die Lebensgeschichte von Eduard Pirzer nach:

Eduard Pirzer, 1860 in Neustadt/Donau geboren, machte in jungen Jahren eine Schlosserlehre und arbeitete danach wohl einige Zeit in England, das zu Beginn der 1880er Jahre in Sachen Fahrradbau die führende Nation in Europa war.

1882, gerade 22 Jahre alt, präsentierte er auf der 1. Bayerischen Landesausstellung in Nürnberg als einziger unter mehr als 2.500 Ausstellern zwei selbst gebaute Velocipede. Die Jury verlieh ihm dafür eine bronzene Medaille "in Anerkennung der exacten Arbeit und der verdienstvollen Einführung eines neuen Industriezweiges". Damit war er nach den Recherchen des Verfassers der erste Fahrradbauer in Nürnberg.

 

1884 tat sich Eduard Pirzer mit Josef und Adolf Goldschmidt aus Neumarkt/Oberpfalz zusammen und man begann unter der Firma „Velociped-Fabrik Goldschmidt & Pirzer“ mit dem Bau von Fahrrädern. Produziert wurden fünf Typen von Bicycles (Zweiräder) und sechs Triycles (Dreiräder).

1887 beendete Eduard Pirzer die Zusammenarbeit mit den Gebrüdern Goldschmidt und 1888 gründete gemeinsam mit seinem Bruder Franz Xaver in München die „Monachia-Fahrradwerke Gebr. Pirzer" (Monachia = lat. München).

Daneben betrieben die Gebrüder Pirzer ab 1890 auch eine Verkaufsniederlassung mit Werkstatt in Nürnberg und Eduard eröffnete 1891 eine eigene Fahrradhandlung in München.

1896 verließ Eduard die „Monachia-Fahrradwerke“, die zunächst von seinem Bruder Franz Xaver weitergeführt und schließlich 1898 an die Münchner Normal-Fahrradwerke verkauft wurden.

Als Folge der ersten großen Krise der deutschen Fahrradindustrie, die um 1899 einsetzte, gingen die Normal-Fahrradwerke im Jahr 1900 in Liquidation.

Eduard Pirzer startete 1901 die letzte Phase seiner beruflichen Laufbahn. Er eröffnete ein Schaustellergeschäft und zeigte auf dem Nürnberger Volksfest erstmals sein "humoristisches Velodrom", mit dem er in den folgenden Jahren in ganz Deutschland un-erwegs war und auch auf dem Münchner Oktoberfest einen Stammplatz hatte.

1912 starb Eduard Pirzer, wie es scheint recht wohlhabend, in München.

 

Peter Ullein beschreibt das Leben von Eduard Pirzer anhand von mehr als 100 historischen Dokumenten, wobei alle Bilder und Zitate mit genauen Quellenangaben versehen sind. Seine Recherche belegt auch, dass Pirzer in jungen Jahren aktiver Radsportler war und dass es in Nürnberg schon 1884 eine Rennbahn gab, auf der Radsportwettbewerbe ausgetragen wurden.

Das Buch bietet vielfältige Einblicke in die deutsche Fahrradgeschichte der letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts. Der Autor nutzt die einzelnen Stationen in Pirzers Lebensgeschichte, um die Entwicklung des Fahrrads und der Fahrradindustrie auch über die Grenzen Bayern hinaus darzustellen. Damit ist das Buch allen zu empfehlen, die sich für die Anfänge der deutschen Fahrradgeschichte interessieren.

 





Bericht zum Nürnberger Herbstvolksfest:
"Eine für Radfahrer und Publikum äußerst interessante Neuheit in Fahrrädern, D.R.-P., zu besichtigen, ja selbst zu probiren, ist auf dem Volksfest Gelegenheit geboten in dem humoristischen Velodrom von Eduard Pirzer, Fahrradfabrikant in München. Die dort ausgestellten und dem Publikum zur Benützung überlassenen Fahrräder unterscheiden sich von den sonst üblichen Vehikeln dadurch, daß die Naben, die Achse nicht im Mittelpunkt des Rades angebracht sind, sondern seitwärts und dadurch beim einmaligen Umdrehen des Rades keine kreisrunde Bewegung erfolgt, sondern eine zweimalige halbe ungleiche Umdrehung vor sich geht, die ein Schaukeln hervorruft und dem Fahrer die Täuschung erweckt, er fahre durch einen Graben oder bergauf, obgleich er auf ebener Fläche dahinfährt. Auch auf den Zuschauer wirken diese Teufelsräder unwillkürlich komisch. Jeder Radfahrer kann trotzdem auf diesen Rädern, es sind Damen- und Herrenräder vorhanden, sogar ein Hochrad, ohne Mühe oder Anstrengung fahren, und es ist der Mühe werth, sich mit dieser interessanten Erfindung vertraut zu machen." (Fränkischer Kurier, Sportzeitung, 24.8.1901)
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